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Wir sind zurück…

© MFG Fotografie           Nocona und ich wieder zuhause …

Daran werde ich das ganze nächste Jahr denken…

Püppi brav am Baum, während ich bade…wie lange wir gebraucht haben, bis sie die Nerven dazu hatte <3

Mein Lager an irgendeinem See irgendwo…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz vor Abfahrt auf die Fähre…melancholisch sitze ich im Kofferraum und schaue Püppi beim Dösen zu…

Meine Balkonpflanzen…alle verreckt…seufz

Wir sind wieder zuhause…

…ich bin von Göteborg die 4 Stunden nach Trelleborg runtergefahren und konnte dort wieder in unserem alten Stall übernachten. Püppi war total brav und hat ihr altes Paddock von vor vier Wochen gleich in Beschlag genommen. Ich bin nach der langen Fahrt noch mit ihr am Strand spazieren gegangen, aber es wurde schon fast dunkel, als wir wieder am Stall waren. Melancholisch und nachdenklich saß ich dann fast die ganze Nacht in meinem Kofferraum und beobachtete Püppi beim Schlummern. Ich musste sie um 4:45 wecken, denn die Fähre ging schon um 6:00 morgens nach Rostock.

Die gesamte Fahrt über war sie brav, und diese Etappe ist immer die längste. Als ich nach endlosen Stunden endlich auf ihrer kleinen Wiese in Berlin ankam, konnte sie es kaum glauben. Sie hatte überhaupt nicht erwartet, dass wir je wieder nach Hause kämen, und stapfte ungläubig aus dem Frontausstieg.

 

 

Die Wiese bei uns Zuhause… überall kein Regen, aber Püppi war trotzdem happy…

In dem Moment aber, als sie von ihren Jungs und Mädels angewiehert wurde, war ich so schnell vergessen, als hätte es mich nie gegeben. Dabei spreche ich jetzt auch die Brubbelsprache…deprimiert aber mit einem glücklichen Lächeln entließ ich sie direkt in ihre Herde und sah sie erst später am Tag kurz wieder, als sie es für angebracht empfand doch noch etwas Kraftfutter von mir entgegenzunehmen. Marina war auch immer so. Plötzlich waren wir wieder wir im hier. Die Normalität des Lebens schloss sich ohne zu zögern über uns, geräuschlos und hermetisch. Irgendwann kam ich in meiner Wohnung an. Einzig die zu Staub zerfallenen Balkonpflanzen zeugten von meiner langen Abwesenheit. Sehnsüchtig stand ich auf meinem Balkon und sah in den Sonnenuntergang, den ich von dort aus sehr schön sehen kann. Ich hörte alle Geräusche der Stadt, roch alle Gerüche der trockenen Strassen, horchte, ob ich die Stille von dort draußen, wo ich doch eben gerade noch gewesen war, auch hier noch hören konnte. Der Himmel, dachte ich, ist derselbe. Dieselbe Sonne hat Püppi und mich gesehen, wie wir durch den Wald streiften, während sie auch hier alles beschienen hat. Die Sonne, der Wind und der Himmel, sie sind meine Verbündeten, denn sie waren dabei.

 

 

Sie hat ihr alles beigebracht… mein wildes Pony Marina

Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr so allein. Plötzlich wurde mir klar, dass ich überall ich bin. Nicht nur im Wald in der Stille, sondern natürlich auch hier in jeder Minute. Ich hatte gar nichts zurückgelassen, alle Eindrücke, denen ich hier seufzend hinterher trauerte waren gar nicht woanders. Sie waren gleich hier. Bei mir. In mir. Um mich herum.

Ich atmete tief ein, die abgestandene Luft, das staubige Licht, die verblassten Farben..all das war nur ein anderer Teil meines Lebens, eines Lebens, das in seiner Fülle und Gänze wunderschön war. Mit Staub und Dreck und mit Wildheit und Stille. Alle Teile ergeben ein Ganzes. Mein Leben; für das ich jeden Tag dankbar bin.

 

 

© Stephen Haberland
Bei meinem Lieblingsplatz entstanden diese wundervollen Fotos…findet ihr auch im Buch Frei Sein.

Vielen Dank, dass ihr bei mir wart und mich begleitet habt. Zu wissen, dass es Leser gibt, die verfolgen, was uns passiert und was wir erleben, gibt ein ganz neues Gefühl der Verbundenheit.

Natürlich geht es bei meinen Reisen vor allem um die Einsamkeit, ich lösche alle Chats, alle Apps, alle Gruppen, alle Mailprogramme von meinem Handy, wenn ich heutzutage in die Wildnis gehe. Ich schreibe den Blog in mein Tagebuch und einmal die Woche bereite ich die Blogs vor, wenn ich auf einem warmen Stein sitze, oder im Zelt im Regen hocke und warten muss. Dann schicke ich sie los und meine Gedanken sind wieder frei. Aber das schöne daran ist, dass es so die Möglichkeit gibt, diese für mich wichtigsten und schönsten Momente teilbar zu machen. Für alle, die möchten. Darüber freue ich mich um so mehr. Denn was bedeutet Schönheit, wenn man sie nicht teilen kann.

 

Eure Vaile und Püppi (out of duty)

 

 

 

Und hier geht es zum Buch und zur Musik dazu, wer es noch nicht hat und es gerne hätte.

 

Ich war noch nie so glücklich traurig..

 

Voller Glück..

Frei..

Noch mal schnell ins Wasser 😃

Noch nie war ich so glücklich traurig..
Wir haben uns auf die Heimreise gemacht.

Sieht schon viel besser aus 🙂

Vorletzter Halt bei Göteborg auf dem langen Weg nach Hause..

 

 

 

 

 

 

Ich kann es selber kaum glauben, aber unser Luxus Monat im Wald ist verstrichen, und ich fühle mich, als warten wir gerade erst losgetrabt..
Vielleicht liegt es an den fehlenden Tagen, die uns das dicke Bein gekostet hat, vielleicht aber auch einfach daran, dass es mit die schönste Reise war, die ich je machen durfte.
Das Wetter war für uns outdoorer mehr als wunderbar, bis auf Kleinigkeiten, wie dickes Bein und dickes Knie, ist uns nichts passiert. Ich hab wieder einmal die dicken Bänder meiner Belastbarkeit getestet und sie ohne Risse oder Abnutzung zurück um mein Leben gelegt, damit sie mich weiter zusammenhalten, wenn ich mich hin und her zerren lasse vom Schlag meines eigenen Herzens.

SchattenIch

Diesmal durften wir in Göteborg einen Stop einlegen, damit der Rückweg aus dem Norden nicht so lang ist.
Eingeladen wurden wir von Stephanie Hönig, Geschäftsführerin der Horses in Harmony.
Ebenfalls eine lizensierte Geitner Trainerin, die in diesem Herbst bei Göteborg ein Reha und Trainingszentrum für Pferde eröffnet.
Ich durfte mir alles schon vorab ansehen und bin wieder einmal so begeistert. Dass ich so viele Menschen kennenlernen darf, die mit ihrem Talent, ihrem Wissen und ihrem Herz Plätze schaffen, an denen Pferd und Mensch wieder zueinander finden und heilen können. Toll, Hut ab!
Ganz nebenbei ist Familie Hönig so absurd nett, dass ich mich auf nächstes Jahr freue, wenn ich auf meinem Weg hoch wieder vorbeischauen darf.
Ich bekam beim Trainingsstall eine eigene Wiese, auf der ich den Fuhrpark stehenlassen durfte. Ich wurde sogar aufs herzlichste eingeladen, im Haus zu wohnen und zu übernachten..und auch, wenn das schrecklich nett war, bin ich natürlich bei meiner Püppi im Hänger geblieben. Nach vier Wochen zusammen am Boden, kann ich mir noch gar nicht vorstellen je wieder in einem Bett und getrennt von ihr zu schlafen.
Dafür hatten die Hönigs natürlich Verständnis, aber als ich dann am nächsten Morgen nicht nur Frühstück in den Hänger serviert bekam, sondern mir auch noch ein handgemachtes individuell für Püppi angefertigtes Knotenhalfter aus der eigenen Kollektion geschenkt wurde, fiel mir wieder einmal die Kinnlade runter; wie kann man so nett sein!!
Diese Knotenhalfter gibt es u.a im Rehazentrum zu erwerben, aber auch im Internetz zu bestellen. Es ist weich und perfekt geknotet, ich freue mich sehr darüber 😍

So eine Überraschung 😍

hing an meinem Auto…so schön <3

Frühstück morgens im Hänger! Und ich sag noch, ich brauche nix!!

Jetzt geht es nur noch nach Trelleborg und dann zurück nach Berlin. Ich bin wehmütig, aber so voller Glückseligkeit über die gelebte Zeit im Wald, ich weiß ich kann dort nicht ewig im Zelt leben und durchs Gebüsch stapfen..und ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich es dieses Jahr wieder geschafft habe zu fahren
..ich melde mich von zuhause, wenn ich Püppi wieder zu ihrer Herde gebracht habe und den Staub meiner zu 100% verdorrten Balkonpflanzen entsorgt hab ☺️
Und dann gibt es auch endlich den Bericht über den Geitnerkurs auf der Ranch 52 , den ich mir ansehen durfte, als Püppis Bein unsere Weiterreise aufgehalten hat..
Bis bald!
Eure Vaile und Püppi on the road

Sie hat unser selfie boykottiert☺️

Ohne Angst, dass die Rotation der gleichgültigen Erde uns zu Staub zermalmt.

Seit Dienstag sind Püppi und ich im Wald bei meinem Lieblingsplatz unterwegs …

Dieser „kleine“ alte Baum hat schlapp gemacht und Püppi schleckt Mineralien seiner Wurzeln auf..

Brav wartet sie am Lagerbaum

Erster Blick nachdem sich der Wald lichtet..

Vollkommene Stille

Erdung.. bzw Moosung

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist alles unberührt, so wie ich es einst vor so vielen Jahren entdeckte. Es ist mittlerweile wie ein nach Hause kommen, so sehr liebe ich diese alten Eichen und Birken.
Püppi macht ihren Job so gut, nachts brav ohne Fauch Attacken oder gar Ausbruchsversuche, Tags lieb und geduldig, stark und ausdauernd. Natürlich sieht sie ab und zu widrige Kreaturen überall, aber sie hat sich inzwischen darauf besonnen tapfer darauf zu zu gehen und sich dem Kampf mit dem Blatt, oder dem Wind, oder dem Licht zu stellen. Als wir in eine riesen Herde Hirsche gerieten war es natürlich noch mal doll spannend, aber selbst da war sie handelbar und mutig neben der Angst.
Ich habe jede Reise Angst davor, dass dieser mir so wichtige Platz einst entdeckt und urbar gemacht sein wird, wenn ich nach stundenlangem Ritt durch den Wald breche, der die Lichtung säumt. Der Wald in Schweden wird in regelmäßigen Abständen abgeholzt, so auch der Wald in diesem Jahr um meinen Platz herum. Die Lichtung aber, die von uralten Eichen und anderem Laubwerk durchsetzt ist, wurde wieder einmal nicht angerührt, vielleicht steht sie unter Naturschutz, denn auch eine wirklich hunderte von Jahren alte steinartige Ruine ist noch unter den Büschen zu erkennen.

Ich habe jeden der alten Bäumen begrüßt und so viele Felsen berührt wie ich konnte. Steine, auf denen ich schon so oft sass und Ruhe fand. Ich sitze dort und stelle mir heute wie damals, auf meiner allerersten Reise vor, wie schön es wäre, hier eine winzige Blockhütte zu bauen und diesen wunderbaren Fleck Natur einfach durch Eigentum so zu erhalten, wie er ist. Das wünsche ich mir nach wie vor bald mehr, als alles andere. Einen Hort. Einen Schrein.
Ein Zeichen dafür, dass nicht alles endlich sein muss. Dass nicht alles immer vergänglich sein muss. Dass wir es auch schaffen können, auf etwas so aufzupassen, dass es überdauern kann. Auch wenn die Menschen, die Tiere, die uns im Leben begegnen, die wir lieben und die uns do viel bedeuten gehen, und die Welt sich weiterdreht. Einen Platz, an dem man sich in Sicherheit erinnern darf, ohne Angst dass einem diese letzte Instanz auch noch genommen wird. Ohne Angst, dass die Rotation der gleichgültigen Erde einen zu Staub zermalmt. Das war immer mein größter Wunsch. Schon weil ich auch mit 18 ahnte, dass nichts in dieser Welt von Dauer ist.
Seit 20 Jahren fülle ich hier meine Kraft für das rauhe Leben auf, das ich für mich gewählt habe. Komme zum Wasser, wie ein durstiges Tier im Wald. Wasser bedeutet Leben. Auf so vielen Ebenen meines Lebens ist das wahr.
Ich weiß, dass die Kraft in mir nicht die Bäume, nicht die Steine oder den Blick in die Endlosigkeit der Seen braucht. Aber sie helfen. Sie geben mir Halt im hier und jetzt. Kennen mich schon so lange. Zeigen mir, was Leben ist, was Stärke ist. Im Sturm, in Kälte und in Wärme und Licht.
Dass ich immer noch hier sein darf, ist das größte Geschenk in meinem Leben.

Eure Püppi und Huckleberry Vaile

Ein bisschen zerknautscht, aber glücklich..

 

Und hier geht es zum Buch und zur Musik dazu, wer es noch nicht hat und es gerne hätte

Weiter gen Norden…

150km zu Huf und Fuß …😍

Ein Mitesser!

Wir haben den Skagern umrundet. Die letzten drei Tage humpelnd, aber alles in allem zufrieden und glücklich. Als ich meinen Wagen aus der Ferne näherrücken sehe pfeife ich für Püppi den „nach Hause“ Ton. Ich pfeife diese kleine Melodie immer, wenn ich mit ihr nach langem Ritt wieder in den Stall komme, oder unterwegs zufällig bekannte Pferde treffe. Das hab ich bei meiner Marina auch schon so gemacht und es hat dazu geführt, dass ich meine Pferde unwissentlich darauf konditioniert habe, sich bei erklingen des Pfeiftons sicher zu fühlen.

Immer, wenn ich pfeife, wiehert Püppi in freudiger Erwartung, dass sie hier jemanden kennt. Marina hat das auch immer gemacht. Ich pfeife, sie wiehert. Es ist so eine Art „Hallo, wir sind wieder da“.
Natürlich antwortete mein Auto nicht.

Nie antwortet mein Auto wenn Ich pfeife 🤔

Einmal, als ich mit Marina alleine in Schweden unterwegs war, lief sie mir weg. In meiner Angst versuchte ich alles um sie wiederzufinden, und zuletzt pfiff ich die kleine Melodie. Zu meinem völligen Erstaunen und meiner völliger Verblüffung kam sie nach kurzer Zeit wiehernd aus dem Busch geschossen, mit weit aufgerissenen Augen, als würde sie Fragen, „wo sind die anderen Pferde, die du begrüßt hast?!“
Ein guter Trick, den ich sicher nie abnutzen werde.

Harald Muck und seine Geschäftspartnerin Heike haben mich so freundlich bei sich aufgenommen. Mein Wagen und Anhänger durfte die ganze Zeit auf einer ihrer Wiesen stehen, und ich wurde mehrfach gefragt, ob ich was zu essen, eine Dusche, irgendetwas benötigen würde, um mich noch wohler zu fühlen. Ich bin so viel offene Freundlichkeit überhaupt nicht gewohnt, aber ich weiß sie sehr zu schätzen.

Etwa 5 Tage nachdem ich aufgebrochen war, ging mir dann auf, dass ich zwar meine Powerbank für mein Handy und den Kindle dabei hatte, aber leider das Kabel dazu im Auto vergessen hatte. Ich haderte sehr mit mir, aber Heike und Harald hatten mir so oft Hilfe angeboten, und so ganz ohne Notfall Akku mitten im Wald… Ich schrieb Ihnen mit meinen letzten 3% Akku wo ich mich befand, und ob eventuell die Möglichkeit bestünde, dass ich an mein Kabel käme.
Beide halfen sofort und wie es der Zufall so wollte, führte meine nächste Tagesroute fast direkt an Heikes Zuhause im nächst größeren Ort vorbei. Sie bot mir an, mein Kabel nach Feierabend mitzunehmen, so dass ich es bei ihr aufschnappen könnte. Da der Weg weit war, blieb ich dann direkt bei ihnen hinterm Haus auf einem Feld für eine Nacht zu Gast.

Die beiden betreiben eine wunderschöne Ferienhaus Anlage. Für alle Schwedenfans ein absoluter Geheimtipp. Es gibt, neben den drei unabhängig voneinander gelegenen Ferienhäusern, Ziegen, Hunde, Katzen, Pferde und so viel Herzlichkeit wie man sie nur selten findet.
Vielen Dank, dass ich bei euch Gast sein durfte!
Die Skagernrunde kann ich auch empfehlen. Allerdings ist es nicht ganz so „meins“ gewesen, wie andere Wege, die ich auf meinen Reisen fand. Ich bin ja gerne in der unberührten Natur unterwegs, treffe niemanden und schlage mich allein durch.
Die Wanderstrecke rund um den Skagern ist liebevoll instandgesetzt und wird von den ansässigen Familien gepflegt. Man kann wohl beinahe überall klopfen und wird mit einem Lächeln empfangen, eine tolle Sache vor allem, wenn man z.B als Grüppchen unterwegs ist, kann ich mir vorstellen.
Da viele Teile der Strecke über Holzarbeiterstrassen führen, die grob geschottert sind halte ich Eisen oder Schuhe hier für unabdingbar.
Püppi und mich hat es dann trotz humpel Bein noch weiter nach Norden zu meinem geheimen Platz gezogen, was uns hier erwartet, erzähle ich euch im nächsten Blog ❤️

Mit den Füßen am Boden und dem Kopf im Himmel…

Was mein Herz berührt, wenn ich aus dem Zelt schaue…

Weiter gehts!

Eure Vaile und Püppi

Keine Reise ohne Schmerzen..

Keine Reise ohne Schmerzen..

Ich sage nicht ohne Grund immer, dass ich besser reiten kann, als laufen..damit ist allerdings nicht gemeint, dass ich einfach göttlich reite, nein, ich meine es im Ernst, und jeder, der mich schon mal ne Showmanship hat laufen sehen, oder mich gar auf der Bühne hat tanzen sehen, wird das wohl bestätigen können☺
Letztes Jahr hab ich mich so hingemault, dass ich mir damit selber einen Zahn ausgeschlagen habe, diesmal hat Püppi etwas nachgeholfen und mich, die ich arglos vor ihr ging und auf die Karte sah, in Panik aus dem Weg geballert. Ich bin mir sicher, sie wollte mich retten. Es war aber leider eine steile Kiesböschung, die ich mit etwa 180kmh ungebremst runterflog, Himmel oben unten oben unten, Pferd fauchend weg und ich mal mit so richtigen scheisse-was-mach-ich-denn-jetzt-ich-muss-aufstehen-aber-es-geht-einfach-nicht-Schmerzen rechtwinklig zusammen gefaltet am Boden.
Schmerz hat, wenn man so alleine ist, eigentlich nur noch die Bedeutung ‚zu stark um aufzustehen, oder geht es?‘
Jammern hört eh keiner und bringt auch leider gar nichts. So lag ich da ne Weile und versuchte meinen linken Fuß zu fragen, ob er noch lebt..keine Antwort. Aber ein bisschen konnte ich schon kurz darauf den großen Zeh bewegen..das machte Mut, gebrochen war also nix! Gott sei Dank, ich also meine Beine gezwungen sich zu entwirren, mein kleiner Zeigefinger stand merkwürdig ab, und irgendwie hoch gekommen. Wo ist Püppi.. Püppi steht immer noch Schweif hoch und fauchend 30m von mir entfernt und kämpft mit ihrem Fluchtimpuls. Sie starrt mich allerdings auch an, denn dass ich so lange liegenbleibe und der verdiente Arschtritt damit ausbleibt, kennt sie irgendwie nicht.
Also, starrt und faucht sie abwechselnd mich und den Wald an. Fauchen, Starren, Fauchen, Starren.. irgendwann schaffe ich es mich in ihre Richtung zu bewegen. Mir rollen die Tränen vor Schock und Schmerz, aber mit jedem Schritt merke ich, dass es gehen wird.
Ich schnappe mir mein Pferd und humpel sehr langsam weiter, traue mich erstmal gar nicht mir den Schaden an mir anzusehen.

