Weit sind wir nicht gekommen…

Weit sind wir nicht gekommen…

Die Reise beginnt…und endet gleich wieder (?)

Dies ist der zweite Blog zu meiner aktuellen Reise, zu meinen andern Abenteuern gelangt ihr hier.

Outdoor Reisen

Mein Lager im Sommer

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Püppi und ich im Sommer auf unseren Outdoor Reisen

Ich bin ehrlich und gebe zu, dass ich vor dieser Reise mehr Angst und Aufregung verspürte, als je zuvor. Es ist immer ein aufregender Kraftakt ganz alleine mit Pferd im Anhänger ganz bis nach Schweden zu reisen. Zu meinen letzten Aussteiger Reisen geht es hier. Oft habe ich tatsächlich richtige Alpträume, in denen ich z.B vergessen habe mein Kochgeschirr, oder meinen Schlafsack einzupacken. Oder mutterseelenallein irgendwo im Wald feststelle, dass ich keinen Sattelgurt eingepackt habe.

Diese Reise habe ich besonders gut vorbereitet.

Dachte ich.

Mein Auto war noch zum Check in der Werkstatt, hat Öl und neue Reifen bekommen. In Schweden liegt noch Schnee, da wollte ich nicht mit meinen quasi Rennreifen drüberschliddern…

Der Pferdeanhänger hat noch TÜV bekommen, und war auch im Check.

Der Hund und das Pferd geimpft, check.

Amtstierärtzliches Gesundheitszeugnis, check.

Ich hab sogar zum ersten Mal in meinem Leben eine Impfung gegen Zecken bekommen (und auch noch im Winter :D) so sorgfältig war ich!

Gepäck-Tetris

Mein Auto bis unters Dach voll mit Gepäck. Allerdings fast alles für meine beiden Grazien. Ich selbst habe nur eine kleine Sporttasche mit Kleidung und Waschzeug mitgenommen. Und natürlich mein Klavier 😀

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Rechts meine Tatstatur, links Sattel und Heulage Minis für Püppi

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..Nuri ratzt brav im Beifahrer-Fußraum

Im Auto stapeln sich neben den beiden Reise-Heulageballen-Minis nebst Nuris Futter und Mäntelchen auch mein Technik-Rucksack, meine Konzert-Tatstatur, Proviant und mein Sattel. Damit ist der Ford Kuga dann auch voll ausgelastet. Der Hund liegt vorne im Beifahrer Fußraum.

Auf dem Auto ist mein Roofcase befestigt. Eine wunderbare Möglichkeit die Pferdedecken zu verstauen. Ich war sogar so schlau und habe sie vorher einvakuumiert…wirklich wahr. So nehmen sie kaum Platz weg und es sieht so ordentlich aus…!

 

Im Pferdehänger steht die Sattelkammer, in der ich Medikamente, Satteltaschen, Abschwitzdecken, Schuhe, Kappe und Trensen habe. Davor steht ein weiterer Heulage Mini und auf der Sattelkammer in einem sehr großen Heunetz tront noch ein Heulage Mini.

Genug zu (fr)essen würde ich sagen.

Reiseplanung mit Pferd und Hund

Diesmal fahre ich nicht, wie im Sommer, die erste Etappe bis nach Trelleborg in Schweden durch, sondern habe Reise Etappen mit Unterkunft für Pferd und mich gesucht. Mein Ziel war es nicht länger als 3 Std zu fahren. Für Püppi besser und für mich natürlich auch.

Es fing allerdings schon schwierig an. Denn es war überhaupt nicht einfach, im Winter einen adäquaten Platz für Püppi zu bekommen. Alle Ställe, die ich im Netz gefunden habe und die in kurzer Distanz zur Fähre in Rostock waren, hatten keine Gastpferd-Möglichkeit.

Ein Paddock draussen schon mal gar nicht. Diese pferdegerechte Lösung musste ich mir gleich aus dem Kopf schlagen. In dieser Gegend kommen alle Pferde noch in die Box, wie sich das gehört. Aber eine freie Gast-Box gab es auch nirgends.

Irgendwann habe ich dann auf dem Rittergut Reez eine freie Box mit Späne (Püppi ist Allergiker) buchen können. Ohne zu wissen, auf was ich mich da einlasse, habe ich zugesagt. Ein kleines Hotel 5 Minuten vom Rittergut entfernt war kein Problem. Auch mit Hund. 

Vor der Abreise bin ich mit beiden noch 1,5 Stunden ausgeritten. Püppi braucht viel und vor allem regelmäßige Bewegung. Sie ist PSSM Einzelträger, eine Stoffwechsel Disposition, die zu schlimmen Muskel-Krämpfen führen kann, wenn Bewegung und Futter nicht sehr sorgfältig gemanaged werden. Eine weitere Sorge, denn in eine Box sollte ein solches Pferd nun wirklich nicht. Natürlich stand sie schon oft in Boxen, sei es in der Klinik, oder auf Wettkampf. Und mit dem richtigen Bewegungsplan funktioniert das auch für ein PSSM 1 Pferd in den meisten Fällen. Aber Aufregung, Erschöpfung und Fremde kommen ja auch noch dazu, also eine ziemliche Belastung.

Am 01.03.2022 kam um 9:00 der Amtstierarzt, danach sind wir los. Eigentlich war die erste Etappe mit knapp zwei Stunden Fahrt als leichter Einstieg geplant. Aber wer Pläne macht, ist ja auch bescheuert…

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Ready to go…

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen..

