Wir sind zurück…

© MFG Fotografie           Nocona und ich wieder zuhause …

Daran werde ich das ganze nächste Jahr denken…

Püppi brav am Baum, während ich bade…wie lange wir gebraucht haben, bis sie die Nerven dazu hatte <3

Mein Lager an irgendeinem See irgendwo…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz vor Abfahrt auf die Fähre…melancholisch sitze ich im Kofferraum und schaue Püppi beim Dösen zu…

Meine Balkonpflanzen…alle verreckt…seufz

Wir sind wieder zuhause…

…ich bin von Göteborg die 4 Stunden nach Trelleborg runtergefahren und konnte dort wieder in unserem alten Stall übernachten. Püppi war total brav und hat ihr altes Paddock von vor vier Wochen gleich in Beschlag genommen. Ich bin nach der langen Fahrt noch mit ihr am Strand spazieren gegangen, aber es wurde schon fast dunkel, als wir wieder am Stall waren. Melancholisch und nachdenklich saß ich dann fast die ganze Nacht in meinem Kofferraum und beobachtete Püppi beim Schlummern. Ich musste sie um 4:45 wecken, denn die Fähre ging schon um 6:00 morgens nach Rostock.

Die gesamte Fahrt über war sie brav, und diese Etappe ist immer die längste. Als ich nach endlosen Stunden endlich auf ihrer kleinen Wiese in Berlin ankam, konnte sie es kaum glauben. Sie hatte überhaupt nicht erwartet, dass wir je wieder nach Hause kämen, und stapfte ungläubig aus dem Frontausstieg.

 

 

Die Wiese bei uns Zuhause… überall kein Regen, aber Püppi war trotzdem happy…

In dem Moment aber, als sie von ihren Jungs und Mädels angewiehert wurde, war ich so schnell vergessen, als hätte es mich nie gegeben. Dabei spreche ich jetzt auch die Brubbelsprache…deprimiert aber mit einem glücklichen Lächeln entließ ich sie direkt in ihre Herde und sah sie erst später am Tag kurz wieder, als sie es für angebracht empfand doch noch etwas Kraftfutter von mir entgegenzunehmen. Marina war auch immer so. Plötzlich waren wir wieder wir im hier. Die Normalität des Lebens schloss sich ohne zu zögern über uns, geräuschlos und hermetisch. Irgendwann kam ich in meiner Wohnung an. Einzig die zu Staub zerfallenen Balkonpflanzen zeugten von meiner langen Abwesenheit. Sehnsüchtig stand ich auf meinem Balkon und sah in den Sonnenuntergang, den ich von dort aus sehr schön sehen kann. Ich hörte alle Geräusche der Stadt, roch alle Gerüche der trockenen Strassen, horchte, ob ich die Stille von dort draußen, wo ich doch eben gerade noch gewesen war, auch hier noch hören konnte. Der Himmel, dachte ich, ist derselbe. Dieselbe Sonne hat Püppi und mich gesehen, wie wir durch den Wald streiften, während sie auch hier alles beschienen hat. Die Sonne, der Wind und der Himmel, sie sind meine Verbündeten, denn sie waren dabei.

 

 

Sie hat ihr alles beigebracht… mein wildes Pony Marina

Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr so allein. Plötzlich wurde mir klar, dass ich überall ich bin. Nicht nur im Wald in der Stille, sondern natürlich auch hier in jeder Minute. Ich hatte gar nichts zurückgelassen, alle Eindrücke, denen ich hier seufzend hinterher trauerte waren gar nicht woanders. Sie waren gleich hier. Bei mir. In mir. Um mich herum.

Ich atmete tief ein, die abgestandene Luft, das staubige Licht, die verblassten Farben..all das war nur ein anderer Teil meines Lebens, eines Lebens, das in seiner Fülle und Gänze wunderschön war. Mit Staub und Dreck und mit Wildheit und Stille. Alle Teile ergeben ein Ganzes. Mein Leben; für das ich jeden Tag dankbar bin.

 

 

© Stephen Haberland
Bei meinem Lieblingsplatz entstanden diese wundervollen Fotos…findet ihr auch im Buch Frei Sein.

Vielen Dank, dass ihr bei mir wart und mich begleitet habt. Zu wissen, dass es Leser gibt, die verfolgen, was uns passiert und was wir erleben, gibt ein ganz neues Gefühl der Verbundenheit.

Natürlich geht es bei meinen Reisen vor allem um die Einsamkeit, ich lösche alle Chats, alle Apps, alle Gruppen, alle Mailprogramme von meinem Handy, wenn ich heutzutage in die Wildnis gehe. Ich schreibe den Blog in mein Tagebuch und einmal die Woche bereite ich die Blogs vor, wenn ich auf einem warmen Stein sitze, oder im Zelt im Regen hocke und warten muss. Dann schicke ich sie los und meine Gedanken sind wieder frei. Aber das schöne daran ist, dass es so die Möglichkeit gibt, diese für mich wichtigsten und schönsten Momente teilbar zu machen. Für alle, die möchten. Darüber freue ich mich um so mehr. Denn was bedeutet Schönheit, wenn man sie nicht teilen kann.

 

Eure Vaile und Püppi (out of duty)

 

 

 

Und hier geht es zum Buch und zur Musik dazu, wer es noch nicht hat und es gerne hätte.

 

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Davia

Liebe Vaile,
Auch wenn es in der Wildnis unsagbar schön ist, freue ich mich doch, dass Du und Püppi wieder (fast) heile zurück seid.
Dein aufgeschlagenes und verschorftes Kinderknie, lässt die Autsch-Schmerzen, die es verursacht hat, nur erahnen.
Und doch wirst Du die zurückbleibende Narbe lieben, weil sie Dich an die tolle Wildnis 2018 erinnern wird.
Wenn April soweit ist, möchte ich mal so einen Ritt – wenigstens von zu Hause aus bis zur Ostsee – mit ihr machen.
Dann werden wir wieder viel an Euch denken
ganz liebe Grüße und bleib so, wie Du bist
Davia