Wegen nix kann sie völlig ausrasten, aber die Waldameisen lassen Sie völlig kalt.. ich würde durchdrehen!

Hier hab ich meine Wunden inspiziert..Püppi sah das Ganze eher gelassen..

Alles tut weh..fühl mich wie hundert..alle Muskeln haben sich miterschreckt..

 

 

 

 

 

 

 

 

Laufen und reiten halten sich die Waage im Schmerzwettbewerb😶

Als ich ca eine Stunde später an irgendeinem Ufer ankomme, halte ich an und binde Püppi an den nächsten Baum. Blut ist mir das Bein runtergelaufen und hat meinen zerfetzten rechten Ärmel durchsuppt. Mein linker kleiner Finger ist dick, und schmerzt, aber er sitzt wieder dort, wo er hingehört. Meine rechte Hand blutet auch, aber zum Glück ist nur der Handballen aufgeplatzt. Ich muss irrsinnigerweise an meinen ersten Modelagenten denken, der meine damals 15 jährigen völlig zerschrammten Knie angeekelt ansah und mich wissen ließ, dass es Sooooo aber nichts werden würde mit dem modeln.. gnihihi.. wo er recht hat😄 Ich werde irgendwie meine Klamotten los und humpel ins Wasser. Nun werde ich euch die Details ersparen, wie ich versuche Kieselsteine aus meinem aufgeschlagenen Knie und Ellenbogen zu entfernen.
Als ich damit fertig bin versorge ich die Wunden mit Salbe aus Püppis Medizin Tasche, kann ja nicht schaden, und lege mir einen Verband an. Das Knie ist tief aufgeschlagen, genäht werden muss es zum Glück nicht, am Abend war der Verband durch, aber am nächsten morgen suppte es schon nicht mehr so doll.
Nun humpel ich hier so rum, laufen tut weh, reiten ist noch schlimmer, aber ich hab mal wieder großes Glück gehabt, sagt Püppi, immerhin hätte ich sterben können, wenn sie mich nicht rechtzeitig aus dem Weg gerammt hätte! Die Frage vor was Sie mich eigentlich so heldenhaft gerettet hat, verkneife ich mir mit zusammen gebissenen Zähnen, und schleife sie missmutig weiter um den See.
Ich bin an diesem Tag tatsächlich 7std unterwegs gewesen. Viel zu lange, denn auch, wenn ich mir immer einbilde nicht unterzukriegen zu sein, holen mich am Abend Schüttelfrost und Schock auf den Boden der Tatsachen zurück und wir schlagen unser Lager tief im Wald an einem Fluss auf. Dort liege ich so schlotternd herum und bin froh, dass uns nichts ernstes passiert ist.

Schüttelfrost und Schock .. liege einfach erst mal nur ne Stunde auf dem Boden rum..

Seht ihr den wunderschönen Fluss?

 

 

Und der Sonnenuntergang am Fluss ist wunderschön 🙂🦄🏕🧝🏿‍♀️💪🏻

Bis bald eure Humpel-Vaile und die Püppi-Ramme.

… bin am See; werde braun… kommst du auch?

Sie ist so furchtlos und geschickt… Ich bin so stolz auf meine urbane Prinzessin 😍

Kleiner morbider Fund am Wegesrand..

Ich habe heute den ganzen Tag gelächelt… ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen; vielleicht zuerst, dass ich ein paar Tage keinen Akku hatte und deswegen nicht schreiben konnte. Ich habe zwar eine Powerbank dabei, aber schlauerweise in alter Waldgängerroutine keine Kabel eingepackt, die blieben im Auto zurück 😃 Ich bin auf meinem Weg rund um den Skagern See. Etwa 150 km insgesamt und mit Püppi, dem auf einmal superschnellen und wagemutigen Wildnispony, schon fast halb herum😳💪🏻🦄

Ich bin mitunter so glücklich, dass ich schreien könnte, dann heul ich auf einmal los, weil irgendwas so schön aussieht oder ich mich plötzlich schockartig an etwas trauriges aus meiner Vergangenheit erinnere. Alles ist mehr und mehr ungefiltert, je weniger Menschen mir begegnen, je länger ich nicht sprechen oder reagieren muss, desto mehr komme ich dort in mir an, wo ich eigentlich zuhause bin und pur werde.

 

Langsam versteht sie das mit den Selfies☺

Püppi überrascht mich nach dem dicken Bein-Schock gleich zu Anfang der Reise mit geradezu absurder Unerschütterlichkeit. Ob Schweine, Hirsche (30 Stück !!!), Reiher (mit Reiher-Baby, häääässlich 😍) oder Elche, sie faucht nachts nicht einmal mehr, sondern chillt in ihrem Paddock, brubbelt mich zu und scheint unsere endlosen Tageswanderungen, trotz schwerem Gepäck und schwierigem Gelände, richtig zu genießen.

Und ich auch.

Diese Reise ist völlig anders, als alle vorherigen. Der Skagern ist längst nicht so weit nördlich, wie ich es sonst bin. Das bringt eine größere Besiedlung mit sich und da ich diesmal mit Plan und Ziel reite (einmal rund herum), hab ich entsprechend abgezählte Vorräte mit und kann keine großen Umwege in Kauf nehmen.

 

Drückt mir doch einfach eine liebe ältere Frau am Wegesrand Erdbeeren in die Hand, frisch vom Feld gepflückt!😍🍓😋

Das heißt, ich muss zur Not auch mal fragen, ob ich irgendwo auf einem Feld übernachten kann, wenn ich es nicht schaffe aus einem besiedelten Gebiet rauszukommen, bevor die Erschöpfung uns ein Lager diktiert.

So bin ich z.B heute in die vollkommen absurde Lage gekommen, mitten in einem winzigen Ort ein perfektes Paddock angeboten bekommen zu haben, das einst Teil eines geplanten, aber nie umgesetzten Trails war. Ein Relikt sozusagen und die Erbauer mehr als begeistert, dass tatsächlich mal ein Pferd darin zu stehen kommt 😃 Was für ein verrückter Zufall, aber als wäre das nicht schon schräg genug nach all dem Schweigen im Wald, findet hier ausgerechnet heute eine Art Volkslauf statt, der direkt an uns vorbeiführt. So joggen seit einer Stunde zig Leute an uns vorbei, Püppi ist die Sensation, könnt ihr euch vorstellen, und ich, so nach 17 Tagen nicht in den Spiegel geguckt, trage es mit Fassung… (ich versuche es zumindest tapfer.

 

Heute habe ich den ganzen Tag gelächelt…

Mein Lager…

Morgen verschwinden wir wieder von der Bildfläche und ich freue mich sehr darauf.

Ich melde mich wieder!

Hab jetzt wieder Akku, wie es dazu kam erzähle ich auch noch!

Bis bald!
Eure Wildnis-Püppi und Wald-Vaile🦄🧝🏿‍♀️🏕

 

 

Planung am See…

Bin am See, werde braun; kommst du auch?

Und der Wald schließt sich hinter uns..

Und der Wald schließt sich hinter uns..
Nach einigem Bangen und einer laaaaaaangen Autofahrt …

laaaaaaangen Autofahrt…

Tschüss Auto..

… gen Norden sind wir endlich am „Ziel“, d.h dort, wo ich das Wagen / Hänger Gespann dieses Jahr so lange lassen kann, wie ich möchte.
Familie Muck betreibt hier in Schweden u.a ein Feriendomizil und hießen Püppi und mich aufs wärmste willkommen, vielen Dank!
Es ist schön, wenn man fern der Heimat auf Menschen trifft, die die Reise nachvollziehen können und uns so lieb unterstützen…
Ich würde gerne einmal um den großen See hier reiten, ca 150km und dann wieder ein Stück zu „meinem“ Platz fahren und dort noch etwas verweilen..Das ist der Gedanke, aber wie immer gilt alles kann, nichts muss; nun ja irgendwann muss ich natürlich doch auch wieder nach Hause, das Musical „Die Schatzinsel“ schreibt sich ja nicht von allein weiter🙂

Unser Weg..

 

Heute bin ich 7std unterwegs gewesen u d habe gescouted, das mache ich gerne, um schon am Abend vorher zu wissen, wieviel Futter der nächste Platz haben wird. Danach richtet sich dann mein Tempo und die Fresspausen. Da ich den Weg aber immer auch wieder zurück reiten muss, kann ich maximal eine Strecke von 3,5std one way scouten, wenn da kein schöner Platz bei ist, muss ich umdrehen und hoffen, dass ich mit Gepäck am nächsten Tag weiter komme und dann was gutes finde..und so sieht es auch aus.

 

 

Püppi hat den See gefunden..

 

Wir müssen morgen hoffen, dass wir was finden, denn heute war nix dabei. Wunderschöne Plätze , aber immer entweder kein Wasser, oder kein Futter..es war dazu auch noch irre trocken den ganzen letzten Monat, so dass nahezu alle kleinen Bäche, auf die ich mich sonst immer gut verlassen habe ausgetrocknet sind 😳
Ich hab heute mit Püppi gebadet und in der Sonne gechillt. Nachts ist sie immer noch sehr aufgeregt, faucht viel und kommt wegen der Viecher erst spät zur Ruhe.

 

Aber tagsüber ist sie so toll, zügig, stark, verlässlich, aber was mir am meisten bedeutet ist, dass wir zusammen abhängen können, sie am Baum, ich daneben.

Blauer Himmel und die Welt leuchtet.

Das waren mit meiner Marina immer meine wertvollsten Stunden und Minuten. Nirgendwo ist man so zusammen alleine wie hier in der Waldwelt, so weit weg von Zuhause.

Zusammen chillen..

Mein erster Versuch vor zwei Jahren Püppi an einen Baum zu binden scheiterte so gänzlich, denn sie hatte keine Nerven dafür. Buddelte, biss in den Baum, wieherte und war ganz und gar unglücklich. Wenn ich sie mir jetzt ansehe ist mein Herz einfach nur voller Liebe zu diesem ungestümen, trotzköpfigen und starken Pferdchen.
Wir gehen eben unseren eigenen Weg; Hauptsache wir gehen ihn zusammen.

Die Hoffnung steigt…

Hauptsache zusammen 💪🏻😍

Unser Lebensraum der letzten Tage… Kann nicht sagen, dass es uns nicht gefällt.

Mein Leben im Trailer auf dem Weg nach Norden

Seit 5 Tagen wohne ich im Pferdehänger und stehe mit Püppi auf einer Wiese der Ranch 52. Jeden Tag kühle ich das Bein, gebe Medizin, laufe eine Runde und übe mich in Geduld. Und so langsam traue ich mich wieder etwas zuversichtlicher zu sein, was meine weitere Reise anbelangt.

Ich liebe meinen kleinen überambitionierten Kocher … Der ist schon seit den ersten Reisen dabei und so sieht er auch aus😍

Das Bein sieht gut aus und ab morgen gibt es keine Medikamente mehr. Dann folgt noch ein Belastungstest und wenn sie den besteht, gehts endlich weiter gen Norden. Meinem ruhelosen Herzen sage ich immer, es ist erst eine Woche vergangen und der Wald läuft dir nicht weg. Und ich bin unendlich dankbar, dass wir mit diesem dicken Bein überhaupt hier bleiben durften. Ohne die Gastfreundschaft und diese Wiese hinter der Ranch sähe es wesentlich schlimmer für uns aus❤ Diese Zwangspause ist auch in vielerlei Hinsicht gut. Ich schlafe unheimlich viel, lerne die Brubbelsprache von Püppi endlich mal ordentlich, denn sie gibt sich unheimlich viel Mühe mir die richtige Betonung auf KEKS beizubringen und helfe ein bisschen im Betrieb der Ranch.

Alle Ponys der Ranch wollen jeden Tag bewegt werden, auch dieses kleine, zarte schwedische Kriegspferd

Das Wetter ist wirklich gemischt, sehr stürmisch mit Regengüssen und Sonne im Wechsel. Trotzdem es ziemlich kalt ist, heute z.B. 14 Grad, genieße ich jeden Tag mein Bad im See. Seit heute erkläre ich mich offiziell als abgehärtet, denn ich konnte meine Haut heute morgen tatsächlich nicht mehr spüren 😃💪🏻

Melanie hat hier auf der Ranch übrigens ein Geitner Trainingszentrum eröffnet. Als lizensierte Trainerin für Dual Aktivierung und Equikinetic bietet sie Kurse und Training an. Da ich hier ungeplant steckengeblieben bin, durfte ich mir einen Kurs ansehen und bin total beeindruckt. Darüber gibt es dann bald einen gesonderten Blog.

Heute haben wir im Wald die ersten Pfifferlinge entdeckt, ich freu mich jetzt schon auf meine Spezialität Semmelknödel mit Pfifferlingen ohne alles😃

Mitten im Wald ein lost-Bagger zwischen Pfifferlingen… Der steht da bestimmt schon 25 Jahre.

 

 

Drückt uns bitte weiterhin die Daumen, dass wir unsere Reise bald fortsetzen können❤

Von der Wiese Püppi und Vaile❤💪🏻🦄🧝🏿‍♀️

… Und wir stecken fest …

…und wir stecken fest…unser Glück hat uns scheinbar für den Moment verlassen. Nachdem die Reise geradezu unheimlich gut anlief, Püppi sich so toll benimmt wie selten und sogar das Wetter schöner nicht sein könnte, musste es ja quasi so kommen.

Ich bin vorgestern Abend in Urshult auf der Ranch 52 angekommen.

Unsere Ankunft im Paradies der Ranch 52

Ihr erinnert euch vielleicht, dieselbe Ranch hat mich vor zwei Jahren aufgenommen, als ich nach der Zahn-Op noch etwas geisterhaft auf dem Weg nach Hause war. Melanie und Jürgen waren schon damals unheimlich nett und wir verstanden uns so gut, dass ich meine Route dieses Jahr absichtlich über ihre Ranch geplant habe.

Gestern kamen wir also an und wollten nach zwei Tagen Aufenthalt weiter nach Norden. Soweit der Plan. Aber ihr wisst ja, wie das mit den Plänen meistens läuft. Da ich auf der letzten Reise schon etwas die Gegend erkundet hatte, wollte ich mit Püppi gestern einen See finden, der auf der Karte nicht eingezeichnet war und dazu mussten wir uns ein wenig mehr als sonst durch das Unterholz schlagen. Es war zwar wirklich sehr dichtes Unterholz, so dass ich trotz Bodenführung kaum mit Püppi durchkam, aber zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl uns in Gefahr zu bringen.

Unterwegs im Unterholz..irgendwo hier muss es passiert sein..

Höchstens, dass wir uns verlaufen.

Da war ich noch so happy und stolz auf mein Bienchen, dass wir den versteckten See tatsächlich gefunden haben

 

Wir mussten einen kleinen, aber tiefen Bach überspringen. Ich war noch so stolz auf meine Püppi, wie sie ganz lieb und sanftmütig ihren Sprung plante, und weich und kurz über den Bach hofpte. Das Ufer war sehr uneben, aber ich hab absolut nichts gesehen, und Püppi lief dann noch eine Stunde motiviert und vollkommen klar nach Hause.

Als ich auf der Ranch allerdings die Gamaschen abmachte, sah ich, dass ihr rechtes Bein etwas geschwollen und auch wärmer war. MIST!!!

 

Irgendwo muss sie sich doch verletzt haben, ich also gekühlt, Arnika reingestopft und Tonerde draufgeschmiert. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und leider wurden meine nächtlichen Sorgen bestätigt, denn am nächsten Tag war das Bein deutlich dick und deutlich warm. Ich war so deprimiert – ihr könnt euch das ja vielleicht vorstellen…vierter Reisetag und Abbruch?

Ich hab erste Hilfe fürs Pferd natürlich dabei. Also hab ich ihr Entzündungshemmer gegeben und ihren Fuss in einen Eimer mit kaltem Wasser gestellt. Danach gibt es dann den Tonerdewickel.

Dann hab ich mit meiner Schwester und meiner RB hin-und-her gesimst und mich ausgeheult. Danach bin ich zum See gefahren und hab noch ein bisschen mehr geheult. Es regnete in Strömen.

Das Wort “Strömen” hat mich an den schwedischen wintz-Ort “Strömmen” erinnert, an dem die größte Liebesgeschichte meines Lebens soweit, damals auf meiner allerersten Reise in die Wildnis, losging und ich hab noch mehr geheult…

Als ich mit Heulen fertig war, habe ich mich im Bikini in den Regen gestellt und bin dann baden gegangen. War total kalt. Und total schön. Mit klappernden Zähnen bin ich wieder zum Auto zurück und hab angefangen Pläne zu schmieden.

Planen kann ich gut, und planen fühlt sich gut an.

Mein vorläufiger Plan beinhaltete leider erst mal wieder um die Hilfe der Ranch 52 zu bitten. Jährlich grüßt das Murmeltier.

Denn nur, wenn ich mit Püppi hierbleiben könnte, wäre der Druck raus jetzt sofort eine Entscheidung treffen zu müssen, ob ich Püppi zur Abklärung und Genesung nach Hause bringen muss, oder ob ich mit Medikamenten und Kühlung noch ein paar Tage abwarten kann, wie sich das Bein verhält.

Ich hab Melanie und ihren Mann also gefragt, und sie haben mich so herzlich wissen lassen, dass ich mit Püppi so lange bleiben kann, wie wir es brauchen, dass ich direkt wieder in Tränen ausgebrochen bin. Heulen kann ich anscheinend mindestens genau so gut, wie planen.

Jetzt bleiben wir 5-7 Tage hier, ich kühle, gebe Entzündungshemmer und beobachte, ob sie irgendwie schmerzhaft aussieht. Wenn alles besser wird, entscheide ich dann, ob ich meine Reise vielleicht wenigstens eingeschränkt fortsetzen kann, und mit Püppi zu “meinem” geheimen Platz in Norden fahren kann (der Platz, an dem auch die Fotos für das Buch gemacht worden sind). Dort würde ich dann einfach noch ein paar Tage die Einsamkeit geniessen während Püppis Bein vor sich hin heilen könnte.

Ich habe jetzt also mehrere Optionen, abhängig vom Bein. Sollte sie irgendwie anfangen zu lahmen, kommt natürlich sofort der Tierarzt und es geht ab nach Hause. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt…

Im Moment steht sie ganz lieb mit einem Fuss im Eimer und pennt. Wie zuhause, harhar 🙂

..im Eimer stehen, kann sie mindestens so gut, wie ich Pläne schmieden <3

Ich bin noch nicht ganz soweit darüber Witze zu machen. Am vierten Reisetag gleich so ein Drama zu erleben hat mich ganz schön mitgenommen. Sich nach 5 Wochen einen wohlverdienten Backenzahn auszuschlagen, wie 2016, hat sich irgendwie richtiger angefühlt…

 

Drückt uns die Daumen…

Püppi, dickes Bein und Vaile

Unterwegs gen Norden…

Unterwegs gen Norden… Die dritte Nacht haben wir bereits draußen verbracht und bisher kommen wir gut voran. Wir sind immer noch mit Wagen und Hänger nach Norden unterwegs, lassen uns viel Zeit auf der Reise. Viel mehr als ich das sonst getan habe. Zum einen habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich immer so eine Hetze veranstalte auf dem Weg in die Einsamkeit, und ich kam darauf, dass es doch vielleicht auch ganz schön sein könnte, die Menschen denen ich auf dem Weg dorthin begegne auch mal Hallo zu sagen, statt ihnen nur zu winken, zum anderen hat Püppi mir immer wieder gezeigt, dass sie bei meinem Tempo nicht mithalten kann und ich bin fest entschlossen ein besserer Pferdemensch für sie zu werden.

