Berlinale 2018 – Leuchtendes Plankton für eine Nacht

Meine Berlinale war diesmal geprägt von Arbeitstreffen mit verschiedenen Organen der Film und Fernsehindustrie. Als Schauspielerin bin ich eigentlich permanent am Kontakte machen und pflegen. Die Berlinale bietet neben ihrer Hauptplattform für die besten Filme auch den Boden für eben diese Aufgabe. So gut wie jeder Branchenmensch ist zu dieser Zeit in der Stadt und meine Woche war geprägt von persönlichen Terminen und abendlichen Events.
Wie jedes Jahr blicke ich irgendwie reumütig zurück und frage mich, welche Filme ich eigentlich gesehen habe…“Filme?“ Fragt mein Hirn, „welche Filme?“
Also bemühe ich die Pressemitteilungen um überhaupt zu wissen, was wann und mit wem gelaufen ist. Freue mich im Nachhinein, staune und bewundere oft auch den Mut mit dem andere Gleichgesinnte ihr Lebenswerk an das Tageslicht prügeln, oder doch zumindest in das Licht eines Kinoprojektors.

In den abendlichen Veranstaltungen tummeln sich alte Bekannte, neue bald Bekannte und gänzlich mir Unbekannte. Alles ist, wie immer, geprägt vom Hunger der Jobsuchenden, allein der Glanz in den Augen der nachströmenden Schauspieler und Schaupielerinnen reicht aus, um Berlin für eine ganze Woche umsonst zu beleuchten.

..zwischendurch im Studio am neuen Musikalbum arbeiten..das Herz will, was das Herz will

Ich bin eines der kleinen Lichter im funkelnden Meer, treibe auf Nahrungssuche durch das nächtliche Berlin und ernähre mich vom Schall und Rauch, vom Glanz und Blitzlicht auf den roten Teppichen.

Neben den Produzenten und Redakteuren mit denen ich mich treffe, um sich gegenseitig upzudaten,

treffe ich mich mit Drehbuchautor und Regisseur meines Buches „Frei Sein“ Dirk Ahner. Er hat gerade den Film Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer  im Kino. Unser gemeinsames Projekt „Frei Sein“

läuft, aber wie alles beim Film, läuft es langsam bis es dann sich überstürzend den Berg hinabrollt und man Mühe hat noch hinterherzukommen. Wir geniessen die Ruhe vor dem Sturm und liefern den Mühlen beharrlich Stoff zum Mahlen. Ich habe ein ganz warmes und gutes Gefühl im Bauch. Den auf und ab hüpfenden, glitzernden Planktonteilchen aus denen ich dieser Tage gänzlich zu bestehen scheine zum Trotz, fühle ich mich ruhig und besonnen. Zuversichtlich.

Mit lieben Freunden Produzent A.G und Kollege H.J

..auf dem Weg zum Zoo-Palast..

Auch das Treffen mit meiner Literaturagentin läuft bestens. Es ist komisch, alles fühlt sich an, als würde die Luft flirren. Als wären wir, nach diesem langen Weg den Berg hinauf nun kurz davor das Gleichgewicht auf seinem Höhepunkt zu verlieren um auf der anderen Seite Fahrt aufzunehmen.

Alles hält den Atem an und macht sich bereit loszutoben, wir wissen nur noch nicht, ob es jetzt passiert, oder hinter der nächsten Kurve.

Ich beruhige mein wild schlagendes Herz wieder einmal und zurre es mit einem weiteren Seil am Boden fest.

Aber es will heute leuchtendes Plankton sein und mit den anderen durch die Nacht wirbeln.

Und für diese eine Woche gebe ich ihm nach – und wir toben durch den glitzernden Strom. Ein kleines Licht unter Millionen von anderen.

 

 

Berlinale? Plankton?…gib mir n Keks!

..vorher..

..nachher…

Auf ins Getümmel…

Mütze für die Frisur, flache Schuhe für die Füsse, gute Laune fürs Herz…

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