Als wir 82km weit gekommen waren, nahm ich eine wild winkende, blinkende, gestikulierende PKW Fahrerin neben mir auf der Autobahn wahr. Bis ich geschnallt hatte, dass sie mich meint, vergingen weitere 800m. Ich folgte ihr auf den Standstreifen, und sah das Problem. Ein Reifen von Püppis Anhänger hing in Fetzen. Mir ist der Blutdruck kurz in die Schuhe gerutscht. Was mach ich denn jetzt??? Ich bin gerade los, und schon habe ich ein ziemlich großes Problem. Püppi ist auch nicht die aller friedlichste Hängerfahrerin. Also war Weiterfahren und von der Autobahn Wegkommen erst einmal die wichtigste Maßnahme.

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OMGOMGOMGOMG

Nebenbei, die Chance, dass die Fahrerin des roten SUV´s das hier liest ist sehr gering, aber trotzdem, vielen Dank für die Aufmerksamkeit!!!

Wer weiß, wie lange ich noch so weitergeschrubbt wäre…

Ich bin also mit Warnblinker auf dem Standstreifen mit ca 50kmh weitergerollt, und habe die nächste Möglichkeit gesucht von der Autobahn abzufahren. Erst einmal in Sicherheit.

Ein Freund in der Not

Während ich so dahin rollte und versucht habe nicht einfach hysterisch zu heulen, habe ich den ADAC angerufen. Die sagten mir unter 2 Stunden wäre nichts zu machen. Toll. Dann rief ich einen Freund an, der uns zuhause im Stall bei den Arbeiten hilft. Er war sofort bereit loszufahren, um mir zu helfen, den Ersatzreifen aufzuziehen. Ich habe so etwas noch nie gemacht. (Doch, einmal bei meinem allerersten Auto.) Aber ich kann mich an gar nichts erinnern und fühlte mich in dieser Situation einmal mehr völlig überfordert…Die sofortige, nörgelfreie Bereitschaft mir zu helfen, war ein Riesengeschenk. Ich hab mich so mies gefühlt, und jemanden um einen so großen Gefallen zu bitten, ist eh schwer. Vielen Dank T., dass du sofort bereit warst Püppi und mir zu helfen. Das war ganz großes Kino!

Während Freund T. sich also bereits auf den Weg machte, um Werkzeug zu holen rief der ADAC wieder an. Ein Abschlepper sei in der Nähe, und könnte nun doch innerhalb der nächsten 30 Minuten vor Ort sein. Ich war mittlerweile in Herzberg abgefahren und auf ein sehr großes Industrie-Gelände gerollt. Weeeit weg von der Autobahn.

Ich rief also T. wieder an, um ihm zu sagen, er müsse nicht kommen und lud in aller Ruhe Püppi vom Hänger.

Schon in Schweden? Das ging ja schnell!

Püppi stieg aus und sagte: “Ach, wir sind schon in Schweden? Das ging ja schneller, als erwartet..

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Immer um den Hänger rum…

Der ADAC kam wie versprochen und wechselte meinen Reifen. (Zum Glück hatte ich einen Ersatzreifen!)

Nebenbei lief ich mit Hund und Pferd immer um den Wagen herum und rief meine Werkstatt zuhause an.

Die Idee war, irgendwo in Rostock einen neuen Ersatzreifen zu kaufen, damit ich den Rest der Reise nicht ohne antreten müsste. Aber auch das klang in der Theorie irgendwie besser, denn so ein Pferdeanhänger-Reifen liegt bei den meisten Reifen-Services nicht einfach so herum, sondern muss bestellt werden.

Mein heimatlicher KFZ-Werkstatt-Chef hat es zwar geschafft, mir einen zum nächsten Morgen in Rostock zu bestellen. Vielen Dank noch einmal  T. (Anderer T. :)).

 

Aber ihn abzuholen, war bei dem, was mir am nächsten Tag noch alles passierte einfach nicht mehr drin…

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why????

 

Immer noch kein Happy End

Nachdem der ADAC fertig war, schubste ich Püppi wieder in den Anhänger und fuhr unbehelligt weiter bis zum Rittergut in Reez. Leider war der Stress dort noch nicht vorbei, denn die Gastbox war wirklich klein und hätte ich eine andere Wahl, oder einfach noch Tageslicht gehabt, hätte ich Püppi niemals dort hineingestellt.

Die Anlage ist allerdings beeindruckend schön und die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Im Sommer hätte ich Püppi auch draussen in ein Paddock stellen können. Aber im Winter gab es nur diese Option und das tu ich ihr nie wieder an.

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Schöner Betrieb, zu kleine Box…

Das schlechte Gewissen ging noch weiter, denn meine Unterkunft war für kleines Geld wider Erwarten total schön und sehr modern eingerichtet. Die Pension am Bahnhof in Kavelstorf kann ich für Durchreisende (mit Hund) bedenkenlos empfehlen. Freundlich, sauber, zuvorkommend, top! Natürlich gibt es vorbeiziehende Züge; die Pension ist ein liebevoll restaurierter alter Bahnhof 😉

 

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Für Durchreisende mit Hund zu empfehlen…

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..Alles da, auch Kaffee und Wasserkocher..top!

Wie es am nächsten Tag weitergeht, erzähle ich euch im nächsten Blog..nur so viel vorab..wir sind noch laaaaange nicht in Schweden…und nichts lief so richtig nach Plan, oder auch nur annähernd reibungslos. Zwei Tage später dachte ich, “Och, so schlimm war der geplatzte Reifen ja gar nicht…”

Aus Schweden (!)

 

 

Wir drei beim Schmied…Püppi bekommt noch Super-Eisen für die eisigen Felsen in Schweden..

Eure Vaile, Nocona und Nuri

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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