 

Ankunft in Trelleborg, direkt beim Hafen haben wir unsere erste Unterkunft…

Da soll ich hingehen? Auf den SAND??

SAND, SAND, SAND!….FLUSS, FLUSS, FLUSS!!!

Wir sind zwei Nächte in Trelleborg am Strand geblieben und sind dort jeden Tag ausgiebig ausgeritten. Ihre zweite erste Begegnung mit dem Strandsand verlief nicht ganz so spektakulär, wie ihre Erste 2016.

 

 

 

 

 

Wir zählen Wellen…Püppi ist sicher, dass sie ein System erkannt hat

Geht doch, ich noch oben drauf, Pferd ruhig genug für ein Selfie..

So konnte ich sitzenbleiben, musste nicht absteigen und wir sprangen auch nicht mit einem 6meter Satz über jedes Rinnsal, sondern konnten es todesmutig fauchend und prustend, aber in Würde schreitend überwinden. Am ersten Tag sind wir noch über eine Stunde lang im schönsten Schulter herein weg vom Wasser geritten, Gott sei Dank auch auf dem Rückweg, man will ja beide Hände gymnastiziert haben. Am zweiten Tag war das Pony schon gerade gestellt und fast gelangweilt. Mein Plan geht also soweit auf. Zeit, ist bei diesem Pferd einer der Schlüssel; eigentlich witzig vom Schicksal, dass es mich auf diese Art zwingt langsamer zu gehen, und z.B die Menschen, denen wir begegnen auch wirklich zu sehen, im Moment zu sein, statt immer in der Zukunft. Was sollte mir diese Reise noch bringen? Ach ja, ohne Ziel sein zu können, im hier und jetzt glücklich sein zu können. Ok, irgendwann ist mir das wohl ein klein wenig abhanden gekommen bei all der Eile an mein Ziel zu kommen kein Ziel zu haben.

Meine Reitbeteiligung sagt immer, man bekommt das Pferd, das man braucht. Vielleicht ist das auch auf anderes im Leben adaptierbar. Vielleicht bekommt man immer das, was man braucht. Braucht wofür? Um der beste Mensch zu werden, der man sein kann. Das zumindest ist mein Ziel. Für mich. Ich möchte immer in den Spiegel sehen und mir sicher sein können, dass ich so gut handel wie ich es eben vermag.

Atmen..

Diese Reisen helfen mir dabei meine Mitte wiederzufinden. Und mein teilzeitbeklopptes Pony hilft mir dabei nicht an meiner Mitte vorbei zu hetzen.

Jetzt, jedenfalls, wo ich auf der nächsten Etappe halt gemacht habe und mir fest vorgenommen habe hier drei Nächte zu verweilen, bevor es an die anstrengendste Etappe der drei geht, steht sie entspannt mutterseelenallein in ihrem Paddock, brubbelt mich an, wenn ich es wage mich zu bewegen, die Unterlippe hängt, und sie tut so, als sei das bei ihr immer so.

“Komm halt zu Ruhe, dann komm ich auch zur Ruhe”, glubscht sie mich allwissend an. Ja, da scheint was dran zu sein. Und auch der Stier in mir, der grundsätzlich bei allem mit dem Kopf durch die Wand will und alles zur Not mit purer Willenskraft anschiebt, zuckt mit den mächtigen Schultern. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Es gibt Dinge, die kann man nicht erzwingen. Auch nicht, wenn man Hörner hat. Entspannung und glücklich sein gehören dazu. Glaubt mir, ich bin der Stier. Ich hab es versucht.

 

 

 

Der Stier und ich…wir werfen nur einen Schatten

Der Stier, Püppi und ich sitzen heute Abend am Lagerfeuer und schauen über den ersten See unserer Reise. Und atmen.

 

 

Bis zum nächsten Blog von unterwegs!

Vaile und Püppi (und Stier)

 

 

 

Und hier geht es zum Buch und zur Musik dazu, wer es noch nicht hat und es gerne hätte 🙂

Nächster Halt – Frei sein

In Relation : Ihrs…

meins..

Wir sind wieder unterwegs! Ihr wisst es vielleicht schon, seit einigen Wochen plane ich diesen Trip hinter verschlossenen Türen und erst sehr kurzfristig habe ich mich getraut, es auch wieder öffentlich mitzuteilen.

In meinem und Püppis Leben kann immer so viel dazwischenkommen, da ist es manchmal besser mit den Neuigkeiten zu warten, bis man sich ganz sicher ist.

 

 

 

So viel Platz nach vorne hatten wir noch nie…

Mein Gepäck…

Ganz sicher bin ich mir natürlich nie, aber immerhin schreibe ich diesen Blog schon von der Fähre aus, auf der Püppi und ich in den Norden schippern.

Zumindest kann ich jetzt mit Sicherheit sagen, dass wir es bis auf das Schiff geschafft haben 🙂

 

Püppi schläft, ich habe sie leicht sediert, damit sie der Krach auf der Fähre nicht aus der Ruhe bringen kann.

 

 

 

Direkt neben dem offenen Bereich für genug frische Luft auf der anstrengenden Fahrt…

Endlich wieder zusammen gen Norden…

Trotzdem wir so oft fahren bin ich wieder mega aufgeregt, ich hätte vielleicht lieber selber was von der Paste essen sollen…

Kann ich ja noch nachholen…

Die Peter Pan der TT-Line ist nur halbvoll, die Platzanweiser rau aber herzlich, so haben sie uns zu einem wirklich supertollen Platz geschnauzt, mit viel Platz nach vorne und hinten, falls ich im Notfall rangieren, oder gar die Klappe aufmachen muss, und direkt am einzigen Fenster. Besser kann ich nicht stehen, dafür habe ich mich gerne unverständlich aber freundlich zusammenrantzen lassen 🙂

 

Wenn man genug Futter ins Wasser tut, trinkt auch ein trinkfaules Pferd ein paar Schlucke im Hänger…

..zusammen im Hänger langweilen ist am schönsten..

 

Jetzt schippern wir gen Trelleborg, wo ich, wie immer sofort neben dem Fähren-Hafen eine Wiese für Püppi habe, damit sie dann nach der langen ersten Etappe sofort ausspannen kann.

Ich hab durch die viele Arbeit in den letzten Wochen eigentlich überhaupt nichts geplant, und mich beschleicht ständig das Gefühl, mehr als die Hälfte vergessen zu haben..kennt ihr bestimmt, so Träume in denen man z.B eine Prüfung schreiben soll, aber man hat nichts dafür gelernt? Oder in meinem Fall Premiere eines Theater-Stückes und ich hab völlig vergessen, den Text dafür zu lernen (waaah).

So träume ich auch total oft, dass ich im Wald unterwegs bin und mir plötzlich einfällt, dass ich den Sattel vergessen habe. Oder mein Feuerzeug. Oder meinen Schlafsack. Nun ist es eh zu spät. Aber alles was mir bis Trelleborg noch einfällt, kann ich ja eventuell dort noch besorgen.

Die letzten Wochen sind so an mir vorbeigeflogen, Kompositionen für das Musical “Die Schatzinsel”, der Testimonial-Deal mit SKEYNDOR, alles im Mördertempo, ich werde bestimmt ne Weile brauchen, um runterzukommen. Hoffentlich kommt Püppi gut an und hat nicht so ein Stress, wie auf dem letzten Turnier.

Unterwegs in den Wald und im Anhänger hinter mir alles, was ich brauche, um glücklich zu sein…

 

 

Zu…

Auf… Globoli to go von EQUITAO

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danke für deine tolle Reise-Globoli Betreuung, ich hoffe, ich brauche nichts davon, aber haben ist so viel besser, als brauchen!

Vor meiner Abreise kam noch unsere Sponsorin Nathalie von EQUITAO und hat uns überraschend etwas ganz liebes und tolles mitgebracht. Ein Globoli-Reiseset, mit den für uns und die Reise speziell abgestimmten “wichtigsten” Wirkstoffen und einen Anhänger für Püppis Halfter mit ihrem Namen und meiner Telefonnummer darauf; falls sie mir doch mal entwischt…Ich hab mich so gefreut! Vielen dank noch einmal..

Die nächsten Tage sind Reisetage mit dem Gespann, ich werde Strom und Netz haben und euch berichten, wenn ich dann den Wagen an der Strasse stehenlasse und verschwinde wird es unregelmäßiger, aber ich versuche dann im Nachhinein weiter zu erzählen…

 

Auf bald, passt alle gut auf euch auf!

Unsere letzte gemeinsame Wildnisreise zu dritt 2010

Püppi und Vaile; und im Herzen meine Marina

 

Und hier geht es zum Buch und zur Musik dazu, wer es noch nicht hat und es gerne hätte 🙂

Einen Sponsor für Püppi

Einen Sponsor für Püppi…

Ich freue mich wahnsinnig, Püppi und ich wurden von EQUITAO gefragt, ob wir Interesse an einem Sponsoring für ganzheitliche Pferdetherapie hätten. Was für ein Glücksfall für meine kleine Biene, wo doch die Muskelberge ständig gepflegt sein wollen und das Seelchen bei all unseren Reisen doch oft ganz schön strapaziert wird.

Nathalie Alvensleben von EQUITAO, Ostheopathin, Homöopathin, Akupunktörin (:)) steht uns ab jetzt zur Seite und versorgt mein Pony mit allem, was sie zusätzlich zu meiner Pflege braucht. Dort, wo ich muskulär im Training nicht hinkomme, kann Nathalie uns helfen, und dort, wo die Nerven blank liegen (vor allem meine) auch, und ich bin gespannt und glücklich über diese neue Entwicklung.

Wir haben nach Püppis Stressanfall auf dem letzten Turnier angefangen und sie bekam mit der Anamnese ihre erste Behandlung.

Faszien lösen … schnarch

Nackenmuskeln entspannen…ratzzzzz… <3

Es wurden:

… die Zungenbein/Kiefergelenk-Verspannungen gelöst

… Nackenmuskeln entspannt

… es gab Massage, Faszienbehandlung Rücken/Rückenfaszie. (Das fand sie so toll, dass sie sich am liebsten rückwärts auf Nathalie geschmissen hätte, um den Druck zu erhöhen :))

 

 

 

Die Massage war ihre Lieblings Massnahme <3

 

 

… Dehnung Nackenrückenband/Wirbelsäule über Schweiftraktion. (Hier hat Püppi so doll mitgemacht und gegengezogen, dass ich dachte, sie kippt gleich über nach vorne..)

 

… und Mobilisation der Bewegungseinschränkung vorne links

Nicht loslassen, sie fällt sonst um 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da sie COBler ist haben wir noch:

  • Stärkung eines Funktionskreises sowie Immunsystem, Entspannung Rücken und Stimulation von Körperregionen durch Akupunktur gemacht.

Wir haben dann noch ein paar Übungen “an die Hand” bekommen, die ich auch alleine im Wald auf meiner Reise, oder zwischendurch im Stall immer mal wieder machen kann. Auch hier zählt, Regelmässigkeit zahlt sich aus und ich baue unsere Übungen jetzt in unsere tägliche Routine mit ein.

Das war unsere allererste Begegnung so einer ganzheitlichen Art und ich kann das jedem nur empfehlen. Püppis Bilder sprechen glaube ich für sich, nach der Behandlung hätte ich sie zusammenfalten und in meiner Handtasche verstauen können, so weich, zufrieden, warm und glücklich war sie.

Vielen Dank Nathalie, dass du uns von nun an betreust, ich freue mich schon auf unseren Weg.

(Und Püppi sich erst!)

Püppi und Vaile

MFG Fotografie dankeschööön <3

 

 

Damit hätte ich nicht gerechnet…

Damit hätte ich nicht gerechnet… Ich wusste immer schon, was ich mal beruflich werden wollte und ich habe immer schon mit Interesse verfolgt, wer ich als Mensch mal sein würde.

Beruflich wollte ich Sängerin werden. Musikerin. Dazu Schauspielerin. Schon als ganz kleines Mädchen kamen diese Wünsche mir wie Tatsachen vor und ich hängte den ersten Traumjob – eine Prinzessin zu werden – dafür an den Nagel.

Dann hat das Schicksal mir diese ruhelose Seele verpasst und ich wurde Wildnisgängerin mit meinen Pferden.

Super, dachte sich mein Schicksal, dann machen wir doch gleich mal n Buch und am besten gleich noch den Kinofilm aus deinen Erzählungen über diese Reisen. OK, dachte ich, ich mach mit. Musikerin, Schauspielerin und Autorin. Das passt noch zusammen auf eine Visitenkarte.

Und jetzt?

Mein Schicksal guckt mich an, wie so ein Glotz-Emoticon – “wirst du noch Kosmetik-Model”, sagt es und tippt einfach weiter auf die Seiten meines Lebens, als hätte ich kein Wörtchen mitzureden.

Sommersprossen und dazwischen etwas Haut 😀

“Kosmetik – was?” sage ich, und weise es dezent auf meine jugendlichen 18 (+20) Jahre hin, und die Sommersprossen, die die Sonne während meiner regelmäßigen Wald-Touren mit einem Tapezierpinsel in mein Gesicht geschleudert hat.

“Naja”, sagt es, “Kosmetik-Testemonial; dabei kommt es mehr auf die Message und die inneren Werte an”…

Das hat es nett ausgedrückt, finde ich.

Aber im Ernst:

Ich freue mich sehr, dass ich zukünftig das Gesicht für SKEYNDOR by OLDI Beauty in Deutschland sein werde, vielen Dank für diese Ehre und euer Vertrauen!

Ich werde das neue Gesicht in Deutschland für SKEYNDOR by OLDI Beauty <3 Foto by Enrico Verworner

 

Mein erster Besuch bei SKEYNDOR OLDI Beauty in Wiesbaden, tolle Studios zum Instant-Entspannen.

Geschäftliches bei Keksen und Kaffee… ganz mein Fall.

Unglaublich netter Empfang im Hotel auf meinem Zimmer, schon mit 100 Produkten, deren Anwendungen mir später erklärt wurden..

Der Eingang zu meinem ersten Besuch bei SKEYNDOR in Wiesbaden… ein bisschen aufgeregt war ich schon 🙂

Ich muss mich erst mal akklimatisieren, soviel Aufmerksamkeit und Beauty-talk bin ich gar nicht gewohnt… 🙂

Olga Mommodova, die Geschäftsführerin bei OLDI Beauty hat mich für zwei Tage eingeladen, damit ich mir ein umfassendes Bild über die Produkte machen konnte, für die ich zukünftig meine Nase in die Kamera halte. Und was soll ich sagen.

Ihr kennt mich schon ein bisschen, ich bin kein “Beauty-Häschen”. Ich bin die, die ihre Fingernägel nur dazu benutzt sich im Wald die Splitter aus der Haut zu ziehen.

Aber ich bin natürlich auch ein normales Mädchen mit (fast) allen Klischees. Und ich liebe meine Haut.

Also möchte ich sie gerne so lange wie möglich, bestmöglich versorgen, ohne sie mit Spritzen, Messern oder Skalpellen zu malträtieren.

Als Schauspielerin stehe ich außerdem noch beruflich vor der Kamera und natürlich kommt es dort auch darauf an, wie man aussieht.

Naiv, wer anderes denkt. Und natürlich möchte ich meine Haut so lange ich kann jugendlich und gesund erhalten. Und auch, wenn ich dankbar bin, dass ich mit einem (hoffentlich) sympathischen Äußeren gesegnet bin, gibt es natürlich auch kleinere Problemzonen, die ich gerne angehen würde.

 

SKEYNDOR steht für ästhetisch-medizinische Kosmetik mit langzeitiger Wirkung.

Was das bedeutet? Ganz einfach: Keine Spritzen, keine Messer, keine Operationen. Nur hochentwickelte Techniken, die es der modernen Kosmetik erlauben höchstmöglichen Nutzen zu bringen und die Nährstoffe der Produkte dort hinzubringen, wo normale Crémes und Mittelchen keine Chance haben, überhaupt auch nur in die Nähe der Zelle zu kommen.

Ich bin selber sehr gespannt, aber eines kann ich schon mit absoluter Gewissheit sagen. Ich bekam vor Ort an zwei Tagen je eine Behandlung à 1,5 Std. gegen die Pigmentstörungen in meinem Gesicht, die meine engsten Freunde immer noch hartnäckig und liebevoll “Sommersprossen” nennen. Jetzt nichts falsch verstehen, ich liebe meine Haut, sie macht einen super Job und dazu gehören auch ihre Sommersprossen!

ABER, Pigmentstörungen sind keine Sommersprossen und durch meine wochenlangen Aufenthalte unter der Sonne haben sich eben solche nebst meinen Sprossen gebildet. Kann man mit leben, ist aber gerade vor der Kamera ein zunehmend unschöner Faktor.

vorher…

Ich bekam also zwei Treatments gegen Pigmentstörungen: am ersten Tag ein Peeling und verschiedene Masken, am zweiten Tag eine Ultraschall- und eine Mesoscience-Behandlung. Beides extrem angenehm und entspannend. Beides komplett schmerz und stressfrei. Und meine Pigmentstörungen im Gesicht sind einfach mal sichtbar um ca. 35% reduziert worden. Ganz ehrlich.

nachher…:D

Ich habe jetzt einen 4 Wochenplan und Produkte zur täglichen Anwendung bekommen. Und werde natürlich weiter berichten, aber so oder so, bin ich jetzt schon total begeistert und freue mich, dass ich diese Verbindung mit OLDI Beauty (genialer Name, ich weiß) für SKEYNDOR eingegangen bin.

Vielleicht hilft der einen, oder anderen dieser Blog auf der eigenen Suche nach den perfekten Produkten für eine gesunde Haut weiter. Alle Produkte gibt es natürlich auch zugeschnitten auf die männliche Haut 😉

 

Also, wenn ihr mein Gesicht demnächst auf SKYENDOR Plakaten seht, wisst ihr jetzt wieso 😀

P.S.: Und keine Sorge, ich lasse niemanden an meine Sommersprossen 🙂

Eure Vaile <3

Danke Media Consulting 4 u für die gute Arbeit!

Danke Enrico Verworner für die tollen Presse Bilder!

Danke MFG Design für das hosten meiner Plattformen!

Genie und Wahnsinn…

“Genie und Wahnsinn”…sagt meine Reitbeteiligung immer, seien in der Hollywood-Linie eben mit drin…tja.
Zumindest den Wahnsinn stellte meine Püppi eindrucksvoll und ausdauernd am Anreise Freitag in Birkholz zum AQ zur Schau. Dass sie, wie die Honigbiene, nach der sie benannt wurde, auch an normalen Tagen um andere Pferde herumgravitiert, wie um einen Topf Honig, ist mir ja bekannt und ich gebe ihr immer gerne die Zeit, die sie braucht, um sich nicht mehr so einsam zwischen den 200 anderen Pferden auf dem Platz zu fühlen. Sie war noch nie ein “Automaten-Pferd”, aber ich hab sie seit sie klein ist und versuche immer einen Weg um ihren inneren Stress herum zu finden. So war auch der Plan, als ich am Freitag als eine der Ersten mit meinem Gespann einrollte und mein Ross auf ihr Paddock stellte. Zuerst war sie wie gewohnt, etwas unsicher und besorgt, aber brav. Ich sattelte und wollte sie nach der langen Fahrt bewegen. Das Fatale, irgendwann kam ihr Love-Interest von zuhause an, und über die weite Prärie der Paddock-Wiese hörte er ihre Rufe. Und Antwortete.
Die nächsten 4 Stunden war ich dann damit beschäftigt nicht vom Pferd zu fallen, niemand anderen umzureiten, kein anderes Pferd aus dem Weg zu treten und hinter meiner großen schwarzen Sonnenbrille nicht den Verstand zu verlieren, denn mein Pony hatte offensichtlich keinen mehr.

