Wir wurden stark geboren

Und ich weiß, das macht uns stärker, wir gehen nicht verloren
Und ich weiß, das macht uns härter, wir wurden stark geboren

Und ich weiß, das macht uns stärker, das Spiel ist nicht verloren
Und ich weiß, das macht uns härter, wir wurden stark geboren

Als Corona begann, haben viele noch darüber gelächelt und alles abgewunken.

Mittlerweile sitze ich seit Wochen in der digitalen Isolation. Ist Corona wirklich so schlimm? Müssen wir wirklich solche Maßnahmen ergreifen? Wer erzählt noch die Wahrheit, welche Zahlen stimmen, ist alles überhaupt nicht schlimm, oder ist alles noch sehr viel schlimmer?

Wenn man nach dem Toilettenpapier geht, werden wir alle sterben.

Toilettenpapier wird auf jeden Fall das Unwort 2020 sein, für alle Zeit. Peinlich.

Ich weiß nichts. Ich traue keiner Berichterstattung wirklich. Ich habe eine Meinung, andere haben eine Andere. Eines aber weiß ich, ich möchte die schützen, die ich liebe und deswegen halte ich mich an alles, was einem vorgeschlagen und/oder auferlegt wird. Bin gehorsam, wo es Ansagen gibt, die ich vielleicht in keinster Weise nachvollziehen kann, halte mich bedeckt und hoffe, alles normalisiert sich schnell. Hoffe, niemand meiner Lieben wird ernsthaft krank. Hoffe, niemand verliert irgendjemand, der/die ihm/ihr lieb und teuer ist.

In dieser Zeit freischaffende Künstlerin zu sein, artet zu einem Balanceakt aus. Balance zwischen der Wahrnehmung, dass die Kunst, die wir produzieren, vielleicht selten so gebraucht und wertgeschätzt wurde – denn alle sind jetzt isoliert, alle frequentieren alle Medien. Mehr denn je.

Musik, Film, TV, Bilder, Fotos, Bücher, Gedichte…Kunst.

– und dem Umstand, dass es so schwer ist wie selten, damit auch seine Miete zahlen zu können, denn alle Aufträge werden verschoben, oder finden nicht statt. Filmproduktionen werden vertagt, oder fallen weg. Konzerte werden abgesagt. Theater schliessen und legen ihre Produktionen auf Eis. Lesungen entfallen…

Was bleibt ist die pure Schaffenskraft.

Aktionismus. Tapferkeit. (Sorgen.)

Was bleibt, ist der Brennstoff für neue Kunst, die sich ihren Weg durch unsere Herzen, Hände, Bäuche und Köpfe bahnt.

Unbarmherzig, achtlos, gleichgültig.

Wie ein Feuer, das zeitgleich die einen wärmt, während es andere verzehrt, hört sie niemals auf neu zu entstehen und lässt uns fassungslos, hilflos staunen. Denn dort, wo eben noch Tränen flossen, entsteht vielleicht gerade ein wunderschönes Gedicht. Dort, wo eben noch Ängste wohnten, entsteht vielleicht gerade ein neues Gemälde, in dem sich Betrachter wiedererkennen und Trost finden. Dort, wo eben noch ein Herz zerbrach, und das Blut wie sinnlos durch einen verlorenen Menschen pumpte, entsteht der Puls eines neuen Liedes. Der Herzschlag einer Melodie, die andere Menschen verbinden wird und neue Geschichten erschafft.

Mein WG Partner, der berliner Fotograf Enrico Verworner, hat ein Lieblingslied von mir. Der Song heisst “stark geboren”, und die/der eine oder andere von euch kennt vielleicht sogar die Live Version, die ich auf Youtube veröffentlicht habe. Ich weiß gar nicht mehr so richtig, wer damit angefangen hat, aber auf einmal hatten wir die Idee zu der Nummer ein Musikvideo zu drehen und sie als Mutmach Single zu veröffentlichen. Wenn er uns so viel geben kann, dann doch vielleicht auch anderen?

Also haben wir äusserst spontan ein Musikvideo in meinem Wohnzimmer aufgenommen, zu einem Song, der mir gerade in dieser Zeit so vorkommt, als hätte ich ihn für uns, jetzt, geschrieben.

Das habe ich nicht. Als ich ihn schrieb, war mein Herz zerbrochen und ich habe versucht, mich in den Trümmern wieder zusammenzusetzen.

Dieser Song macht mir heute Mut.

Er hat mich dazu gebracht, in einem verbrannten Feld einen kleinen Garten anzulegen. Und dann einen kleinen Weg. Und dann eine ganze neue Welt.

Ich denke an euch. An uns. Wir hören nicht auf. Wir werden das schaffen.

Wir gehen hier nicht verloren.

Eure Vaile

Kleine Impressionen von unserem Guerilla Set..Wenn man das fertige Video sieht, weiß man oft gar nicht wie es eigentlich hinter der Kamera so ausgesehen hat…Das von uns gedrehte Material haben wir per Daten Transfer an meinen Musikproduzenten René Münzer geschickt und er hat über Nacht daraus ein fertiges Musikvideo gezaubert.
Mein erstes Klavier..ich habe die Front abgenommen, damit die alte Dame etwas schicker aussieht..
..eine dimmbare Lampe aus den 90gern, ein altes Stativ, zwei Klemmen aus dem 1€-Shop und ein Diffuser..Wenn man einen Profi Fotografen zum Freund hat, reicht das völlig aus..Hollywood hätt´s nicht besser machen können 😀
Wir hatten keine vernünftigen Stative…alles musste herhalten 🙂
Zu zweit gerückt, geräumt und ein Film Set gebastelt…
Drei Ikea billig Schreibtischlampen und ein Profi-Fotograf…mehr braucht es nicht für perfektes Licht <3
Wir wollten keine Pizza bestellen, aber wir hatten zum Glück Weingummis ..
Handmodel werde ich wohl nicht mehr mit den Pferdefingern…aber das ist eben das Leben 🙂

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