Ohne Angst, dass die Rotation der gleichgültigen Erde uns zu Staub zermalmt.

Seit Dienstag sind Püppi und ich im Wald bei meinem Lieblingsplatz unterwegs …

Dieser „kleine“ alte Baum hat schlapp gemacht und Püppi schleckt Mineralien seiner Wurzeln auf..

Brav wartet sie am Lagerbaum

Erster Blick nachdem sich der Wald lichtet..

Vollkommene Stille

Erdung.. bzw Moosung

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist alles unberührt, so wie ich es einst vor so vielen Jahren entdeckte. Es ist mittlerweile wie ein nach Hause kommen, so sehr liebe ich diese alten Eichen und Birken.
Püppi macht ihren Job so gut, nachts brav ohne Fauch Attacken oder gar Ausbruchsversuche, Tags lieb und geduldig, stark und ausdauernd. Natürlich sieht sie ab und zu widrige Kreaturen überall, aber sie hat sich inzwischen darauf besonnen tapfer darauf zu zu gehen und sich dem Kampf mit dem Blatt, oder dem Wind, oder dem Licht zu stellen. Als wir in eine riesen Herde Hirsche gerieten war es natürlich noch mal doll spannend, aber selbst da war sie handelbar und mutig neben der Angst.
Ich habe jede Reise Angst davor, dass dieser mir so wichtige Platz einst entdeckt und urbar gemacht sein wird, wenn ich nach stundenlangem Ritt durch den Wald breche, der die Lichtung säumt. Der Wald in Schweden wird in regelmäßigen Abständen abgeholzt, so auch der Wald in diesem Jahr um meinen Platz herum. Die Lichtung aber, die von uralten Eichen und anderem Laubwerk durchsetzt ist, wurde wieder einmal nicht angerührt, vielleicht steht sie unter Naturschutz, denn auch eine wirklich hunderte von Jahren alte steinartige Ruine ist noch unter den Büschen zu erkennen.

Ich habe jeden der alten Bäumen begrüßt und so viele Felsen berührt wie ich konnte. Steine, auf denen ich schon so oft sass und Ruhe fand. Ich sitze dort und stelle mir heute wie damals, auf meiner allerersten Reise vor, wie schön es wäre, hier eine winzige Blockhütte zu bauen und diesen wunderbaren Fleck Natur einfach durch Eigentum so zu erhalten, wie er ist. Das wünsche ich mir nach wie vor bald mehr, als alles andere. Einen Hort. Einen Schrein.
Ein Zeichen dafür, dass nicht alles endlich sein muss. Dass nicht alles immer vergänglich sein muss. Dass wir es auch schaffen können, auf etwas so aufzupassen, dass es überdauern kann. Auch wenn die Menschen, die Tiere, die uns im Leben begegnen, die wir lieben und die uns do viel bedeuten gehen, und die Welt sich weiterdreht. Einen Platz, an dem man sich in Sicherheit erinnern darf, ohne Angst dass einem diese letzte Instanz auch noch genommen wird. Ohne Angst, dass die Rotation der gleichgültigen Erde einen zu Staub zermalmt. Das war immer mein größter Wunsch. Schon weil ich auch mit 18 ahnte, dass nichts in dieser Welt von Dauer ist.
Seit 20 Jahren fülle ich hier meine Kraft für das rauhe Leben auf, das ich für mich gewählt habe. Komme zum Wasser, wie ein durstiges Tier im Wald. Wasser bedeutet Leben. Auf so vielen Ebenen meines Lebens ist das wahr.
Ich weiß, dass die Kraft in mir nicht die Bäume, nicht die Steine oder den Blick in die Endlosigkeit der Seen braucht. Aber sie helfen. Sie geben mir Halt im hier und jetzt. Kennen mich schon so lange. Zeigen mir, was Leben ist, was Stärke ist. Im Sturm, in Kälte und in Wärme und Licht.
Dass ich immer noch hier sein darf, ist das größte Geschenk in meinem Leben.

Eure Püppi und Huckleberry Vaile

Ein bisschen zerknautscht, aber glücklich..

 

Und hier geht es zum Buch und zur Musik dazu, wer es noch nicht hat und es gerne hätte

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