Gähn…letztes Jahr..so entspannt können wir sein…

2 Stunden geritten, 2 Stunden geführt und es gab am Freitag kein, absolut kein, GAR KEIN Licht am Horizont des Gemütes meines Ponys. Ich war ziemlich verzweifelt (hinter meiner Sonnenbrille).

Sie hat zuletzt, einige aus der Halle werden sich vielleicht erinnern, in ihrem Wahn sogar eine völlig neue Gangart an der Hand erfunden. Sie konnte die Füsse nicht still halten, wollte scharren, springen, buddeln, toben und musste doch neben mir Schritt gehen, ohne mich umzurempeln. Der hohe Stresspegel liess sie völlig überschnappen und sie fing an, während sie vorwärts ging, die Beine bei jedem Schritt in die Luft zu werfen, wie ein kraulender Freischwimmer auf Speed, die absurdeste Parodie eines spanischen Schrittes. Und das nicht für kurze Zeit, nein, die GANZE Zeit.

Sie tat mir einfach nur leid. Ich tat mir auch etwas leid.

Und ich habe zum ersten Mal in 20 Jahren Pferdehaltung gedacht, wir fahren wieder nach hause. Versteht mich nicht falsch. Es ging nicht um Schleifen. Wir waren am Freitag zu einem Sicherheitsrisiko geworden. Mein Pferd war zwischen Kleben, neuer Umgebung, Stresspegel und inneren Geistern so zerrissen, dass ich es nicht in den Griff bekommen konnte. Das zu begreifen, bedeutete für mich einen herben persönlichen Rückschlag zu akzeptieren. Ich bin doch die, die mit ihrem Pony in die Wildnis geht. Aber, wo war das Pony nur hin, das mit mir in die Wildnis ging??

Völlig geknickt hörte ich (und auch alle anderen, es tut mir leid!) die ganze Nacht dem hysterischen Gewieher meiner Stute zu, die auf ihrem Paddock auf und ab rannte, und ich sagte am nächsten Morgen, ebenfalls zum allerersten mal in meinem Turnierleben, eine genannte Prüfung ab, weil ich uns nicht in der Lage sah, auch nur ansatzweise zu funktionieren, ohne Schaden zu nehmen, oder zu verursachen.

Warum das hier so ein Roman wird, ich habe unendlich viel gelernt an diesem Wochenende, und das wollte ich teilen.

Ich denke ja insgeheim immer, ich weiß schon so viel, ich kenne doch mein Pony, meine Wildnis-Partnerin, meine Turnier-Biene, meine Freizeit-Komplizin, mein “Fohlen”, das ich seit 11 Jahren an meiner Seite habe! Und dann kommt so ein Tag, an dem sich alle schwachen und schlechteren Charakter Eigenschaften auf eine Weise potenzieren, die meine kleine Biene zu einem gequälten, unglücklichen, aber leider auch gefährlichen und unkontrollierbaren Biest werden lassen. Und obwohl sie nie ein einfach zu reitendes Pferd war, obwohl ich ihre Launenhaftigkeit kenne, ihre Angstanfälle in Hängern und ihren Trennungsstress. Trotz der 11 Jahre Erfahrung mit ihr und den 20 Jahren mit meiner Tinkerstute davor, habe ich mich tatsächlich davon einschüchtern lassen. Ich habe tatsächlich gedacht, dem bin ich nicht gewachsen, und das kann ich nicht aushalten.

Aber wisst ihr was;

nach einer durchwachten Nacht, 2 grauen Haaren und einem Liter Kaffee von Nachbarin Kathleen bin ich dann doch wieder aufgestiegen. Ich habe mein immer noch rotierendes Häufchen Elend geputzt, liebgehabt und gehofft, sie schmeisst mich nicht ab. Mehr hab ich von uns nicht verlangt. Und das hat sie auch nicht. Jede Minute unter dem Sattel an diesem neuen Tag wurde sie etwas sicherer, und ihr liebevolles, fleissiges und zuverlässiges Selbst blitzte immer mehr durch das dicke Biest-Fell.

Am Samstag Abend war sie wieder mein geliebtes Pferd und am Sonntag war sie sogar wieder das beste Pferd der Welt. Wir konnten uns tatsächlich auch noch gut platzieren, aber ich hab bei all dem Stress dann auch einen Gehirnausfall erlitten und die Pattern gleich mehrfach vergessen. Allerdings mit dem erleichtertsten und glücklichsten Gesichtausdruck aller Zeiten, denn mein Pony war wieder mein Pony und die Patzer kamen alle von mir. So glücklich war ich noch nie über meine eigenen Fehler.

Das war eine ziemliche Odyssee für uns und ich wollte das gerne mit euch teilen. Die Meisten kennen uns immer nur vom sehen, die hübsche, brave Püppi und mich hinter der großen Sonnenbrille. Manchmal ist es nicht, wie es scheint.

Immer hinter schwarzem Glas…

Aber ich habe etwas ganz wichtiges gelernt, von dem ich eigentlich dachte, ich wüsste es längst.

Wir sind eben alle, wer wir sind. Jeder ist, wer er ist. Auch Püppi ist, wer sie ist. Mit allen Höhen und Tiefen.

Und wenn man zusammen sein möchte, darf man sich nicht verjagen lassen, wenn die Schatten mal aus der Tiefe kommen.

Auch nicht, wenn sie länger bleiben, als erwartet.

Ich dachte, ich wüsste das. Jetzt weiß ich es wieder.

Vielleicht hat jemand ähnliches zu erzählen, ganz bestimmt habt ihr alle eure Geschichten und ich freue mich über jede, die ihr erzählen mögt 🙂

Eure Vaile und das Teilzeit-Monster

Wir sind, wer wir sind <3 Und wenn der Wahnsinn das nächste Mal die Oberhand bekommt, erinnere ich mich daran, dass er auch wieder geht…

Mein Herz-Fohlen, mein Wildnis-Pony, meine Freizeit-Komplizin, mein Turnier-Kämpfer; mein Teilzeit-Monster

 

Berlinale 2018 – Leuchtendes Plankton für eine Nacht

Meine Berlinale war diesmal geprägt von Arbeitstreffen mit verschiedenen Organen der Film und Fernsehindustrie. Als Schauspielerin bin ich eigentlich permanent am Kontakte machen und pflegen. Die Berlinale bietet neben ihrer Hauptplattform für die besten Filme auch den Boden für eben diese Aufgabe. So gut wie jeder Branchenmensch ist zu dieser Zeit in der Stadt und meine Woche war geprägt von persönlichen Terminen und abendlichen Events.
Wie jedes Jahr blicke ich irgendwie reumütig zurück und frage mich, welche Filme ich eigentlich gesehen habe…”Filme?” Fragt mein Hirn, “welche Filme?”
Also bemühe ich die Pressemitteilungen um überhaupt zu wissen, was wann und mit wem gelaufen ist. Freue mich im Nachhinein, staune und bewundere oft auch den Mut mit dem andere Gleichgesinnte ihr Lebenswerk an das Tageslicht prügeln, oder doch zumindest in das Licht eines Kinoprojektors.

In den abendlichen Veranstaltungen tummeln sich alte Bekannte, neue bald Bekannte und gänzlich mir Unbekannte. Alles ist, wie immer, geprägt vom Hunger der Jobsuchenden, allein der Glanz in den Augen der nachströmenden Schauspieler und Schaupielerinnen reicht aus, um Berlin für eine ganze Woche umsonst zu beleuchten.

..zwischendurch im Studio am neuen Musikalbum arbeiten..das Herz will, was das Herz will

Ich bin eines der kleinen Lichter im funkelnden Meer, treibe auf Nahrungssuche durch das nächtliche Berlin und ernähre mich vom Schall und Rauch, vom Glanz und Blitzlicht auf den roten Teppichen.

Neben den Produzenten und Redakteuren mit denen ich mich treffe, um sich gegenseitig upzudaten,

treffe ich mich mit Drehbuchautor und Regisseur meines Buches “Frei Sein” Dirk Ahner. Er hat gerade den Film Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer  im Kino. Unser gemeinsames Projekt “Frei Sein”

läuft, aber wie alles beim Film, läuft es langsam bis es dann sich überstürzend den Berg hinabrollt und man Mühe hat noch hinterherzukommen. Wir geniessen die Ruhe vor dem Sturm und liefern den Mühlen beharrlich Stoff zum Mahlen. Ich habe ein ganz warmes und gutes Gefühl im Bauch. Den auf und ab hüpfenden, glitzernden Planktonteilchen aus denen ich dieser Tage gänzlich zu bestehen scheine zum Trotz, fühle ich mich ruhig und besonnen. Zuversichtlich.

Mit lieben Freunden Produzent A.G und Kollege H.J

..auf dem Weg zum Zoo-Palast..

Auch das Treffen mit meiner Literaturagentin läuft bestens. Es ist komisch, alles fühlt sich an, als würde die Luft flirren. Als wären wir, nach diesem langen Weg den Berg hinauf nun kurz davor das Gleichgewicht auf seinem Höhepunkt zu verlieren um auf der anderen Seite Fahrt aufzunehmen.

Alles hält den Atem an und macht sich bereit loszutoben, wir wissen nur noch nicht, ob es jetzt passiert, oder hinter der nächsten Kurve.

Ich beruhige mein wild schlagendes Herz wieder einmal und zurre es mit einem weiteren Seil am Boden fest.

Aber es will heute leuchtendes Plankton sein und mit den anderen durch die Nacht wirbeln.

Und für diese eine Woche gebe ich ihm nach – und wir toben durch den glitzernden Strom. Ein kleines Licht unter Millionen von anderen.

 

 

Berlinale? Plankton?…gib mir n Keks!

..vorher..

..nachher…

Auf ins Getümmel…

Mütze für die Frisur, flache Schuhe für die Füsse, gute Laune fürs Herz…

Zwischen Glamour und (Pferde)-Scheiße, schönes und nicht so schönes von der Fashion Week…

..es war wieder so weit..die Fashion Week in Berlin startete am 16.01.2018 und alles glänzt und schaut und staunt, was die verschiedensten Designer, Künstler, Organisatoren (und alle -innens) sich dieses Jahr ausgedacht haben, um unsere Welt wieder ein bisschen bunter und schöner zu machen…

Ich bin auch wieder eingeladen gewesen und hab mich sehr gefreut ein paar neue, und/oder auch schon bekannte Gesichter auf den verschiedenen Events wieder zu sehen!

Meine Woche sah ab dem 15.Januar in etwa so aus:

Montag 6.30 aufstehen und im Auto von Hamburg nach Berlin düsen.

-Pferd auf dem Weg versorgen.

…ihr Kopf war die einzige matschfreie Zone <3

Mein Pony steht maximal eingesaut in ihrem Lieblingsmatschloch und brummelt mich verliebtvergnügt an. Sie weiß, ich kratze sie frei, egal wie sie aussieht, mach ich ja auch mit meinem Auto, und wir gehen diszipliniert zum Training. Die Turniersaison steht vor der Tür und wir haben unsere Berlin Brandenburg Trophy schon zu lange nicht mehr verteidigt..

-vereist und omniverdreckt geht es direkt in meine mini-Badewanne, in der ich versuche meine Fingernägel in etwas zu verwandeln, was sie einfach nicht sein wollen..

Eingekleidet in einen wunderschönen Mantel von Tatjana Prijmak geht es dann zur Fashion Hall, meiner ersten Veranstaltung auf Einladung von Organisatorin Samira Günther. Vielen Dank für Deine Einladung!

Designerin Tatjana Prijmak hat mir diesen wunderschönen Mantel zur Verfügung gestellt <3 Foto Enrico Verworner

Die Location wunderbar, die Gäste fühlen sich wohl, es ist warm und alle sind freundlich. Über Mode kann man sich ja bekanntlich etwas streiten, aber über gutes Handwerk nicht. So sitzen wir in der ersten Reihe und schauen bewundernd, staunend, rätselnd und mitunter auch zu Boden, wenn wir modisch etwas nicht mehr so ganz nachvollziehen können. 🙂

Weiter geht es am Dienstag wieder mit Training im Schnee-Matsch und anschliessender Show von Callisti Fashion im E-Werk.

Meine Meinung zu Callisti? Bitte mehr davon, das war so toll <3 Ich liebe eure Mode, die Models waren toll ausgesucht und sind super gelaufen, hat mir richtig gut gefallen..

Auch am Dienstag steht mein Pferd, als ich morgens zum Training antanze, in ihrem Schlammloch und beweist mir und der renommierten Deckenmanufaktur B.., dass auch die tollste Decke einem mit Eismatsch gefülltem teichgroßem Dreckloch nicht gewachsen ist, indem sie sich hineinwirft, als wollte sie sagen “und was machst du jetzt?” – Freikratzen, was sonst …

Im Anschluss wieder Mini-Badewanne, Kampf mit meinen Fingernägeln, schwarzer Lack drauf, fertig..(manchmal wäre auch ganzkörper schwarzer Lack sinnvoll bei mir :D)

..ich war mal ganz casual in Seidenbluse und Hose… Foto Enrico Verworner

Am Mittwoch lädt mich dann die Beauty Lounge wieder ein und ich darf mich durch neue Produkte testen, bekomme wieder jede Menge Samples zum Probieren mit nach Hause und freu mich jetzt schon aufs nächste Mal..

Am Donnerstag hab ich dann mal “nur” Bandproben, freu 🙂

So, ich muss jetzt wieder los, aber eines noch, was mir unheimlich wichtig ist:

Ich habe nicht allzuviel Ahnung von Mode, ich respektiere jede Kreation und jeden schöpferischen Gedanken.

Was ich aber überhaupt nicht respektiere, und an dieser Stelle auch nicht tolerieren möchte ist, wie manche Models auf den Laufsteg gelassen werden.

Zu etwas anderem als Mitleid bin ich da nicht mehr in der Lage und niemand schaut mehr auf die Mode, wenn das Model so aussieht, als würde sie jeden Moment tot umfallen, wenn jeder nur bangt, dass sie es bitte wieder heil in die Umkleide schaffen möge.

Zwischendurch wollte ich einen Krankenwagen rufen. Oder einen Psychiater. Oder Beides.

An dieser Stelle gibt es von mir keine Fotos und keine Namen, denn ich möchte niemandem etwas böses.

Aber ich habe leider welche und mir wird ganz schlecht, wenn ich sie mir ansehe.

Einige großen Labels machen es uns vor, und haben eine Gewichtskontrolle mit Gesundheitsattest eingeführt. BITTE BITTE BITTE liebe Designer, liebe Models, liebe Modebegeisterte, hört auf damit.

Hört auf euch kaputtzumachen.

Hört auf euren heiligen und wunderschönen Körper mutwillig zu zerstören.

Leben ist so ein Reichtum. Gesundheit ist alles.

Und es gibt bereits Veränderungen. Nehmt sie bitte an.

Versteht mich nicht falsch, als Konsument, mag ich “dünn” (bis zu einem Grad!).

Ich verstehe auch, dass eine gewisse Androgynität bei vielen Desings von Vorteil ist.

Ich verstehe, dass die Mode im Mittelpunkt stehen soll und nicht die Kurven einer Frau oder eines Mannes. Aber es gibt für alles Grenzen und diese Grenze heisst Gesundheit.

Wir alle haben eine Vorbildfunktion für unsere nachwachsenden zweibeinigen Rohstoffe.

Wie wollen wir unseren Kindern, die sich direkt ins Krankenhaus hungern erklären, dass Magersucht und Magerkeit nicht der Weg ist, der uns glücklich alt werden lässt, wenn wir auf der anderen Seite einen beruflichen Umstand dulden und fördern, in dem genau diese Diskrepanz im Vordergrund steht und beklatscht wird.

In diesem Sinne, geniesst die Mode der Fashion Week und danke an alle, die sie unterstützen und für uns erhalten. Ich bin ein großer Fan. Und ich ess jetzt n schönen großen und gesunden Salat.

Ahoi, eure Vaile

 

 

Aus den Goodiebags.. ..das hier ist sehr schön..Schmuck aus Goldgras! Noch nie gesehen. Hier in Form einer Dokumenten-Klammer…total hübsch!

Aus den Goodiebags.. jaaaa…auf das Bartpflege-ÖL freue ich mich am meisten 😀

 

 

 

Jetzt darf ich es endlich verraten…

Was war das nur für eine wahnsinnige Woche. Irgendwie ist mir, als wäre ich von Sonntag zu Sonntag gehopst und hätte einfach die letzten sieben Tage nicht erlebt.

..mein Klavier und ich, einfach unzertrennlich 😀

Es ist schon wieder Sonntag und ich weiß nicht so richtig, wie ich hierhergekommen bin…

Sonnenuntergang am Schloss Belvedere….die Schlossmauern schon angestrahlt mit einem Blumenmeer vom Potsdamer Lichtspektakel…

…schöner kann eine Nacht nicht sein…höchstens wärmer 🙂

…wunderschön…

Ich hatte euch ja schon auf Facebook von einer kleinen Überraschung erzählt, an der ich im Rahmen meiner Arbeit für Berlin leuchtet und dann Potsdam leuchtet gebastelt habe, aber ich durfte vor meinem Konzert und der damit zusammenhängenden Premiere unserer Überraschung, nichts verraten..
Als ich vor zwei Wochen für Berlin leuchtet die Gala gesungen habe, fragte mich Alice Paul-Lunow, Veranstalterin des Potsdamer Lichtspektakels, ob ich nicht auch für das Potsdamer Lichterfest singen wöllte. Klar, wöllte ich 🙂
Und dann hat sie die Idee gehabt, dass es doch total schön wäre, wenn Potsdam seine eigene Licht-Hymne bekommen könnte. Ob ich die nicht auch schreiben könnte. Wow. Ja, gerne! Öhm.. wie lange ist es bis zur Premiere…?

