Ein ganz normales Wochenende…

Ein ganz normales Wochenende…

2016-07-28  Berlin

11:00 Uhr. Ich treffe mich mit einem Filmproduzenten, um ein Drehbuch und meine eventuelle Mitarbeit zu besprechen. Es hört sich vielversprechend an…

13:00 Uhr. Ich springe in einen Flix-Bus nach Hamburg, erwische einen Fensterplatz. Obwohl ich versuche so unauffällig wie möglich mit meinem Sitz zu verschmelzen, in der Hoffnung, dass der Sitz neben mir vielleicht frei bleibt und ich meine Studienunterlagen dort ausbreiten kann, setzt sich nach einer Weile eine junge Frau neben mich. Mist, denke ich und verstecke mich noch tiefer hinter meiner Sonnenbrille. Mittlerweile habe ich meine Tasche mit Ipad und Studienbuch auf dem Schoß. Mein silberner Kaffeebecher drückt mir in den Rücken, denn ich sitze quasi darauf. Trotzdem wahre ich den Schein und versuche zu lernen. Die junge Frau sortiert sich neben mir und spricht mich an. „Entschuldige bitte, es war wirklich nirgends mehr was frei…“ Ups… da sah ich vielleicht doch etwas zu asozial aus. Ich nehme die Sonnenbrille ab und sehe sie an. „Ich muss mich entschuldigen“, sage ich, „tut mir leid, wenn ich zu grimmig ausgesehen habe“. Sie lächelt und holt ebenfalls ihr Buch raus. Alles ok, denke ich. Sei nicht immer so unnett. Denke ich.

Die Fahrt ist unspektakulär, mein Ziel ein 75jähriges Family-Event. Ich war schon ewig nicht mehr dort. Familie kommt eben auch viel zu kurz.

16:30 Uhr. Ankunft Hamburg, zwei Kapitel Studium geschafft, jetzt Family. Meine Schwester holt mich vom Bahnhof ab und wir fahren aufs Land. Den Rest des Tages werde ich mit Kuchen essen verbringen, nehme ich mir vor.

17:30 Uhr. Ankunft Family, ich bin die Überraschungs-Verwandte. Niemand wusste, dass ich komme, da ich bis zum Schluss nicht wusste, ob ich es geregelt bekomme. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Für den Rest des Abends bin ich wieder 14 und esse mich durch das Kuchen-Buffet.

2016-07-29  Hamburg

7:30 Uhr. Kaffee.

9:00 Uhr. Flix-Bus nach Berlin zurück. Diesmal habe ich beide Sitze für mich. Ich lerne, es ist gut genutzte Zeit. Leider stehen wir gut 2 Stunden im Stau. Das ist blöd, denn mein Tag ist heute sehr eng geplant. Um 13:00 Uhr muss ich die Ponys kurz versorgen und um 17:00 Uhr auf einer Hochzeit im Schloss Ziethen sein.

14:00 Uhr. Berlin

Wir kommen erst gegen 14:00 Uhr an. Das schaff ich, denk ich. Ich rase zu meinem Wagen, der auf dem Park and Ride steht. Ich drehe den Schlüssel. Mein Wagen hustet mich leise an. Nein, er röchelt eher einmal kurz. Danach macht er gar nichts mehr. Aber freundlicher Weise gehen die Fenster noch einmal auf. Dann aber nicht mehr zu. Warum auch. Ich rufe den ADAC, es sind ungefähr 50°C in meinem Auto. Aber die Fenster sind ja wenigstens unten. Der ADAC sagt, er kommt und rettet mich. In den nächsten 90 Minuten. Super. Ich kann nicht weg vom Auto. Die Fenster gehen ja nicht mehr zu. Mist. 90 Minuten für den ADAC. Insgesamt 3,5 Verspätung schon. Das schaff ich noch, denk ich.

Der ADAC kommt tatsächlich schneller als erwartet. Ich werde abgeschleppt. Die Batterie ist ein Totalschaden, eine so große Ersatzbatterie hat er nicht dabei. Also, ab in die Werkstatt.

15:30 Uhr. Neue Batterie eingebaut. 200 €. Mist. Jetzt schnell die Ponys versorgen.

16:30 Uhr. Ankunft Ponys, hier alles ok.

17:30 Uhr. Ankunft Zuhause in Berlin, wann ging die Hochzeit los? 17:00… ok, ich komme etwas zu spät. Duschen, umziehen. Geschenk noch nicht komplett. Mist!

18:00 Uhr. Ab ins nächste EKZ, Blumen und Karte kaufen …

18:15 Uhr. Weiterhetzen zum Schloss, sind ja nur 60 Kilometer. Ein Klacks für ein Auto mit neuer Batterie.

19:00 Uhr. Ankunft Schloss. Juchu, rechtzeitig zum Essen. Ich kenne absolut niemanden. Warte, doch, da ist die Braut, sie freut sich wahnsinnig, sie wusste nicht, ob ich es schaffe (haha), und ihren Sohn, den kenn ich auch. Wunderbar.

Durchschnittsalter an dem Abend ca. 65+, Durchschnittspegel ca. 2,7. Um genau 0:00 Uhr verwandle ich mich in einen Kürbis und verlasse das Schloss. Oder so ähnlich. Ich fahre nach Berlin zurück, kurz mal schlafen.

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Zwischen Berlin/Hamburg und München…immer lächeln, auch wenn die Karre unterwegs liegenbleibt :)

2016-07-30  Berlin

7:00 Uhr. Kaffee

9:00 Uhr. Bus nach Hamburg, Kaffeebecher, Studienmaterial, Tasche, ich sitze allein.

Alles wie gewohnt. Ich glaube in diesem Bus war ich schon mal…

🙂

Meine nächste Woche fängt am 1. August in Berlin wieder an, in der Woche habe ich Hamburg/Berlin, Berlin/München, München/Berlin, dazwischen Musikstudio und Rosenheim-Cops Dreharbeiten…

Ich melde mich – wie gewohnt – von irgendwo unterwegs!

Eure Roadrunner-Vaile

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1 Kommentar auf "Ein ganz normales Wochenende…"

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Ralf Duyster

Daran sieht man mal wieder. Auch Promis sind Menschen mit ganz normalen Problemchen. Finde ich interessant, diesen Auszug aus deinem Tag. 🙂

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