Fort von hier..wie ein Vogel, weit fort von hier

Wie einige von euch vielleicht noch wissen, starte ich seit langem regelmäßig ins Abenteuer.

Weit weg wollten wir, besonders weit sind wir allerdings (noch) nicht gekommen.

Prolog 🙂

Ich mache seit ich 18 Jahre alt bin alle 1-4 Jahre eine Reise in die skandinavische Wildnis. Ich reise alleine und nehme nur mit, was mir mit das wichtigste ist. Neben Angel, Messer und Feuer sind das meine Ponys. Seit Marina, meine Tinkerstute vor einigen Jahren gestorben ist, reise ich mit Nocona alleine. Meiner Quarterhorse Stute, die ich bereits als Fohlen ausgesucht und als Jährling zu mir geholt habe.

Seit genau einem Jahr mit in meinem Leben, ist Nuri. Mein kleiner (pubertärer) rumänischer Müllkippen-Mix.

Sie sollte dieses Jahr zum ersten Mal mit auf die große Fahrt.

Normalerweise sehen meine Wildnisreisen so aus, dass ich im Sommer für 1-2 Monate aufbreche, um irgendwo im Nirgendwo der skandinavischen Wälder mein Pony auszuladen um von dort zu Fuß weiterzugehen. Schlafe, wo und wann es passt, Beeren und Pilze sammle, meine Stute versorge und ständig auf der Suche nach dem “perfekten Platz” bin. 

Schockierende Nachrichten aus dem Nichts

Vor 1,5 Jahren plante ich gerade wieder so einen Trip, als ich eine furchtbar beängstigende Diagnose bekam. Durch einen leichten Hörsturz wurde ich ins MRT geschickt, wo ein im Umfang 8cm großer Tumor in meinem Kopf gefunden wurde. Alles nahm auf einmal einen völlig unerwarteten und anderen Verlauf, als geplant. Ich wurde operiert, ein großer Teil des Gewebes wurde entfernt und damit der Rest abstirbt, wurde ich noch bestrahlt.

Das alles war möglich, weil das Tumorgewebe an sich gutartig ist (!). Es konnte durch seine Größe und Lage nur nicht vollständig entfernt werden, ohne ein hohes Risiko einer schweren Behinderung einzugehen. 

Ich habe alles gut überstanden und durchlaufe nun seit einem Jahr abwechselnde Nebenwirkungen der Bestrahlung. Dadurch, dass das Gewebe langsam abgebaut wird, es aber sehr groß ist, kann ich zeitweise “dabei zuhören”, wie sich die Dinge in meinem Kopf verändern. Wechselnde Töne im Ohr, Knallen, Blubbern, Rauschen, Schwindel und Kopfschmerzen bestimmen meinen Alltag, und dennoch kann ich mich glücklich schätzen. Denn es gibt mich noch. Und ausser ein paar grauen Haaren ist nichts passiert. Ich kann arbeiten und weiter das tun, was mich glücklich macht. Musik, Singen, Sprechen, Schauspielen. In die Wildnis reisen.

Zumindest hoffe ich das, denn diese Reise ist quasi ein Test. Ein Belastungstest, ob ich mir und meiner absurden Courage wieder gewachsen bin. Um mich bei diesem Testlauf nicht gleich völlig zu überlasten, bin ich auf die Einladung einer lieben Freundin eingegangen.

Ein Grenz-Testlauf

Melanie Gruner, lizensierte Geitner-Trainerin, gelernte holistische Pferdetherapeutin, offizielle Deuber und Partner-Sättel Vertreterin, und zusammen mit ihrem Mann Jürgen, Betreiberin der wundervollen kleinen Pferde Urlaubsranch Ranch 52 in Schweden.

Sie hat mich in eine kleine Hütte auf ihrer Ranch eingeladen, um ihr bis zur neuen Saison bei den Pferden zur Hand zu gehen. So kann ich sehen, was ich schon wieder leisten kann und so bin ich nicht alleine (die Angst, dass etwas passiert, reist noch immer mit). Ich habe meine geliebte Ruhe, meine geliebten Vierbeiner und dieses Mal, weil ich nicht im Zelt schlafe und zu Fuß durch den Wald holze, sogar mein geliebtes Klavier dabei 😀

Das, liebe*r Leser*in, soll die Einleitung zu meinem ersten Abenteuer Bericht nach der schweren Kopfoperation sein.

Schon am ersten Tag, bin ich derartig mit Hund und Pferd im Anhänger auf der Autobahn Richtung Rostock verreckt, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu erzählen…aber das finde ich noch heraus und schreibe es euch – im nächsten Blog…

Bis bald, schön, dass ihr (wieder) mitkommt!

Eure

Vaile, Nocona und Nuri <3

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Carmen Hutschenreuter
8 Monate her

Wunderschöne Momente wünsche ich DIR mit deinen 2en

Tanja Heller
8 Monate her

Mutig wie immer ich freue mich für dich das schon wieder so viel geht. Lg Tanja

Anna Brettschuh
8 Monate her

Hallo, wie schön, dass Du wieder in “Deine Heimat” kannst – macht gar nix die abgespeckte Variante ist doch schon mal ein guter Anfang – ich bin ganz dolle gespannt! Viele Grüße Anna