..Soundcheck bei Mona Seebohm…

Selfie hinter der Bühne vorm Auftritt…es war so kalt, dass wir beide immer nur einen Song spielen konnten, bevor uns die Finger abfroren…

Lasergeige, Leuchtkleid und Lichter-Hymne an einem verzauberten Ort…

Fotograf Enrico Verworner in vollem Einsatz…<3

Ab dann begann ein Marathon an songwriting, texten, produzieren, korrigieren, aufnehmen, mastern, proben für die Premiere, Noten schreiben für Mona Seebohm an der Violine (Violinen-Noten…äh….ok…versuche ich zu schreiben), Lichtkleid von Vagalume organisieren und und und..
Die Premiere der Potsdamer Lichter-Hymne fand dann am Freitag den 3.11.2017 um 20:30 auf der Wasserbühne vor Schloss Belvedere in Potsdam statt. Begleitet wurde ich von der großartigen Mona Seebohm an der Laservioline und geleuchtet habe ich in einem Kleid von den Lichtkünstlern der Vagalume Light Performances, hinter mir wurde das Schloss Märchenhaft mit Blütenmeeren beleuchtet während unser Trockeneis Nebel langsam durch die Strahlen der Laservioline zog und über dem Wasser schwebte.
Vielleicht das schönste Venue, an dem ich je spielen durfte, sogar der Mond hat für uns geleuchtet.
Es war zwar arschkalt, aber wir haben November und wozu gibt es Glühwein 🙂
Für mich ein zauberhafter Abend mit tollem Publikum, und tollen professionellen Kollegen.
Danke Alice Paul-Lunow, für das Vertrauen in meine Arbeit. Ich bin sehr gespannt, was du mit der neuen Hymne für Potsdam noch alles anstellen wirst.
Danke Mona Seebohm für deine tolle Begleitung, die meine Songs komplettiert haben, ich hoffe wir haben noch viele weitere schöne Konzerte zusammen!
Danke auch Enrico Verworner, ohne dich hätte ich weder in Berlin, noch in Potsdam geleuchtet und deine Fotos bringen mich jedes Mal zum strahlen <3

Ich freu mich auf das nächste Konzert mit euch und bis dahin, kommt gut in den Winter
Eure Vaile

 

Und hier der Link zu einem kleinen Mitschnitt des Konzertes und die Lyrics zu Potsdam erster eigener Licht-Hymne : “Potsdam Im Licht

Potsdam im Licht

Hey dein Glas ist wieder leer, 
wie lange sitzen wir schon hier

Auf alten Steinen, altem Glanz
von Krieg und Liebe, Leid und Tanz

Du hast nie dem Sand vertraut
Bist für die Ewigkeit gebaut

Hör nicht auf zu reden 
In dieser leuchtend hellen Nacht

Hör nicht auf zu leben 
In dieser strahlend schönen Stadt

Hör nicht auf mich, 
Hör nicht auf mich zu bewegen

Hörst du mich, hörst du mich 
Potsdam im Licht

Hey mein Glas ist wieder leer, 
dich zu vergessen fällt mir schwer

Selbst in den Schatten deiner Lichter krönst du mich
und ich leuchte nur für dich

Deine Seelen greifen tief, 
Wie die Pfähle, die niemand sieht

Hör nicht auf zu reden, 
In dieser leuchtend hellen Nacht

Hör nicht auf zu leben, 
In dieser strahlend schönen Stadt

Hör nicht auf mich, 
Hör nicht auf mich zu bewegen

Hörst du mich, hörst du mich 
Potsdam im Licht

Lass dich fallen, lass dich untergehen

Vom tiefsten Grund nach oben, werden wir gehen

Noch in der Tiefe kann ich dich leuchten sehen, 
wie die Sterne dort oben

Hör nicht auf zu reden, 
In dieser leuchtend hellen Nacht

Hör nicht auf zu leben, 
In dieser strahlend schönen Stadt

Hör nicht auf mich, 
Hör nicht auf mich zu bewegen

Hörst du mich, 

Hörst du mich 

Potsdam im Licht

Ein Klavier, ein Klavier, ein Königreich für ein Klavier!

Der Blick von der Bühne in den Zuschauerraum des MOA Hotels in Berlin…

Die Bühne eine Stunde vor Beginn… kein Klavier weit und breit…

Im Februar diesen Jahres begann meine Reise mit BERLIN leuchtet e.V… Enrico Verworner, einer meiner Lieblingsfotografen, lud eine Freundin und mich zu seiner Vernissage im Rahmen der Berlinale ein auf der ich Andreas Boehlke kennenlernte. Andreas Boehlke, kurzgesagt, bringt alles, was man so kennt in Berlin zum leuchten… die wundervollen Lichter Unter den Linden zur Weihnachtszeit, den Christmas Garden in den botanischen Gärten, und eben halb Berlin und seine schönsten Gebäude während des Lichterfestes in Berlin.
Für die Eröffnungsveranstaltung und die Abschluss-Gala lud er mich ein am Flügel zu singen und ich bin natürlich nur zu gern der Einladung gefolgt. Eingekleidet wurde ich von den Lichtkünstlern von VAGALUME Light Performances und durfte in einem leuchtenden Kleid am Flügel meine HERZDISKO vorstellen… was für ein schöner Rahmen…

Das wunderschöne Kleid von VAGALUME Light Performances …

..zusammen mit den Lichtkünstlern von VAGALUME und ihren LichtPferden..

Man erkennt es kaum, aber zwischen den Helfern befindet sich mein Konzertflügel auf dem Weg vom Foyer quer durch das ganze Hotel zur Bühne… 😀

..in aller letzer Sekunde steht der Flügel auf der Bühne…

Als ich aber eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung zum Soundcheck kam, sah ich in betretene Gesichter; das Klavierunternehmen, welches das Stage-Piano hätte bringen sollen, hatte uns sitzengelassen und nun gab es kein Klavier…!
So etwas ist mir dann in rund 15 Jahren Konzerte geben auch noch nie passiert und alles hing am Telefon, um den Abend und das Konzert zu retten… so ganz a Capella wäre ja irgendwie schiet gewesen…
Die Rettung stand dann im Foyer des MOA Hotels, ein wunderschöner, allerdings vollkommen verstimmter kleiner Konzertflügel.
Da wurde nicht lange gefackelt und ca. 20 Mann der Belegschaft des Hotels packten mit an, um das Ding nicht nur durch das ganze Hotel zu schleifen, sondern auch noch auf die 80cm hohe Bühne zu hieven. Der rote Teppich wurde wieder beiseite gerollt, die Tische verschoben und noch ehe ich auf meinen High Heels hinterher stacksen konnte, stand der Flügel auf der Bühne; et voilà! Und natürlich jetzt erst recht katastrophal verstimmt… Der Klavierstimmer war aus Potsdam herangerast und machte sich an die Arbeit. Er war noch voll bei der Arbeit, als die Gäste langsam eintrudelten und ihre Plätze einnahmen, aber …

Endlich zusammen auf der Bühne, der kleine Flügel und ich…

… in allerletzter Sekunde stand dann alles an seinem Platz! Der Flügel war zwar nur auf 40 Mhz gestimmt, statt auf 41Mhz, aber hey, irgendwas ist ja immer! Mein Klavier zuhause hat, glaub ich, nur noch 36Mhz und weigert sich beharrlich sich noch einmal höher stimmen zu lassen… ich glaube dem Publikum war es schnurzegal und ich durfte den Abend am frischgestimmten Flügel in einem leuchtenden Lichterkleid mit den Songs meiner neuen Platte HERZDISKO eröffnen… Was für ein schönes Abenteuer <3

Mit dabei Musik Produzent Johannes Tibursky… Wir haben schon wieder ein Geheimprojekt zusammen… 🙂

Auch mit dabei, Mona Seebohm, die einzige Laser-Violinistin in Deutschland. Beeindruckend!

 

 

Ich bin jetzt runder – die sinnlosen Hohlräume zwischen uns.

Die sinnlosen Hohlräume zwischen uns.

Ich weiß nicht, wie es euch in eurem Leben, auf euren Wegen so ergeht, aber ich dachte gerade, dass mich mein Leben doch auch ganz schön rundgeschliffen hat. Vieles was ich als Mädchen nie wollte, oder zwischenmenschlich nie toleriert hätte, hat sich in den Jahren relativiert.

Ich akzeptiere die Meinungen von anderen, auch wenn sie nicht meiner Meinung entsprechen. Ich lasse viel mehr leben, nicht um selber am Leben gelassen zu werden sondern, weil ich lerne, dass Leben immer schön ist. Irgendwie. Egal welche Überzeugungen man für sich gefunden hat.

Früher dachte ich von mir als „rund mit all meinen Ecken“. Und natürlich ist meine Form noch immer dieselbe, aber ich merke, dass ich mich durch den strengen und gnadenlosen Beruf als Schauspielerin und Musikerin doch auch irgendwie etwas angepasst habe.

Nicht in meiner Kunst – aber in meinem Glauben an Bewegung und Berührung in der Welt.

Wenn mich die Jahre eines lehren, dann dass das Leben grundsätzlich unberührt und teilnahmslos an uns Menschen vorüberzieht. ES interessiert sich nicht dafür, was wir tun oder lassen.

Mit der Zeit (und die Zeit herself hat ja unendlich viel davon), verschwinden wir Individuen irgendwie. Es kommen ja immer Neue. Es ist nicht wichtig WER eine zündende Idee hat, nur DASS sie kommt. Es entstehen immer neue Hoffnungen und Pläne in immer neuen Menschen und manchmal setzt sich eine Idee durch und wird in die lange Reihe der überlieferten Erzählungen aufgenommen. Das ist gut. Das ist was unsere Geschichte am Ende ausmacht.

Eine Idee aus Millionen von Träumen, Hoffnungen und Taten, schlechte wie gute, eingereiht wie eine Perle in die Kette unserer Geschichte.

So lebe ich als Individuum in meinem Beruf mit voller Hingabe, Träumen und Hoffnungen, Taten und Versäumnissen – und bin ganz zufrieden mit meiner Zeit; große, einzigartige Ideen hin oder her.

Aber ich bin auch ein bisschen weniger hungrig, weniger sehnsüchtig geworden – und dafür bewusster im Jetzt.

Nicht mehr so sehr in der Zukunft.

Ich habe jetzt seit 37 Jahren die Zukunft vor Augen gehabt und komme langsam dahinter, dass der Horizont, zu dem ich immer wollte, irgendwie nie näher gekommen ist. Er ist immer noch genau da, wo ich ihn in der Ferne immer leuchten sehe.

Wenn ich nach vorne schaue und all die wunderbaren silbernen Streifen dort sehe, die mich locken und anziehen, merke ich langsam, dass sie nicht näher kommen, egal wie schnell ich laufe.

Als würde der Abstand zwischen mir und meinen Träumen nie geringer werden. Im selben Maße, wie ich ja auch nicht aufhöre zu träumen …

Ich fühle mich nicht verarscht vom Horizont – ich fange nur an zu begreifen, dass Vorwärtsgehen etwas ist, das nie aufhört.

Dass “Ankommen” nur stattfinden kann, wenn ich stehenbleibe und das Jetzt zu meinem permanenten Zuhause mache; meinem finalen Ziel …  und – will ich das?

Will ich den Horizont aufgeben, um irgendwo anzukommen?

Dann denke ich an all die schönen Sprüche: „Der Weg ist das Ziel“ und so … und ja, das ist auch schön.

Im Jetzt sein, die Reise genießen. Den Fahrtwind im lächelnden Gesicht.

Aber immer wieder ertappe ich mich bei Gedanken in der Zukunft, nicht im Jetzt – ich tue etwas im Jetzt, um in der Zukunft irgendwas zu erreichen.

Das ist doch nicht „den Weg genießen“ und „im Hier und Jetzt“ sein.

Und klar, die Gesellschaft in der ich lebe, lebt es mir vor. Verlangt es geradezu. Altersvorsorge, Versicherung für den Fall der Fälle … etc., etc. … Zukunft, Zukunft, Zukunft …

Ich möchte gerne im Hier und Jetzt sein.

Aber ich möchte auch keine Angst vor der nächsten Kurve haben.

Deswegen blicke ich dann doch angestrengt nach vorne und versuche abzuschätzen, wie weit der Weg zum Horizont noch ist.

Und während ich das tue, merke ich, passe ich mich in vielen Situationen an.

Ich passe mich an meine Mitmenschen und Kollegen an.

Ich passe mich an die Bedürfnisse meiner Liebsten an und versuche der beste Mensch für sie zu sein, der ich sein kann.

Ich passe mich an meinen Beruf an, dem ewigen Spiel und dem ewigen Wettbewerb um Jobs.

Ich passe mich an die Regeln des Musik Business an und habe längst aufgehört zu lamentieren, dass Kunst keinen Regeln folgt. Ähm. Das wäre ja auch irgendwie eine Regel. Ich weiß langsam, dass es eben doch einen Unterschied macht, ob man etwas zu sagen hat, oder ob man nur etwas sagt, um Zustimmung zu bekommen.

Ich weiß auch, dass es einen großen Unterschied macht, ob ich eine Passion habe, mit der ich Geld verdienen kann, oder ob ich erst Geld brauche, um eine Passion haben (und ausleben) zu können.

Für uns Künstler wohl die ewige, wichtige und existentielle Frage.

Ich habe eine gute Mitte gefunden, die Dinge zu tun, die mir am Herzen liegen und trotzdem in meinem Output so nah an den Wettbewerbsregeln zu spielen, dass ich auch davon leben kann.

Aber all das Denken und Winden, das sich Anpassen und Umformen, das Grübeln und Verstehen, hat Spuren hinterlassen.

Ich mit 8 … ich hatte wohl schon immer ausgeprägte Vorstellungen von Ecken und Kanten 😀

Ich bin jetzt runder.

Ich fühle mich trotzdem noch ganz wie ich, aber ich sehe mich an und denke, ich bin ein flacherer, runderer Kieselstein geworden, als ich vor 20 Jahren einmal war.

Ohne Wertung.

Vielleicht ist es das, was passiert, wenn man ewig die Nase begeistert in den Wind hält und die Geschwindigkeit geniest.

Der Wind ist wunderbar; aber er reißt an einem und irgendwann schleift er einen wohl auch ein bisschen rund.

Nur; wenn das allen so geht …

Wenn wir alle mal tausend Ecken und Flächen hatten, wie Flusskiesel, und wir alle werden runder mit der Zeit und schleifen unsere Kanten langsam ab …

Was bedeutet das dann für unser Miteinander?

Wenn man eine beliebige Fläche mit flachen, runden Flusskieseln auslegt, ganz eng aneinander, berühren sich die runden Steine nur auf einer winzigen Fläche. Und dazwischen entstehen große Zwischenräume. Ich frage mich manchmal, ob wir mit Ecken und Kanten nicht besser zueinander passen würden, ob wir nicht enger beisammen liegen könnten. Sicher einige Ecken würden gar nicht passen, aber dafür wären vielleicht viele Nischen und Flächen direkt für einander geschaffen und viele Zwischenräume würden verschwinden. So rund, wie wir alle sind, haben wir kaum Kontakt. Und je runder wir werden, desto kleiner wird die Fläche mit der wir uns berühren können.

Vielleicht sehen wir uns deshalb immer weniger, als wer wir sind.

Und vielleicht fallen deswegen so viele ins Bodenlose.

Durch die Lücken zwischen uns Steinen.

Mode, Wimpern-Extensions, Dildos – alles was man so braucht, …

.., bekommt man auf der Fashion Week in Berlin!

Wie jedes Jahr tummle ich mich im Januar auf der eiskalten Fashion Week in Berlin. Dieses Jahr gibt es zum ersten Mal kein Mercedes Zelt am Brandenburger Tor, sondern die Shows der Fashion Week finden zum größten Teil im alten Kaufhaus Jahndorf statt.

Ungewohnt, aber nicht weniger spannend. Im Gegenteil, IMG, der Veranstalter der Mercedes Benz Fashion Week, verbindet mit dem Umzug ins neue alte Gemäuer ein Konzept, um junge Designer noch mehr zu unterstützen und deren Mode im gleichen Atemzug der Show an den Mann oder die Frau zu bringen. Mehr darüber, wo ihr die Mode gleich kaufen könnt, erfahrt ihr HIER.

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… was soll ich sagen – es macht sicher Spaß – danke AMORELI 😀

Nun werden viele der Events durch Sponsoren getragen und unterstützt. Diese Sponsoren freuen sich, wenn wir Blogger/Innen die Produkte erwähnen, wenn sie uns gefallen, die als Gegenzug in den sogenannten Goodie-Bags mit nach Hause gegeben werden. Das tu ich immer gerne, denn viele der Produkte sind tatsächlich Dinge, die ich gerne unterstütze, die mir Freude machen, deren Ideen ich großartig finde … (die anderen werden an Weihnachten an Freunde verschenkt, immer ein Riesenspaß (vor allem für mich), der ab und zu für unerwartete Überraschungen sorgt …)

Bei einem Item bin ich mir aber noch nicht ganz sicher, ob ich mich traue es bei meiner Weihnachtsfeier zu verschenken, oder an wen!

Denn ich war unter anderem bei Lena Hoschek eingeladen, und deren Sponsor war unter anderem der Internet-Liebes-Spielzeug-Shop AMORELI.

Tja, was soll ich sagen Mädels, er ist noch Original verpackt, falls ihr ihn von mir geschenkt bekommt, keine Sorge  😀

 

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Ich hatte auf jeden Fall viel Spass mit Freundin und Personal Fashion Stylistin Giulia Consiglio bei der Modedesignerin Lena Hoschek.

 

 

 

 

 

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Vorher: Haar-Explosion …

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Anschließend: total krass!

Heute war ich dann noch von PR-Sugar in die Beauty Suite ins Waldorf Astoria eingeladen. Dort haben sich die Aussteller “T” von Tetesept, “Neyes” Wimpern-Extensions und die vegane Haarpflegerei “Überwood” sehr viel Zeit für mich und meine Haarexplosion genommen und mir einen völlig neuen Kopf gezaubert 🙂 Für diese Produkte mache ich gerne Werbung, vor allem “Überwood” geht bei meinen neuen Lieblingsprodukten mit veganem und ökologisch korrektem Ansatz an die Spitze des badezimmerinternen Wettkampfes um mein Haaaar 😀

 

 

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Hier noch das Ergebnis von vorne. Ich war völlig glücklich, es hält nur leider nicht für immer 😀 Lieben Dank an “Überwood” für das intensive Bändigen meines Kopfes (zumindest bis ich an die frische Luft komme und sich das Wuscheln wieder durchsetzt).

 

 

 

 

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NEYES haben mir freundlicherweise einen Gutschein für Wimpern-Extensions geschenkt, ich bin total gespannt. Den löse ich dann zur Berlinale ein, mal sehen, wie das aussieht!

 

 

 

 

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“T” ist das junge, neue Produkt von “Tetesept”. Jedes Design auf den Schaumbad Flaschen, kommt von einem anderen Künstler. Eine tolle Idee und sieht auf jeden Fall gut aus! Ob es sich auch gut anfühlt, werde ich ja merken … 🙂

 

 

 

 

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“Überwood”, ein veganes Haarwunder Produkt, dass mit echten Baumextrakten arbeitet. Ich bin sehr gespannt, was es meinen Haaren (an)tut, aber die Erwartungen sind nach der tollen Beratung hoch! Von dem Styling-Team vor Ort war ich auf jeden Fall schon mal vollkommen überzeugt, danke noch mal!

Ich freu mich auf das nächste Event … am meisten freu ich mich aber gerade auf meine nächste Weihnachtsfeier und das Gesicht desjenigen, der das Amoreli-Päckchen bekommt … 😉

 

 

 

Bis ganz bald aus dem Wald, vom Set, aus dem Studio oder dem nächsten Event!

Eure Vaile

 

Ersten Vertrag seit Jahren unterschrieben …

2017-01-14

Vaile goes Publishing Production Music!!

Endlich ist es soweit und ich habe seit langen Jahren wieder einmal einen Vertrag unterschrieben! In Zukunft werde ich, neben meinen eigenen Musik Alben, als Production Musikerin mit PositivEmotion zusammen arbeiten. Was das bedeutet? Ich habe einen Katalog von rund 20 Songs für sogenannte Produktionsmusik freigegeben und zum Teil neu komponiert. Produktionsmusik ist alles, was ihr in eurem medialen Leben an Musiken wahrnehmen könnt. In TV, Film, Werbung, im Internet, einfach überall!

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Gemütliche Paragraphen Schlacht.

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Vetragsunterschrift, juhuuu! Tom, Hubert, Johannes und ich.

Die Musik hinter den Bildern, alles Laute, Stille, Schreiende, Schweigende, Herzzerreißende, Heilende und nach Hause kommende, was nicht mehr in Worte gefasst werden kann, transportiert die Produktionsmusik hinter den Bildern und Dialogen direkt in eure Herzen.

