HEY, wir sind Piraten, wir kennen keinen Schmerz!!

HEY, wir sind Piraten, wir schrecken vor nichts zurück; denn wenn man sich traut, und wenn man was wagt – dann findet man auch sein Glück!!

HEY, wir sind Piraten, wir kennen keinen Schmerz; doch das weiß ein jedes Kind – wir haben ein gutes Herz!!

Gestern war die große Premiere des Musicals “DIE SCHATZINSEL” nach R.L.Stevenson von Thomas Knabe, des Kindermusiktheaters Buntspecht in Potsdam.
Es ist bereits das zweite Musical, für das ich die komplette Musik schreiben durfte, und ich bin noch immer völlig beseelt und glücklich über diesen schönen Abend mit den großartigen Nachwuchs-Buntspechten.

Alles begann mit einem relativ unprätentiösen Anruf eines befreundeten Musik Produzenten. H. rief mich an und sagte, “Vaile, ich hab hier n Job für dich…haste Zeit, haste Bock?”
Zeit hab ich ja nie, aber Bock auf Musik immer!

So kam der Kontakt zwischen Margitta Burghardt, der Intendantin und Regisseurin zustande, aus dem den gesamten Sommer über diese wundervolle Zusammenarbeit entstand.

Margitta Burghardt – das Herz und die Seele der Buntspechte in Potsdam

Bühnenstück Autor Thomas Knabe fing quasi sofort an, mich mit Texten zu füttern und nach und nach bekam das Stück eine Farbe, ein Gefühl und auf einmal – seinen Klang.

Ich habe von Anfang an ein ganz klares Sound-Konzept im Ohr gehabt, das (wie immer, bin mir ja treu) zwar klavierlastig, aber vor allem piratengemäß mit schweren Trommeln, Fideln, Schifferklavier und orientalischen Percussions geprägt ist; denn schliesslich geht´s auf große Fahrt, zu einer geheimnisvollen Schatzinsel in den Süden.

..perfekt unter die Meute gemischt…mit dem Einäugigen Johannes Tibursky

Es sind insgesamt 12 Stücke und Zwischenmusiken entstanden, bei denen Johannes Tibursky in der Produktion wahre Wunder vollbracht hat.
Gemeinsam haben wir gestern im Publikum gesessen und gegrinst wie die Kinder, wir fielen mit unserem Piraten-Look unter den ganzen kleinen Piraten und Pi-Ratten des Ensembles auch gar nicht weiter auf 🙂

Johannes und ich arbeiten seit ca zwei Jahren an verschiedenen Projekten zusammen und ich hätte mir keinen fähigeren und kreativeren Partner für die Musiken meiner Schatzinsel wünschen können..

Neben der Komposition durfte ich den Kindern die Songs auch beibringen. Song-Interpretation und Korrepetition waren für die letzten sechs Wochen zwei mal die Woche an der Tagesordnung. Wie ich (selber keine eigenen Kinder und NULL Erfahrung mit Kindern) vor der gesamten Truppe strubbeliger, lauter, zappeliger, genervter, grölender, schlafender, brabbelnder, hüpfender, schreiender, quiekender, naseweiser und ganz und gar bezaubernden angehenden Piraten und Piratinnen gestanden habe, könnt ihr euch ja vorstellen.
Manchmal waren sie so laut, dass sie nicht einmal mehr das Klavier gehört haben und ich habe angefangen darüber nachzudenken, ob ich mir einen Gartenschlauch von den Toilettenräumen ins Klavierzimmer legen darf…aber dann dachte ich – was kann das arme Klavier dafür, wenn es nass wird??
Also haben wir uns irgendwie zusammengerauft und nach und nach begannen die Kids die Songs auf ihre ganz eigene und verzaubernde Art und Weise zu interpretieren. Dabei sei erwähnt, dass die Kleinsten erst 4 Jahre alt sind und die Ältesten gerade mal 13.
Ich habe unheimlich viel gelernt, z.B wie man Klavier spielen kann und dabei gleichzeitig im Kanon 5 verschiedene Gruppen von Kindern in unregelmäßigem Taktmaß (ich Idiot, wieso schreib ich auch so was!) anleiten kann und nebenbei noch die Puste hat, mindestens eine der kleinen Bestien vom Schlagzeug wegzuzerren und sie gleichzeitig daran zu hindern alternativ den Vorhang hinaufzuklettern.

Aber Spaß beiseite, gerade vor diesem Hintergrund war ich begeistert, verblüfft und auch ein bisschen stolz auf die Kids, wie sie sich zu jeder Probe pünktlich und vorbereitet eingefunden haben, mit einander ihre Texte geteilt haben und die Tonsichereren, den noch Unsichereren begeistert die jeweiligen Stimmen ins Ohr gebrüllt haben, bis alle wussten, wie es geht.

Dieser besondere Zusammenhalt, diese selbstverständliche Teamarbeit hat sich durch die gesamte Produktionszeit fortgesetzt und hat mir als Neuling eindrucksvoll und ganz bescheiden vor Augen geführt, wofür die Buntspechte stehen.

Gerührt und begeistert war ich, als ich all die kleinen Monster in Piraten-Montour als richtige kleine Profis hab über die Bühne toben sehen, keine Patzer, keine Hänger und was mit am beeindruckendsten war – die Größeren haben auch hier trotz all der Aufregung während des laufenden Stückes auf die Kleinsten aufgepasst. Nicht ein einziges Mal wieselte ein Knirps verwirrt umher, immer wurde er sofort von einem etwas größeren Knirps eingesammelt und wieder zurück in die Szene gedreht.
Hut ab, liebe Buntspechte, was ihr leistet ist bemerkenswert!

Nebenbei sei erwähnt, dass sich die Nachwuchstruppe in einem ultra professionellen Rahmen bewegt, in einem von Claudia Mönning entworfenen und Klaus Mertins & Team umgesetzten Bühnenbild, und wahnsinns Kostümen von Dagmar Schott, dass sich in keinem Haus verstecken müsste. Z.B wurde das Schiff die “HISPANIOLA” nachgebaut und als riesige Kulisse über die gesamte Bühne gefahren. Ich saß in der ersten Reihe und mir ist wirklich die Kinnlade runtergeklappt.

Also, wer Kinder hat, oder selber noch eines ist, wer das Abenteuer liebt und auf Schatzsuche gehen möchte, der sollte sich nach Potsdam begeben und anheuern.
Das Kindermusiktheater Buntspecht spielt “Die Schatzinsel” noch bis zum 11.12.2018 fast zwei Mal täglich. (Dort könnt ihr auch eine CD mit der Piratenmucke erwerben.)

Ich bin dankbar und stolz Teil dieser wunderbaren Crew zu sein. Wir planen auch im nächsten Jahr wieder ein Stück zusammen, welches das sein wird, wird natürlich noch nicht verraten 🙂

Und denkt daran:

Piraten weinen nicht – sie heulen RUM!!!

Bis zum nächsten Blog

Eure Piratin Vaile-Goldzahn aus der Kombüse

 

Die beste Crew sind wahre Freunde – Danke Jungs <3

Und hier ein paar Eindrücke der Premiere <3

 

Premiere…ich habe auch ein Blume bekommen <3

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