Zusammen mit Musiker und Musikproduzent Johannes Tibursky, Gründer und Produzent Tom Lang, Gründer und Produzent Hubert Vogler, mit der Senior Media & Music Consultantin Corinna C. Poeszus und der Office-Management-Fee Tanja Stawecki, darf ich ab heute Teil des Komponisten-Teams der Firma PositivEmotion sein. 

Ich freue mich wahnsinnig, dass ich eine weitere Plattform bekommen habe, um mit Musik zu erzählen, was mein Leben bewegt!

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Paula checkt den Vertrag, sie ist auch dafür.

Checkt diesen Link zu PositivEmotion, sucht nach mir und hört es euch an! Ich bin sehr gespannt, ob ihr meine Handschrift erkennen könnt …

So, ich muss jetzt gleich zu einem Workshop für elektronische Musik, spanned!! Paula hat sich in meinem Bett unter alle vorhandenen Decken gewühlt, Matschwetter im Wald ist gut, sagt sie, warme Decken sind aber besser…

 

Das sieht dann übrigens so aus:

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Paula? Wo bist du?

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… Willst Du mit? …

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… tadaaa … na klar!

 

Bis zum nächsten Blog und ich freu mich über eure Kommentare zu meinen Songs, viele werdet ihr noch überhaupt-nie-gar-nicht-ever-je gehört haben 🙂 !

 

 

 

 

Übrigens, es wird auf dieser Seite bald einen kleinen Shop geben, in dem ihr endlich, endlich, endlich Songs wie “helpless” aus dem Sat1 Drama “Gegen Den Sturm” oder “What if I miss you”  aus dem Tatort “Aus Der Traum” werdet downloaden können. Ich freu mich drauf und hoffe, das ist die Antwort auf all eure tollen, lieben Mails mit Nachfragen nach einzelnen unveröffentlichten Songs von mir…***!

Eure Vaile

YEAAA, WOOOW, AUGENAUFSCHLAG!! (OHGOTT, ICHKREPIERE, HILFE…) Oder, wie man vor dem Ex vortanzt…

Wow, was für eine Woche…als Schauspielerin und Tingeltante bin ich es ja gewohnt viel unterwegs zu sein, aber – Leipzig, Berlin, Hamburg, Berlin, Halle, Berlin, Essen, Wuppertal, Berlin – in einer Woche ist schon sportlich.

Meine Reise beginnt mit einem Vorsingen in Leipzig, wo ich für die Mr. Rod Stewart Show vorsinge und vortanze, tolle Songs, tolle Stimmung, tolle Sängerinnen.
Aber ihr müsst wissen, für mich als Sängerin und Schauspielerin und also ausdrücklich NICHT Tänzerin, ist ein Vortanzen immer der absolute Horror. Stellt euch einfach mal etwas vor: das für euch Allerpeinlichste müsstet ihr tun, etwas, was ihr so einfach so gar nicht könnt und genau das müsst ihr dann vor wildfremden Menschen performen und euch mit diesem Höhepunkt aller Peinlichkeit auch noch für etwas bewerben!
Schlimmer geht für mich nicht, aber es gehört nun mal zu fast jeder Audition im Musical Bereich dazu. Und auch die singenden Schauspielerinnen müssen ihr Bewegungstalent beweisen. Für uns heißt das dann “Movement” und nicht “Dancing”. Aber es läuft immer auf dasselbe hinaus, wenn ihr mich fragt!
Und sich in die letzte Reihe stellen funktioniert natürlich nicht. Erstens wollen wir ja den Job!
Und zweitens, die mischen immer durch, so dass du auch immer mal gaaaanz vorne JEAH und WOOOOW direkt in die Gesichter der Juroren tanzen musst. Herrlich. Ich kann gerade mal im Takt klatschen.

Als es hieß, „so Mädels, jetzt zieht mal eure Highheels an und zeigt was ihr könnt!“, höre ich meine Kollegin neben mir sagen, „Oh, ich hab gar keine Highheels mitgebracht zum tanzen! Naja, egal..“, sie strahlt die Juroren an mit HEY und WOOOOW im Blick, „ich tu einfach so, als hätte ich welche an!“ (YEAAA, WOOOW, AUGENAUFSCHLAG!!)
„Ok”, denke ich, während mir der Angstschweiß ausbricht “das mach ich einfach auch – und nebenbei tu ich dann auch gleich einfach mal so, als könnte ich tanzen“… (OHGOTT, ICHKREPIERE, HILFE…)

Das nächste Vorsingen ist in Hamburg für die Stage Entertainment. Und immer, wenn man denkt, es könnte gar nicht mehr schlimmer werden mit der Nervosität, dem Lampenfieber, den Selbstzweifeln und aller Aufregung,  kommt es natürlich schlimmer – denn wir wissen ja: schlimmer geht immer!

So komme ich in den Audition Saal und wer sitzt vor mir bei den Juroren? Mein Ex-Flirt aus dem Sommer.
Das hätte sicher lustig werden können, aber in diesem Fall ist es leider so eine Ex-Flirterei, die nicht gaanz so elegant auseinander gegangen ist. Ohne Schmuh… da sitzt er also. “Ich bin übrigens heute dein Anspielpartner”, sagt er. Na super! Hahar, der Begriff Stage ENTERTAINMENT bekam an diesem Tag plötzlich einen ganz neuen Sinn! Ich war wirklich super entertained. Meine Souveränität hat sich mit meiner Begeisterung geradezu ein Wettrennen geliefert (in Richtung nach Hause) und ganz sicher war das auch für niemanden im Saal eine komische Situation…

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Trost-Tüte voller Tee…

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… Danke Tee-Fee!

Ich habs überlebt, Frau ist ja Profi.
(Manchmal zumindest. Glaube ich. Hoffe ich.)

Und zuhause zurück gab´s dann eine superschöne Überraschung von meiner Schwester. Sie hat mir eine ganze Einkaufstüte voll mit Teeproben mitgebracht! Ich liebe Tee…

Schon war meine Welt wieder in Ordnung, so leicht geht das 🙂

 

 

 

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Klaus Doldinger privat am Flügel nach seinem Konzert…

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Anselm Kreuzer und Saskia B., wir hatten eine lustigen Tisch zusammen…

Zurück nach Berlin und anschließend auf nach Halle, zum Deutschen Filmmusik Preis, wo ich Klaus Doldinger wiedersehe, der dort für sein Lebenswerk als Komponist und Musiker geehrt wird.

Ein schöner Abend unter Kollegen und Freunden auf einer für uns Musiker so wichtigen Plattform. Danke dafür. Gerade wo auch ich begonnen habe im Bereich Film und Produktionsmusik viel mehr zu machen, hab ich mich über diese Einladung sehr gefreut. Morgen geht es zurück nach Berlin und danach zu Christoph Metzelder nach Essen, seine Spendengala wieder unterstützen, für die ich im letzten Jahr gesungen habe. Und dann zu einem weiteren Vorsingen auf nach Wuppertal…

 

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Paula und ich immer zusammen on the Road. Sie hört mir gerade beim Einsingen zu … Do Re Mi Fa Soooooo… Wenn sie könnte würde sie sicher weglaufen – aber sie ist klein und wehrlos 😀

Überall mit dabei ist die kleine Paula, mein Urlaubshund. Der coolste Zwergdackel auf Erden. Mit ihr habe ich vor drei Jahren sogar schon einen Film am Edernsee gedreht.

Ich melde mich von unterwegs!

Hund und Vaile on the Road 🙂

Ruhelose Geister waren wir…

Ruhelose Geister

Da am Fenster sitze ich…

Wer hätte gedacht, dass am Ende ich diejenige bin, die Reisen genau so sehr braucht, wie die Luft in meinen Lungen…

Ich sitze in einem bequemen Sessel in meinem Hotelzimmer, ganz nah an der Panorama Glasscheibe und starre auf die Berge. Es regnet, abwechselnd ziehen dunkle Wolken über die dunklen Silhouetten und immer bleiben kleine, helle Wölkchen in den tieferen Gegenden der Abhänge kleben.

Ich bin heute von Berlin nach München gereist, habe dort ein paar Termine mit Film und Fernsehvolk wahrnehmen können und bin dann mit einem Mietwagen weiter nach Österreich gefahren. Ich hab hier die nächsten zwei Tage zu tun und verbinde alles, indem ich mir vorstelle, ich wäre im Urlaub. Nach meinem Hörsturz vielleicht nicht die schlechteste Idee. Meine Ohren sind zu 100% wieder da, aber es war ein Denkanstoß. Natürlich. Ich mag meine Ohren. Ich mag überhaupt gesund sein. Ich werd besser auf mich aufpassen.
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…um dann DAS HIER bei der Maschine GEGENÜBER zu lesen!

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Ich tappte noch halb komatös zu dieser Kaffeemaschine – der erste Schock…

 

Um den Billigflieger zu erwischen, musste ich noch vor dem ersten Wurm aufstehen, dafür hatte ich dann eine Sitzreihe für mich allein. Transavia hieß die Linie, lief alles problemlos.

Außer einer Kleinigkeit.

Als ich im Terminal umherirrte auf der Suche nach dem ersten, überlebenswichtigem Kaffee des Tages, wurde ich Opfer einer wirklich bösen Falle…

 

 

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Me im MIni-Mietwagen…

In München angekommen, teilte mir dann eine maximal bewegungslose Mitarbeiterin der Global Drive Vermietung mit, dass ich mit 800€ Selbstbeteiligung im Schadenfall hafte. “Tu ich nicht”, sag ich, “hab ich doch anders gebucht.”, Sie guckt mich an. Schweigt. Ich gucke zurück. Wir schweigen uns an. Sie sagt: “Sie müssen da unterschreiben”, und bewegt dabei keinen Muskel. Ich frage, ob das die Antwort auf die offensichtliche Buchungsverwirrung sei. Sie guckt mich an, ohne zu blinzeln. “Sie müssen da unterschreiben”, raaaaah… Aber dann denke ich an mein Ohr, nur nicht aufregen. Ich nehme in aller Seelenruhe mein Telefon aus der Tasche. Hab ich erwähnt, dass hinter mir eine Schlange bis Berlin stand und auch ich schon 30 Minuten warten musste? “Ich ruf mal beim Buchungsportal an”, sag ich, “das lässt sich sicher klären”. Hat sie gezuckt…? Ne. Aber klären konnte ich es. Ist ja immer schön, wenn man den Job von anderen machen kann. Aber am Ende sitze ich glücklich in meinem Mini-Mietwagen und brause nach München.

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An diesem riesigen Fenster sitze ich…

Jetzt sitze ich hier, bereite mich in einem wunderhübschen Hotelzimmer auf morgen vor und gucke auf die Berge. Denke daran, wo ich schon überall in meinem Leben gewesen bin. Und in welchen Situationen ich am glücklichsten war. Ich bin ein bißchen wehmütig, aber das bin ich wohl immer, wenn ich unterwegs bin. Ich denke dann immer – hinter der nächsten Kurve, da kommt es…! Aber was genau da kommen soll? Ich hab keine Ahnung.

Jemand, mit dem ich fast die ganze Welt bereist habe, hat mal gesagt: “Egal, wo ich bin, ich suche irgendwie immer nach dem perfekten Ort, der perfekten Gasse, dem perfekten Weg…”

Ich konnte ihn verstehen…

Ruhelose Geister waren wir. Und ich bin es immer noch.

Ich lass euch auf jeden Fall wissen, was hinter den nächsten Kurven wartet!

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Eure Vaile am Fenster

 

PS: Das hier hat mich dann im Zimmer empfangen… es gibt also doch noch Hoffnung 🙂

 

<<< Mein neuer bester Freund: die Espresso-Maschine.

 

Ein ganz normales Wochenende…

Ein ganz normales Wochenende…

2016-07-28  Berlin

11:00 Uhr. Ich treffe mich mit einem Filmproduzenten, um ein Drehbuch und meine eventuelle Mitarbeit zu besprechen. Es hört sich vielversprechend an…

13:00 Uhr. Ich springe in einen Flix-Bus nach Hamburg, erwische einen Fensterplatz. Obwohl ich versuche so unauffällig wie möglich mit meinem Sitz zu verschmelzen, in der Hoffnung, dass der Sitz neben mir vielleicht frei bleibt und ich meine Studienunterlagen dort ausbreiten kann, setzt sich nach einer Weile eine junge Frau neben mich. Mist, denke ich und verstecke mich noch tiefer hinter meiner Sonnenbrille. Mittlerweile habe ich meine Tasche mit Ipad und Studienbuch auf dem Schoß. Mein silberner Kaffeebecher drückt mir in den Rücken, denn ich sitze quasi darauf. Trotzdem wahre ich den Schein und versuche zu lernen. Die junge Frau sortiert sich neben mir und spricht mich an. “Entschuldige bitte, es war wirklich nirgends mehr was frei…” Ups… da sah ich vielleicht doch etwas zu asozial aus. Ich nehme die Sonnenbrille ab und sehe sie an. “Ich muss mich entschuldigen”, sage ich, “tut mir leid, wenn ich zu grimmig ausgesehen habe”. Sie lächelt und holt ebenfalls ihr Buch raus. Alles ok, denke ich. Sei nicht immer so unnett. Denke ich.

Die Fahrt ist unspektakulär, mein Ziel ein 75jähriges Family-Event. Ich war schon ewig nicht mehr dort. Familie kommt eben auch viel zu kurz.

16:30 Uhr. Ankunft Hamburg, zwei Kapitel Studium geschafft, jetzt Family. Meine Schwester holt mich vom Bahnhof ab und wir fahren aufs Land. Den Rest des Tages werde ich mit Kuchen essen verbringen, nehme ich mir vor.

17:30 Uhr. Ankunft Family, ich bin die Überraschungs-Verwandte. Niemand wusste, dass ich komme, da ich bis zum Schluss nicht wusste, ob ich es geregelt bekomme. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Für den Rest des Abends bin ich wieder 14 und esse mich durch das Kuchen-Buffet.

2016-07-29  Hamburg

7:30 Uhr. Kaffee.

9:00 Uhr. Flix-Bus nach Berlin zurück. Diesmal habe ich beide Sitze für mich. Ich lerne, es ist gut genutzte Zeit. Leider stehen wir gut 2 Stunden im Stau. Das ist blöd, denn mein Tag ist heute sehr eng geplant. Um 13:00 Uhr muss ich die Ponys kurz versorgen und um 17:00 Uhr auf einer Hochzeit im Schloss Ziethen sein.

14:00 Uhr. Berlin

Wir kommen erst gegen 14:00 Uhr an. Das schaff ich, denk ich. Ich rase zu meinem Wagen, der auf dem Park and Ride steht. Ich drehe den Schlüssel. Mein Wagen hustet mich leise an. Nein, er röchelt eher einmal kurz. Danach macht er gar nichts mehr. Aber freundlicher Weise gehen die Fenster noch einmal auf. Dann aber nicht mehr zu. Warum auch. Ich rufe den ADAC, es sind ungefähr 50°C in meinem Auto. Aber die Fenster sind ja wenigstens unten. Der ADAC sagt, er kommt und rettet mich. In den nächsten 90 Minuten. Super. Ich kann nicht weg vom Auto. Die Fenster gehen ja nicht mehr zu. Mist. 90 Minuten für den ADAC. Insgesamt 3,5 Verspätung schon. Das schaff ich noch, denk ich.

Der ADAC kommt tatsächlich schneller als erwartet. Ich werde abgeschleppt. Die Batterie ist ein Totalschaden, eine so große Ersatzbatterie hat er nicht dabei. Also, ab in die Werkstatt.

15:30 Uhr. Neue Batterie eingebaut. 200 €. Mist. Jetzt schnell die Ponys versorgen.

16:30 Uhr. Ankunft Ponys, hier alles ok.

17:30 Uhr. Ankunft Zuhause in Berlin, wann ging die Hochzeit los? 17:00… ok, ich komme etwas zu spät. Duschen, umziehen. Geschenk noch nicht komplett. Mist!

18:00 Uhr. Ab ins nächste EKZ, Blumen und Karte kaufen …

18:15 Uhr. Weiterhetzen zum Schloss, sind ja nur 60 Kilometer. Ein Klacks für ein Auto mit neuer Batterie.

19:00 Uhr. Ankunft Schloss. Juchu, rechtzeitig zum Essen. Ich kenne absolut niemanden. Warte, doch, da ist die Braut, sie freut sich wahnsinnig, sie wusste nicht, ob ich es schaffe (haha), und ihren Sohn, den kenn ich auch. Wunderbar.

Durchschnittsalter an dem Abend ca. 65+, Durchschnittspegel ca. 2,7. Um genau 0:00 Uhr verwandle ich mich in einen Kürbis und verlasse das Schloss. Oder so ähnlich. Ich fahre nach Berlin zurück, kurz mal schlafen.

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Zwischen Berlin/Hamburg und München…immer lächeln, auch wenn die Karre unterwegs liegenbleibt 🙂

2016-07-30  Berlin

7:00 Uhr. Kaffee

9:00 Uhr. Bus nach Hamburg, Kaffeebecher, Studienmaterial, Tasche, ich sitze allein.

Alles wie gewohnt. Ich glaube in diesem Bus war ich schon mal…

🙂

Meine nächste Woche fängt am 1. August in Berlin wieder an, in der Woche habe ich Hamburg/Berlin, Berlin/München, München/Berlin, dazwischen Musikstudio und Rosenheim-Cops Dreharbeiten…

Ich melde mich – wie gewohnt – von irgendwo unterwegs!

Eure Roadrunner-Vaile

Gewaschen, geputzt, gewienert und los!

2016-07-07

21:44 Uhr. Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Wellen des normalen Lebens wieder über mir zusammengeschlagen sind… Als hätte das Alltags-Meer meine kleine Auszeit nie bemerkt.

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Gelackte Füßchen 😄

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Chilling in the sun

Ich bin in den Drehvorbereitungen und hab mir den Donnerstag und Freitag aber noch genommen, um eine kleine Übungsfahrt zur Nachbereitung unserer Reise mit Nocona zu machen. Was bietet sich da mehr an, als ein kleines Turnier mitzunehmen. Also, gewaschen, geputzt, gewienert und los. Eine Stunde Fahrt sitzen wir mittlerweile auf einer halben Pobacke ab. Püppi sieht lustig aus mit ihren lackierten Hufen (ja, so was muss man machen auf Turnier) und ihren geflochtenen Zöpfen. Ich bin irgendwie wie immer. Momentan mit Jogginghose und Pulli, sitze bei ihr im Paddock und genieße, dass wir wieder Zeit zusammen haben. Die Prüfung morgen ist mördermässig schwer, wir sind in keinster Weise vorbereitet, also entspannen wir uns einfach und erwarten nichts. Nur Teamwork wünsche ich mir …

IMG_2360 IMG_2367Dann geht’s gleich wieder nach Hause und Samstag früh, nach kurzem Pferde- und Weiden-Check, ab nach München zur Arbeit. Am Sonntag treffe ich mich unter anderem mit meinem Film-Team von “Frei sein” und freue mich schon sehr auf das Wiedersehen. Am meisten warten sie natürlich auf meine tolle, filmisch verwertbare Zahn-Horror-Geschichte 😄

Ich melde mich aus München!

Bis dann, eure Vaile

Wieder Zuhause

2016-07-03

Zuhause_120:39 Uhr. Wir sind wieder Zuhause …

Wenn ich auf den Bildern ein bißchen wehmütig aussehe, dann täuscht das nicht … Und dass Nocona so gar nicht wehmütig aussieht, täuscht auch nicht … 😉

Wir sind von Trelleborg nach Berlin 11 Stunden unterwegs gewesen. Verspätung der Fähre und Stau auf der Berliner Strecke – aber Püppi war ganz tapfer, hat ihre Heulage vernichtet und ich habe auch irgendwie durchgehalten. Als wir Zuhause ankamen und Nocona aus dem Hänger durfte, fiel ihr geradezu die Kinnlade runter. Sie hatte wohl mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass sie nach Hause kommt. Ich war so schnell abgemeldet, so schnell konnte ich nicht mal „Keks?“ fragen.

Nix Keks, sie wollte nur zu ihrer Herde, die ich, bei aller Liebe, nun mal nicht ersetzen kann.

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Tschüss Freundin … Danke für alles.

Ich wollte eigentlich am liebsten überhaupt niemandem sagen, dass ich wieder da bin und mich still und heimlich wieder hier einschleichen, aber das hat nicht funktioniert. Eine Freundin rief mich noch im Auto auf der Autobahn an und brach damit direkt durch meine fast drei wöchige Schweigezeit. Zum Glück, denn so geht die Integration ja auch für mich wieder schneller.

Ich hab so viel erlebt auf dieser doch kürzesten all meiner Reisen. Es gab so viele Herausforderungen, denen wir uns stellen mussten. Sei es, dass ich ganz alleine gefahren bin und so auch keine Hilfe erwarten konnte. Sei es, dass Nocona im Grunde ihres Herzens kein Wildnisgänger ist und sie nur mir zuliebe so toll mitgemacht hat. Sei es, dass ich mir ausgerechnet in der zweiten Woche einen Zahn zertrümmern musste … es gab viel zu lernen und zu erleben. Und ich bin total froh, dass wir es so weit zusammen geschafft haben.

Ich weiß jetzt, nach einer Eingewöhnungszeit kommen wir dort oben zusammen klar. Und mit diesem Wissen im Herzen freue ich mich schon wie blöd auf meine nächste Reise in den Norden. Meine Satteltaschen sind ordentlich und trocken weggepackt, das ganze Outdoor-Equipment wird liebevoll eingemottet, damit ich im nächsten Jahr sofort startklar bin, wenn es im Herzen wieder zieht. Und es an der Zeit ist, dem Ziehen nachzugeben.

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Bis nächstes Jahr … Irgendwo da draußen.

Schön, dass ihr dabei wart! Es war etwas ganz Neues für mich, mich so oft und offen mitzuteilen. Anders als sonst, denn die Einsamkeit fühlt sich anders an, wenn man wirklich keinen Kontakt hält. Aber auch total schön!

Mein nächstes Abenteuer wartet in München auf mich, wo ich schon Anfang der nächsten Woche wieder vor der Kamera stehe. Bis dahin habe ich wohl jedes Sandkorn, jedes Blatt und allen Schmutz von mir abgewaschen… aber das Lächeln, die Weite und die Wolken am Himmel; die bleiben in meinem Herzen.

Und das kann man immer sehen.

Eure Vaile

Nocona und das Meer

2016-07-02

Nocona und das Meer

Das Meer… aber viel weiter ist sie zuerst auch nicht gegangen.

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Aber nach ein bißchen Ermunterung wurde sie mutiger 😄

20:40 Uhr. Heute sind wir wieder in Trelleborg angekommen. Ich bin gleich erst mal an den Strand geritten!

Nocona hat das Meer erst einmal gesehen, als sie noch ziemlich klein war. Sie war so was von skeptisch, dass sie zuerst nicht mal auf den Sand treten wollte. Dermaßen skeptisch, dass ich tatsächlich absteigen musste, um sie davon zu überzeugen, dass wir hier nicht sterben werden. Dann war es aber total schön – sogar ins Meer hinein hat sie sich getraut, wenn auch nicht besonders weit.

Danach hab ich Blumen für einen kleinen Trockenstrauß gesammelt. Von jeder die ich dort finden konnte eine, so hab ich ein bißchen von hier auch Zuhause. Ein zweiter kleiner Strauß ist für meine Schwester, die mir mit dieser Reise sehr geholfen hat ❤️

Trelleborg_2Trelleborg_1Morgen ist es dann schon wieder soweit, die Fähre geht um 7:30 Uhr – einmal noch auf schwedischem Boden schlafen. Gleich packe ich meinen Wagen für unsere Rückreise. Ich glaube, wir sind beide etwas bedrückt. Gott sei Dank ist das Wetter mehr als mäßig. So ist es immer leichter Schweden wieder zu verlassen …

Für nächstes Jahr hab ich schon viele Pläne; es soll zum Beispiel eine alte Trecking-Strecke um einen großen See geben! Das werde ich recherchieren, ich freu mich jetzt schon total.

Ich melde mich morgen von unterwegs, schlaft schön! 🙂 Eure Vaile

Herzlichkeit im Pferdeparadies

2016-07-01

Ranch52_6Ranch52_218:13 Uhr. Nicht zu fassen, dass heute schon der erste Juli ist. Ich muss damit leben, dass ich mich auf den Heimweg machen muss. Zumindest wenn ich arbeiten möchte – und das möchte ich. In einer Woche schon drehe ich in München.

Ein paar Tage werden Nocona und ich Zuhause brauchen, um wieder unter die Leute zu können … Ich möchte sie auch natürlich nicht nur Zuhause ausladen und dann, nach diesen intensiven Wochen, einfach weiter nach München fliegen.

Im Moment bebrubbelt sie jede Bewegung die ich mache, sie redet eigentlich die ganze Zeit ganz leise mit mir. Ich werde ein oder zwei Tage im Stall bleiben, bis ich sicher sein kann, dass sie in ihrer Herde wieder gut aufgehoben ist.

Ich bin trotz des Zahns noch eine kleine Weile an meinem Platz geblieben, dann hab ich mich auf den Weg gen Süden gemacht. Ich wollte die 600 Kilometer nicht wieder durchfahren, deshalb hab ich eine kleine Pferderanch angesteuert, die meine Schwester für mich im Internet gefunden hatte. Die Ranch 52.

Ranch52_1

Auch die Feuerstelle wird von Gras befreit – Ordnung muss sein 🙂

Leute, ich hätte nichts besseres machen können, als dorthin zu fahren. Melanie und Jürgen, zwei deutsche Auswanderer, haben vor vier Jahren angefangen dieses kleine Pferdeparadies aufzubauen. Die beiden haben Nocona und mich dermaßen herzlich aufgenommen, dass ich gleich beschlossen habe, im nächsten Jahr für etwas länger dort hinzufahren. Melanie hat mich sogar, ohne dass ich danach gefragt hätte, mit einer topografischen Karte der Gegend versorgt. Ich hab so weit südlich natürlich noch keine eigenen Karten.

Dann haben wir zusammen gesessen und sie hat etwas wehmütig verfolgt, dass ich am nächsten Tag zu einer 6-Stunden-Tour zu einem großen See aufbrechen wollte. Ich fragte, ob sie nicht einfach mit uns kommen möchte, aber der Hof, die Arbeit, die Reitschüler … ich war ja ein recht ungeplanter Vagabund.

Als ich am nächsten Morgen Nocona fertig machen wollte, kam sie dann auf einmal strahlend mit ihrem gesattelten Spanier um die Ecke, “ich schwänze heute und komme mit!”. Wir hatten einen super schönen Ritt durch ein für mich unbekanntes Südschweden, sind zwar klitschnass geworden, hatten aber einen Heidenspaß dabei.

In den nächsten Tagen fahre ich dann nach Trelleborg weiter und von dort wieder mit der Fähre zurück nach Deutschland.

Aber heute genieße ich erstmal noch die Abendsonne und springe in den nächsten See, den ich finde. Wer kommt mit? 🙂

See

Bis bald! Eure Vaile

Kleiner Nachtrag – wer an einem tollen Pferdeurlaub in familiärer Atmosphäre interessiert ist, der sollte sich schleunigst bei Melanie und Jürgen vormerken lassen! Nähere Informationen findet ihr hier.

Mein Platz

2016-06-26

Mein PlatzMein Platz18:07 Uhr. In den letzten Tagen hat sich durch die Schmerzattacke und die ganzen Schmerzmittel doch einiges an Wahrnehmung verschoben, aber ich möchte mich davon nicht abhalten lassen …

Ich bin heute früh mit dem ersten Tageslicht mit Nocona zu “meinem” Platz aufgebrochen. Dorthin, wohin ich als Mädchen einst vor dem Gewitter hingeflüchtet war und, immer mit Blick auf die schwarze Wand hinter mir, gehofft hatte, dass es dort, wo der Pfad zuende war, bitte gut geeignet sein möge, um das Unwetter abwarten zu können. Ich wusste ja noch nicht, dass ich auf den schönsten Fleck in meinem Universum zusteuerte. Ich werd nie den Moment vergessen, als ich aus dem Birkendickicht herauskroch und die Wiese vor dem See im letzten Licht vor dem Sturm sah.

Ich wusste, hier können wir alles überstehen. In jedem Jahr habe ich diesen für mich so besonderen Fleck Erde besucht – manchmal auch nur, um den riesigen, alten Bäumen guten Tag zu sagen und um zu sehen, ob sie alle noch da sind.

Mein-Platz_2Mein-Platz_3Nach den Strapazen des letzten Tages sind wir dieses Mal ein Stück gefahren, bevor wir wieder in den Wald geritten sind.

Es hat sich dort etwas verändert. Der Wildpfad, der bis zu meinem letzten Besuch ungefähr eine Stunde durch den dichten Wald dorthin führte, ist nun ein Arbeitsweg für Baum-Fahrzeuge. Das heißt, sie haben den Weg geschottert. Das hat mich sehr traurig gemacht …

Um so froher war ich dann, als ich unten auf der Lichtung ankam und sehen konnte, wie unentdeckt und verwachsen dort alles ist. Ich habe selber kaum mehr die Pfade gefunden, die ich damals dort sah und auch die Ruine wiederzufinden war ein kleines Wunder. Nocona hat sie gefunden.

Das zeige ich euch dann alles in meinem Reisevideo, sobald ich es Zuhause aufbereiten kann. Ich werde jetzt die letzten Tage meiner Reise hier verweilen. Die dämliche Zahngeschichte macht es mir leider unmöglich, weiter durch den Busch zu stapfen.

Aber hier wollte ich eh am allermeisten hin. Hier, wo mein Herz zu Hause ist und ich glücklich bin.

Freisein2016

Bis bald, ich melde mich von unserer Rückreise! Eure Vaile

Vaile ohne Zahn

2016-06-25

20:09 Uhr. Eines sollte man unbedingt nicht tun, wenn man mit Pferd alleine durch die schwedischen Wälder stapft. Man sollte sich bitte auf keinen Fall einen Zahn ausschlagen.

Zwei Nächte, einen endlosen Tag und unzählige Ibuprofen 800 später überlegte ich wirklich, wie das wohl geht, sich selber einen Zahn zu ziehen. Man liest es ja immer mal wieder … aber ich weiß jetzt, ich laufe lieber mit Fieber und Schmerzen die Nacht durch, als meinen zerbrochenen Zahn auch nur mit der Zunge, geschweige denn mit einer Zange, die ich durchaus dabei gehabt hätte, zu berühren.

Nocona hat mich einen ganzen Tag hindurch getragen, samt Gepäck. Ich hätte vor einer Woche nicht mal geglaubt, dass wir auch nur die nächste Nacht zusammen durchstehen, und jetzt bringt mich diese kleine Kampfmaschine von hirschhassendem Pony nach der zweiten heulend durchwachten Nacht innerhalb von Stunden zu meinem Auto zurück – eine Strecke für die wir auf dem umgekehrten Weg mehrere Tage gebraucht haben.

So richtig bekomme ich es kaum noch zusammen. Wir sind am frühen Morgen los, erreichten nachmittags Auto und Hänger. Ich hab ihr wohl ein Paddock gebaut, Wasser gegeben, die Fliegensachen angezogen und bin dann in den nächst größeren Ort gefahren. Die Not-Zahnarztpraxis dort machte gerade zu, aber nach einem Blick auf mein verzerrtes Gesicht haben die mich trotzdem sofort eingelassen, denn in dem Zustand hätte ich nicht mehr weiterfahren können. Dieses Dankbarkeitsgefühl kann ich kaum in Worte fassen. Die hatten ein Stundenprogramm vor sich. Ergebnis, Zahn total zertrümmert, alles musste raus. Die Zahnreste alle zu finden hat gedauert. Ich hatte zwischendurch einen Schüttelfrost-Anfall, meine Nerven waren am Ende.

Ich traf dort auf ein Team von zwei Zahnärzten, einer Frau und einem Mann, die sich beide ganz toll um mich gekümmert haben. Beide waren unendlich freundlich und haben viel Mitgefühl gezeigt. Als ich ihnen erzählt habe, auf welchen Wegen ich zu Ihnen gefunden hatte, waren sie überzeugt davon, mein Pony wäre gleich draußen vor der Tür angebunden. Wahrscheinlich hat eine der Helferinnen nachgesehen.

Hatte ich erwähnt, dass ich in drei Wochen meinen nächsten Film drehe?

Na ja, bis dahin ist ja noch etwas Zeit, das Lächeln wieder herzustellen …

Ich bin dann bangend zu Nocona zurück. Befürchtend, dass sie, so plötzlich alleine gelassen, vollkommen durchdreht. Jedoch als ich ankam graste sie friedlich, zumindest in diesem Moment. Ich bin so dankbar, dass mein chaotisches Pony sich in so kurzer Zeit zu einem ernstzunehmenden Wildnis-Partner entwickelt hat.

Und jetzt?

Warte ich erst mal wie schlimm die Schmerzen morgen werden. Dann sehen wir weiter.

Eure Vaile-ohne-Zahn

Ewiges Rätsel um das Abendlicht

2016-06-23

19:12

AbendlichtAm-See_4Bei mir neigt sich der Tag dem Ende zu und – auf das andere Ufer fällt das Abendlicht.

Wieso ich eigentlich immer am “falschen” Ufer mein Lager aufschlage, bleibt mir ein ewiges Rätsel …

Ich bin vorgestern über sechs Stunden gewandert, mir tun ehrlich die Knochen weh. Der Weg hat sich jedoch gelohnt. Ich bin jetzt mit Nocona im Reservat angekommen und es ist genau so schön, wie ich es in Erinnerung hatte.

Dann und wann legen Kanu Reisende hier an – es ist ein beliebtes Gebiet entlang dem wunderschönen, riesigen See Stora Le.

An diesem See, nur am anderen Ende, hat meine Geschichte begonnen und vielleicht ist es gar nicht so furchtbar pathetisch zu behaupten, mein Leben auch.

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Am-See_6Ich bin also hin und her gerissen zwischen Freude im hier und jetzt und Trauer in der Erinnerung. Wie viele von euch wissen, ist in den letzten Jahren vieles aus meinem Leben verschwunden, das ich gerne gehalten hätte. Freude und Traurigkeit lagen bei mir schon immer eng beieinander, aber es ist wirklich ein glücklicher Moment am Leben zu sein und diesen wahnsinnig schönen und ewigen Ausblick aus meinem Zelt sehen zu dürfen. Dafür hat sich jeder Schritt gelohnt.

Ich wünsche mir, euch das auch zeigen zu können, denn wenn ich eines über schöne Dinge gelernt habe, dann dass sich alle Freude verdoppelt, wenn man sie teilt …

Zuhause arbeiten meine Kollegen und Film-Partner gerade daran “Frei sein” in die Kinos zu bekommen. In diesen Tagen beginnt das Filmfest in München – ich habe mich aber ganz bewusst entschlossen, in diesem Jahr im Wald zu sein und meine Geschichte zu leben.

Ich mache diese Reise jetzt auch für euch, für das Projekt “Frei sein” und das ist ein neues, tolles Gefühl!

Alles Liebe vom (schattigen) Ufer! Eure Vaile und Nocona

Sommerabend am See

2016-06-22

VF_Sommerabend_2Wir haben gestern nach etwas über sechs Stunden Marsch unser Ziel erreicht und wurden mit einem sonnigen Abend am See belohnt … ich bin gerade unendlich glücklich! Es ist so wunderschön hier und mein Solarpanel ist auch wieder zum Leben erwacht. Wärme, Licht, Energie – und dazu ein solcher Ausblick, mir ist gerade so froh ums Herz …

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Bis bald, eure glückliche Vaile

Sommer(regen)-Sonnenwende

2016-06-21

Sommeranfang

Sommeranfang, wie man sieht 😉

Sonnenwende

Kalt und nass da draußen.

9:05 Uhr. Heute ist Sommeranfang, aber der einfache Tourist könnte es hier in Schweden auch mit Beginn der Regenzeit verwechseln.

Es hat den ganzen gestrigen Tag und die ganze Nacht gegossen. Ich bin so froh, dass ich eine tolle, leichte, aber warme Decke für Nocona dabei habe. Sie hat nach einer Stunde Dauerregen so geschlottert – als ich das Lager fertig hatte, hab ich sie gleich warm eingewickelt.

Wegen des Regens mussten wir auf einer Wiese notlanden, die zu einer kleinen Farm gehört. Wir sind zwar außer Sichtweite, aber ich bin froh, wenn wir wieder ganz alleine sind.

Nocona meistert unsere Reise immer besser. Gestern kam zweimal “Monster” Rotwild zu Besuch. Die motzen und schreien, dass einem echt die Muffe geht, wenn man nicht weiß, was sich dort im Wald verbirgt. Dann umrunden sie einen und schreien einen nach so zwei Stunden noch mal von der anderen Seite zusammen. Beim ersten Mal hat Nocona so geschlottert und gefaucht, dass ich mich schon hinter ihr hab her rennen sehen, aber sie ließ sich zum Glück beruhigen.

Beim zweiten Mal war ich schon mit einem Bein aus dem Zelt, als ich bemerkte, dass sie relativ entspannt genau vor meinem Eingang stand und, ohne Fauchen, aufmerksam das audiovisuelle Hirschkino verfolgte.

Eine Woche

Eine Woche unterwegs 🙂

Sie ist so toll, ich bin ganz stolz auf sie. Auch über oder durch kleine Bäche zu gehen wird immer besser. Beim ersten Mal sprang sie noch um ihr Leben, beim dritten Mal rutschte sie vorsichtig rein und kletterte wieder raus. Ich bin ganz zufrieden mit ihr.

Vor allem, wie sie meine Nähe sucht, ist für mich etwas ganz besonderes. Das kenne ich nicht von Marina. Da war ich immer diejenige, die zu ihr gerobbt ist, wenn ich Angst hatte und sie hat mir dann erklärt, was um uns herum passiert, das man sich nicht fürchten muss.

Milchreis

Frühstück: Milchreis mit etwas Gras und ein, zwei Käfern 😝

Heute werden wir aufbrechen, sobald die Sachen einigermaßen abgetrocknet sind. Ich kann das Zelt sonst nicht einpacken, es würde komplett durchsuppen. Ich hab heute eine sehr lange Tour vor, aber das Ziel vor mir, vor uns, ist ein mir vertrautes. Deswegen weiß ich, dass es die Mühe wert sein wird! Ein ungefähr acht Stunden langer Marsch liegt vor uns. Ich werde wieder laufen, aber um schneller zu sein, werden wir befestigte Wege nehmen. Langweilig, aber zielführend.

So, jetzt aber erstmal Frühstück! Mein erster Milchreis in der Wildnis in diesem Jahr!  (sowas kann man auch nur hier essen😝)

Bis später! Eure Vaile

Schwieriger Anfang – erster Lichtblick

2016-06-19

Tschüss, Auto!

Tschüss, Auto!

Auf geht´s ...

7:51 Uhr.

Diesen Blog zu schreiben, ist wirklich eher wie mein Tagebuch zu führen. Wenn nur der leidige Akku nicht so schnell verschwinden würde – vor allem immer dann, wenn ich ewige minutenlang Netz suchen muss. Ich hab noch ein Powerpack dabei um es aufzuladen, denn eigentlich ist das Handy ja nur für den Notfall.

Es kann aber so viel tolles! Ich kann meinen Blog schreiben, Bilder hinzufügen, posten … zum Telefonieren hab ich es schon ewig nicht mehr benutzt 🙂

 

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Gepäck ab!

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Blick aus meinem Zelt

Nachdem die ersten Tage und Nächte echt schwierig waren und Nocona einfach nicht damit zurechtzukommen schien, ganz alleine zwischen Elchen zu sein, ergab sich von gestern zu heute der erste richtige Lichtblick. Ich trau dem Frieden noch nicht so ganz, aber seit wir gestern auf dieser kleinen Lichtung angekommen sind, ist sie wie ausgewechselt. Wir konnten, durch gelegentliche Fauch-Anfälle unterbrochen, auch recht gut schlafen. Ich bin so dankbar für jede Minute Ruhe im Gesicht meines Pferdchens. Diese Reise ist anstrengend genug, es reicht, wenn hier einer mit Dämonen zu kämpfen hat.

Heute machen wir wieder einen Scoutritt, um die Strecke vor uns zu erkunden. Nocona hat sich vor lauter Aufregung leider eine kleine Prellung auf dem Rücken zugezogen, daher kann sie eh grad kein schweres Gepäck tragen.

Frühstück

Frühstück

Ich koch mir jetzt Tee. Die in diesem Moment gefühlt beste Idee des Jahrhunderts war meinen Emser Becher mitzunehmen. Der hält meinen Tee schön lange warm und ich spare am Kocher. Ich hab den Deckelverschluss rausgenommen, so kann ich überall noch kleine Dinge wie Tee und Knödel reinstecken und er nimmt nur minimal Platz weg.

Nocona hat sich gerade hingelegt, wie schön.

Ich mach jetzt Frühstück und hoffe, das Wetter wird noch freundlicher …

Melde mich von unterwegs – schön, dass ihr da seid!

Eure Vaile

Schlaf wird überbewertet.

2016-06-17

VF_Gras

Ankunft bei den Aktivitetern, meiner letzte Station bevor wir alleine sind. Hier darf ich mein Auto samt Hänger lassen. Als wir ankamen regnete es in Strömen.

Die berühmte Holzachterbahn in Göteborg..es war Stau, ich hatte nicht nur Zeit für ein Foto, ich hätte Zeit gehabt ne runde zu drehen...

Die berühmte Holzachterbahn in Göteborg. Es war Stau – ich hatte nicht nur Zeit für ein Foto, ich hätte Zeit gehabt ne Runde zu drehen.

9:36 Uhr. Heute haben wir endlich mal 6 Stunden durchschlafen können. Also, ich schlafe natürlich nicht durch – ich hab wieder meinen “Schlaf mit einem offenen Auge”-Rhythmus – ich meine Nocona. Sie findet sich nur sehr schwer hier im Wald alleine mit mir ein.

Jede Nacht dachte ich bisher, das reicht, wir brechen ab, sie hat die Nerven dafür einfach nicht. Und jeden Morgen, wenn sie dann endlich für ein paar Stunden still war und mit hängender Unterlippe neben meinem Zelt steht, denke ich, ok, noch eine Nacht, vielleicht wird es ja noch und sie braucht nur Zeit.

Es hetzt mich ja niemand.

Nocona war nie so ein Einzelgänger und so eigenständig, wie Marina. Als Zweitpferd war sie immer perfekt, aber jetzt soll sie den Job alleine machen und ich wünschte, ich könnte ihr mehr helfen. Heute Nacht haben wir neben allen Monstern, die nur Nocona sieht, auch Besuch von einer Rotwild-Familie gehabt, die motzend und zeternd über unser brachliegendes Nervenkostüm getrampelt ist. Ich merke, es braucht auch bei mir wieder seine Zeit hier wirklich anzukommen und zur Ruhe zu kommen.

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“Home Sweet Home” … noch.

Gestern saß ich noch bis 22:30 Uhr einfach nur auf einem Stein am Ufer und hab in die Ferne geschaut. Ich wollte nicht mal schreiben, ich saß einfach nur da und hab auf Heilung gewartet. Mein Kopf tat mörder weh, meine Füße brannten, meine Finger waren aufgerieben und wund. Ich hatte wohl vergessen, dass ich auch immer eine ganze Weile brauche, um alles in mir abzuschalten und wieder zu verstehen, dass ich hier keinem Zeitplan gerecht werden muss.

Meine Schwester sagte noch zu mir, egal was kommt, lasst euch Zeit. Irgendwie hat sie in dem Moment besser verstanden worum es hier geht, als ich selbst.

Ich lass uns jetzt Zeit. Genau. Deswegen bin ich ja hier …

Erster, langer Scout-Ritt. Kleine Jägerhüte gefunden und dort Pause gemacht.

Erster, langer Scout-Ritt. Kleine Jägerhüte gefunden und dort Pause gemacht.

Gestern tagsüber sind wir 7 Stunden unterwegs gewesen. Ich mache mit ihr Scout-Ritte, so dass wir immer ein Lager haben, in dass wir zurückkommen können. So hat sie ein kleines bißchen mehr Sicherheit und ich verlange nicht alles auf einmal von uns.

Heute ist aber Ruhetag, wir werden baden und am See chillen. Morgen geht es dann weiter zum nächsten Fleck, einer kleine Wiese im nirgendwo, direkt am Ufer eines anderen großen Sees. Ich mach euch Fotos sobald wir da sind und werde wieder versuchen, euch daran teilhaben zu lassen … 😊

Bis bald!
Eure Vaile

Ankunft in Trelleborg

2016-06-15

Trelleborg

TrelleborgGestern sind wir, nach endlosen Stunden Fahrt, endlich in Trelleborg angekommen. Püppi war so ruhig und brav, alles hat genau nach Plan geklappt.

Nachts war sie ein bißchen unruhig auf ihrem Paddock, wo wir freundlicherweise zu Gast sein durften. Sie hat sich aber immer gleich wieder beruhigt, wenn ich kurz meinen Kopf aus dem Zelt gesteckt habe – wir sind zusammen und alles ist in Ordnung.

Dafür ratzt sie jetzt im Hänger schön auf der nächsten Etappe unserer Strecke weiter rauf in den Norden.

TrelleborgHeute Morgen war ich um 7 Uhr bereits auf einer großen Tankstelle – mal ohne Hänger – und hab mich da in der Gästetoilette kurz frisch gemacht. Dann ungefähr 2 Liter Kaffee getrunken und schnell wieder zurück zur großen Maus. Ich bin noch eine Stunde mit ihr durch die morgendliche Gegend geritten, bevor ich sie wieder in den Hänger gesteckt habe.

Trelleborg liegt übrigens direkt an Meer! Total schön! Jetzt stehen wir leider im Stau, aber ich nutze die Zeit einfach kurz für ein Update. Noch einige Stunden Fahrt (wenn wir denn vorankommen), dann Freiheit …

Schön, dass ihr dabei seid! Bis zum nächsten Stau 😉

Eure Vaile und Nocona

Zwischenmeldung

2016-06-14

Hey ihr Lieben, kurze Zwischenmeldung von unterwegs.

Die erste Etappe haben wir geschafft und auch wenn mir die sch… lange Hängerfahrt in der Seele weh tut, ist dies doch die beste und schnellste Möglichkeit für uns in den Norden zu kommen …

Nocona zupft an ihrer Heulage herum und verschläft dann hoffentlich die Überfahrt und ich lasse mir den Nordwind ins Gesicht wehen … bald sind wir da!

Das nächste Mal melde ich mich aus Schweden! 🙂

Eure Vaile

 

Ich packe meinen Hänger…

2016-06-10

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Hier gucken wir direkt in den Hänger, ich hab die MIttelwand rausgenommen. Es ist ein iFor Williams 506 für zwei Pferde. Aber sie hasst enge Räume und fährt lieber im Großraum-Appartement.

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Der Blick durch die kleine Tür in den Hänger, die beiden MInirollen stehen fest gesichert übereinander. So nehmen sie am wenigsten Platz weg, ich komme gut rein und Püppi kann sogar auf der anderen Seite den Frontausstieg benutzen, wenn sie möchte.

Ich packe meinen Hänger…

Heute habe ich sage und schreibe fast den ganzen Tag damit verbracht Auto und Hänger zu pimpen. Das dicke Pony soll sich ja wohl fühlen auf der langen Fahrt.

Da meine Püppi Heustaub-Allergiker ist und ich die ganzen schnellen Futterwechsel auf Reisen eh so magenschonend wie möglich gestalten möchte, nehme ich für sie 4 Minirollen von ihrer Haus-Heulage mit. Zwei Rollen kommen vorne in den Pferdehänger und zwei hinten in mein Auto.

Eine Rolle mampft sie in ca. drei Tagen auf, wenn sie nichts anderes hat. Ich brauche die Heulage aber nur im Notfall und während der Fahr-Tage. Ansonsten frisst sie Gras und wenn wir endlich im Wald sind, alles was sie finden wird.

Durch ihre genetische Disposition PSSM, ist sie von Natur aus ein enorm guter Futterverwerter und es gilt die Devise, wenig essen, viel bewegen. Dann geht es ihr am allerbesten. Kannste haben, Puppe 🙂

 

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..oben kommt das ganze Pferdezeug rein, E-Stangen etc.. ist auch super bei stinkigen Pferdedecken 🙂

Mein Auto, es ist schon etwas sehr viel älter, als es vielleicht aussieht, hab ich in die Werkstatt geschleift und noch mal durchchecken lassen. Sämtliche Flüssigkeiten, Reifen etc. Jetzt noch das Roofcase drauf und wir nähern uns dem Finale 🙂

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Im Wohnzimmer inmitten meines Gepäcks…

So, Schluss für heute, schön, dass ihr dabei seid! Wenn ihr mal Fragen habt, gerne einen Kommentar hinterlassen, erzählen macht viel mehr Spass, wenn man dabei in einen Dialog treten kann…

Bis bald, schlaft schön!

Eure Vaile

Ich packe meine Satteltaschen …

2016-06-08

Ich packe meine Satteltaschen …

Wie versprochen gehe ich heute mal etwas mehr auf mein Gepäck ein.

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Das gelbe auf der Satteltasche hinten ist meine Solarzelle 🙂

Mein Pony trägt Satteltaschen für hinten von Ortlieb.ortlieb-pferdepacktaschen-300x300Vorne hat sie kleine Taschen für die Karten und Kleinkram. Über den hinteren Taschen lege ich einen vollen Kanusack ebenfalls von Ortlieb (lieber Qualität kaufen beim Gepäck, das muss am meisten abkönnen), darin sind mein Zelt und der Schlafsack. Über das Horn lege ich zuletzt noch ihre Regendecke. Ich selber trage am Körper die Tasche mit den heiligen Dingen, Messer, Medizin, so was…

Wo ich z. B früher 20 Bücher mitgenommen habe und zwei Ponys, eines fürs Gepäck, habe ich heute einen elektronischen KINDLE. Einen von den alten, ohne Licht und ohne SchnickSchnack. Der Akku ist das einzig wichtige – alles andere, was so ein Wundergerät kann, brauche ich nicht. Zum Wunder-KINDLE habe ich eine Solarzelle von Globetrotter. Den Solar Freeloader Classic, ob der funktioniert werden wir hier sehen.

Dann habe ich zum ersten Mal ein GPS Gerät mit einer gesamt Schwedenkarte 1:50000. Ein Garmin GPSmap 62st, auch hier ein altes Modell mit ohne SchiSchi und dafür einfache, aber längere Leistung mit Beschränkung auf das Wesentliche.

Mit dabei auch ein mobiles Pferde-Paddock, an dem ich gleich in erster Instanz einige wesentliche gewichtsparende Veränderungen vorgenommen habe.

Ich packe meine Satteltaschen

Hier kann man super den Größenunterschied zwischen dem großen Isolator von Patura und meinem kleinen ClipOn Isolator sehen…

Das Wanderreitpaddock von PATURA:

Das original Paddock von Patura kommt mit 4 ziemlich großen und schweren Isolatoren, die ich ganz einfach durch leichte (und günstige) kleine Clip Ons für Fieberglas E-Stangen ersetzen konnte.

So habe ich auch nicht nur 4 Isolatoren für eine obere Litze, wie von Werk aus gedacht, sondern gleich 12 Isolatoren für bis zu drei Litzen untereinander. Viel sicherer!

Auch die Werkslitze wurde ausgetauscht. Mitgeliefert wurde ca 40m grün/weiße 1cm breite Bandlitze. Ich habe mich hier für dünnes rot/weißes Seil entschieden, dass bei 65 kg Druck reißt und extrem gut Strom leitet.

Davon kann ich mehr mitnehmen (über 100m) und es spart Platz und Gewicht. Der mitgelieferte Handgriff, auf den die Litze aufgewickelt werden soll, ist gleich erst mal rausgeflogen.

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Links im Bild alles was im Patura Pack drinnen war, rechts meine gepimpten E-Stangen mit je drei ClipOns…

Wer braucht denn so was? Ein Riesengriff, der im Gepäck sperrig Platz wegnimmt. Wenn man gemütlich mit Auto unterwegs ist, ok, aber im Wald gibt es ne Schlaufe als Tor und das Strom an/aus System.

Meine Litze wird dann später unterwegs in den Schlafsack eingewickelt, dort wird auch die mobile Paddock-Batterie eingerollt. Die Paddock-Stangen kommen zu meinem kleinen Zelt in die Hülle und die überdimensionalen mitgelieferten Fahrradgummis, um die Paddock-Stangen zu spannen, werden mein Gepäck am Pferd halten. Die originale Tasche für das mobile Paddock kommt nicht mit. Platz sparen wo es geht.

Trotzdem ich dieses Jahr sogar ein GPS Gerät mit bei haben werde, verlass ich mich nicht auf die Technik und nehme Papierkarten mit. Da hilft mir in Berlin immer der Kartenladen Schropp. Die sind nett und kompetent, danke noch mal 🙂

So, ich hab jetzt schon fast alles gepackt, es liegt alles verstreut in meinem Wohnzimmer herum und in 7 Tagen geht es los! 😀 Bis zum nächsten Blog!!

Eure Vaile

Ich bin in den Vorbereitungen

2016-06-06

Ich bin in den Vorbereitungen für meine diesjährige Reise in den Norden.

Dieses Jahr fahre ich zum ersten Mal das Gespann von Auto, Hänger, Pony und mir ganz alleine. Bisher hatte ich auf der Fahrt bis zum Absetzen lassen immer Hilfe. Die wird mir nun fehlen und ich muss zugeben, ich hab ganz schön Angst.

Angst gehört immer dazu. Vor allem, wenn man mit einem Pferd ganz alleine 1500 km fahren möchte, um dann einige Wochen in der Wildnis zu übernachten.

Ich hab das schon so oft gemacht! Aber diese Reise ist meine erste. Meine erste, denn mein Seelenpony Marina ist nicht mehr an meiner Seite. Sie ist vor 2 Jahren gestorben und ich vermisse sie jeden Tag.Dieser Tage um so schmerzvoller, denn die Reise, die vor uns liegt hat neben all ihrer Verlockung auch Tücken.

Nocona1

Meine kleine Nocona als Baby. Heute ist sie natürlich ein 500 kg schweres Ross aus Stahl 🙂

Mein Pony, dass mich nun begleitet ist die kleine Nocona. Ich habe sie schon seit sie ein Fohlen war. Aber ich habe keine Ahnung, ob sie die Stärke hat, diese Reise zu meistern. Sie ist ganz anders als mein Wildpferd Marina. Marina hat immer auf mich aufgepasst. Diesmal muss ich auf uns aufpassen. 

Beim nächsten Mal erzähle ich euch ein bißchen mehr über mein Gepäck, da hab ich nämlich dieses Mal im Vorfeld ein paar wesentliche Parameter verändert.

Eure Vaile

Frei sein 2016

Buch22016-06-05

Ich bin nach der Schule abgehauen, habe mein Pferd bepackt und bin mit einem Pferdeanhänger nach Schweden gefahren.

Nach Norden, bis die Strassen enger wurden und kaum mehr Autos oder Häuser in Sicht waren. Dort hat man mich abgesetzt. Ich ging von der Straße direkt in den Wald und erst nach 3 1/2 Monaten wurde ich wieder gesehen.

Es war eine Flucht vor den Menschen – und vor mir. Ich habe gelernt wie es ist, zu sein, ohne Sprache, ohne Zeit, ohne Ziel. Wochenlang konnte ich mich vor Angst kaum bewegen, das Nichts vor mir machte mir solche Angst, wie ich sie niemandem erklären kann. Ich rammte mir aus Versehen mein Messer ins Bein, aber man hört auf sich zu sorgen, wo niemand diese Sorgen teilen könnte. Schmerz ist schlimmer, wenn jemand da ist, der mitfühlt.

(Frei sein- Droemer Knaur)

Frei sein 2016Jedes Jahr packe ich nicht meine Koffer, sondern mein Pony. Und ich nehme mit; tja, alles was man so braucht, wenn man über Wochen alleine durch die schwedischen Wälder zieht – mit dem Ziel möglichst niemandem zu begegnen.

Ein Messer, Angelzeug, was zum Lesen, meinen Schlafsack und ne Möhre für mein Pony. Diese wird aber rationiert.

Ich bin im wirklichen Leben viel unter Menschen, arbeite mit ihnen, lerne von ihnen. Ich bin Schauspielerin. Ich bin Musikerin. Alles was ich zeige, hab ich irgendwo gesehen. Alles was ich fühle, hab ich irgendwo gelernt.

Aber was hat das eigentliche Leben mir eigentlich beigebracht. Was ist eigentlich das „eigentliche“ Leben? Wo fängt es an. Wie fühlt es sich an. Und wer bin ich, wenn ich mal über Wochen und Monate von niemandem reflektiert werde, mit niemandem reden muss, von niemandem abhängig bin und niemandem verpflichtet?

Wer bin ich dann. Noch.

Es gibt sicher viele Methoden, um sich selbst und den Antworten auf all diese Fragen näher zu kommen. Yoga, vielleicht… oder Meditation. Ich schnappe mir eben mein Pony und ziehe in den Wald im Norden. Grabe Wurzeln aus, angle Fische, koche Tütensuppen, schreibe und lese viel. Halte komplett die Klappe und höre zu.

Das absurdeste in meinem Leben war, dann tatsächlich ein Buch über diese intimste und privateste, diese ehrlichste aller Seiten an mir zu schreiben. Als das Interesse da war, hab ich mich daran gesetzt zu versuchen in Worte zu fassen, was ich eigentlich suche. Und als ich mit meinem Buch „Frei sein“ auf Lesereise ging, passierte das Wunder.

Ich fand mich auf einmal in bester Gesellschaft. Ich war damit gar nicht alleine, ich war damit eine von vielen, von tausenden, vielleicht zehntausenden, die sich wünschen aus all den Errungenschaften, aber auch all den Zwängen, einmal auszubrechen. Ich hatte immer gedacht, ich passe nicht in die Gesellschaft. Es stellte sich heraus, diese gefürchtete Gesellschaft als solche gab es gar nicht. Nur abertausende von Menschen, die alle ein Ziel haben. Glücklich zu sein. Und jede und jeder sucht sein Glück auf seine eigene einzigartige Weise. Ich zwinge halt mein Pony mich dabei zu begleiten.

Ich bin nur eine von allen.

Und meine ganz spezielle Art der Suche möchte ich von nun an mit euch teilen. Also, wer mich begleiten möchte, hier ist mein Blog. Meine Gedanken direkt aus dem Wald, so zeitnah wie es die Gegebenheiten dort zulassen. Zwischen den Bäumen – kein Internet, kein Strom … aber ich sammle und stelle es für euch zusammen. Viel Spass und wünscht meinem Pony und mir sichere Pfade, die wünsche ich euch auch. Jederzeit.

Eure Vaile